Handy-Apps

21. März 2011 14:52; Akt: 21.03.2011 16:09 Print

Facebook will aufs Billig-Handy

Das grösste soziale Netzwerk übernimmt den App-Entwickler Snaptu. Speziell daran - die Mobile-Apps laufen auf fast allen Handys.

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Snaptu bringt Facebook, Twitter unc Co. auf Billig-Handys. (Bild: snaptu.com)

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Facebook hat sich für geschätzte 60 bis 70 Millionen Franken das israelische Start-up Snaptu gekrallt. Die Israelis haben in den letzten Jahren mehrere Java-basierte Apps für einfachgestrickte Billig-Handys auf den Markt gebracht. Facebook, Twitter und LinkedIn, die bislang teuren Smartphones vorbehalten waren, können so auf fast jedem beliebigen Handys genutzt werden.

Snaptu wurde 2007 gegründet und hat laut eigenen Angaben über 27 Millionen Nutzer. Gemäss dem IT-Blog Mashable.com sollen die Snaptu-Apps für Billig-Handys die meisten von Smartphone-Apps bekannten Funktionen - etwa das Synchronisieren von Kontaktdaten - beherrschen.

Ein weiterer Grund, weshalb Mark Zuckerbergs Unternehmen für Snaptu tief in die Tasche greift: Die Java-Apps sind mit über 2500 Handys kompatibel. Künftig werden Millionen von Nutzern, die kein Smartphone besitzen, von unterwegs auf Facebook surfen und somit den Wert des sozialen Netzwerks für Werbetreibende weiter in die Höhe treiben.

Insbesondere in Schwellenländern sind Smartphones kaum verbreitet. Es erstaunt daher nicht, dass Facebook sei neues Angebot primär in Ländern wie Brasilien, Sri Lanka oder Tunesien stark vermarktet. In insgesamt 14 Ländern können Handy-Nutzer die Java-Facebook-App 90 Tage lang kostenlos testen. Die entsprechenden Mobilfunkanbieter verrechnen in der Einführungszeit für die anfallenden Daten keine Kosten. Aufgrund der hohen Smartphone-Dichte in der Schweiz wird es dieses Lockangebot hierzulande vermutlich nicht geben.

(owi)