Der Tech-Politiker

12. April 2013 11:44; Akt: 12.04.2013 13:08 Print

Facebook-Chef Zuckerberg macht auf Politiker

Mark Zuckerberg fordert Reformen in der Einwanderungspolitik und im Bildungssystem der USA. Der Hintergrund: Facebook, Google und Co. sind auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.

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Mark Zuckerberg will es gut ausgebildeteten Ausländern erleichtern, in den USA zu arbeiten. (Bild: Keystone/AP)

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Mark Zuckerberg hat mit anderen Spitzenmanagern aus dem Silicon Valley eine politische Mission: Deshalb haben mehrere Technologie-Konzerne eine politische Initiative gegründet, die Reformen in der Einwanderungspolitik und im Bildungssystem der USA anstossen will. Zuckerberg und Co. wollen sich auch für mehr Investitionen in die Forschung einsetzen. Aus reiner Nächstenliebe geschieht das politische Engagement aber nicht: US-amerikanische Tech-Konzerne wie Facebook, Google und Yahoo profitieren direkt von gut ausgebildeten Schulabgängern und sind auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.

«Für eine Nation von Immigranten haben wir eine eigenartige Einwanderungspolitik»

Zuckerberg gab die offiziele Gründung der Organisation namens «Fwd.us» in einem Gastbeitrag in der «Washington Post» am späten Mittwochabend bekannt. Darin erklärte er, dass die USA neue Ansätze bräuchten, wenn sie wirtschaftlich vorankommen wollten. Dazu gehöre auch, talentierten und fähigen Immigranten einen Weg zur Staatsbürgerschaft zu ebnen. «Für eine Nation von Immigranten haben wir eine eigenartige Einwanderungspolitik. Und es ist eine Politik, die für diese Welt ungeeignet ist», schrieb Zuckerberg in dem Text.

Sein Vorstoss kam wenige Tage vor der erwarteten Vorstellung einer Gesetzesvorlage zur Einwanderungspolitik, die von einer Gruppe von Senatoren beider grosser US-Parteien ausgearbeitet wurde und ähnliche Ziele beinhaltet wie Zuckerbergs Initiative. Der Facebook-Chef forderte in dem Artikel eine «umfassende Einwanderungsreform, die mit einer effektiven Grenzsicherung beginnt, einen Pfad zur Staatsbürgerschaft ermöglicht und uns hilft, die talentiertesten und fleissigsten Menschen anzuziehen - egal, wo sie geboren wurden».

Zuckerberg will mehr Mathe an den Schulen

Gleichzeitig verlangte Zuckerberg höhere Standards an Schulen und mehr Augenmerk auf den Wissenschafts- und Mathematik-Unterricht. Die heutige Wirtschaft basiere auf Ideen und Wissen, schrieb der 28-jährige Harvard-Abbrecher, und unterscheide sich sehr von der Wirtschaft des 20. Jahrhunderts, die auf natürlichen Rohstoffen, Industriemaschinen und körperlicher Arbeit beruhte.

Hinter der Gruppierung stehen auch LinkedIn-Chef Reid Hoffman, die Risikokapital-Anleger John Doerr and Jim Breyer sowie Ruchi Sanghvi vom Online-Speicherdienst Dropbox. Sanghvi war einst die erste weibliche Ingenieurin bei Facebook. Als Präsident und Gründer von «Fwd.us» fungiert Joe Green, Gründer des sozialen Netzwerkes Causes.com.

Zu den Unterstützern der Plattform zählen unter anderem der Verwaltungsratsvorsitzende von Google, Eric Schmidt, Netflix-Chef Reed Hastings und die Yahoo-Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer.

(owi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Studi am 12.04.2013 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Ingenieure

    Allein in der Schweiz fehlen in den nächsten fünf Jahren 20'000 Softwareentwickler habe ich gelesen. Und was wird stattdessen ausgebildet? Jedenfalls keine solchen Leute. Das ist schade. Es ist geradezu dumm sogar.

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  • Martin am 12.04.2013 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Der soll sich um FB kümmern

    Von Politik hat der so viel Ahnung, wie die Linken bei uns; gar keine! Er würde sich lieber um FB kümmern, als um "Einwanderung" oder so was.

  • Ben am 12.04.2013 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch wir Schweizer..

    Auch wir sollten unser Bildungssystem überdenken. Vor allem Mathematik, Informatik und Physik kommen viel zu kurz in der Schweiz. Ausserdem werden erst an der Uni technische Fächer gelehrt, vorher ist alles auf zukünftige Sprachwissenschaftler und Floristen ausgerichtet..

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.S. am 13.04.2013 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hab's! (Wickie von den Wickingern)

    Ich hab die Antwort für dieses Problem. Auch schon mit mehreren wichtigen Leuten angeschaut aber alle wollten nichts davon wissen. Meine Meinung; die wollen die Probleme nicht lösen, es ist gut wie es ist. - Afrika hungert weiter (obwohl genug da ist für alle) - Kluft zwischen Reichen und Armen steigt weiter - Frauenquoten in Aufsichtsräte - Demokratie / Diktatur = wo ist heute noch ein Unterschied? - Manipulation von Wahlen, Zahlen, Gefahren und Währungen Man(n) kann alles ändern, wenn man will!

  • Sontürk am 13.04.2013 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleib mal ganz ruhig Herr Zuckerberg

    Zuckerberg sollte zuerst seine internen Sorgen lösen wie Beispielsweise Mobbing zwischen Facebook-Usern, diese sind wesentlich gröbere Probleme die zu Debatten führen sollten. Also bleib in deinem Rahmen und löse deine eigenen sozial-politischen Anforderungen gegenüber Menschen die unter deiner Verantwortung stehen.

    • Chrigu am 13.04.2013 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Sontürk

      Es ist wohl kaum das Problem von Zuckerberg, wenn sich weniger intelligente Menschen - hauptsächlich Teenager aus weniger wohlhabenden Familien - auf Facebook mobben. Das passiert auch in der Schule und an anderen Orten ebenso. Dieses Problem ist ein gesellschaftliches, welches die Eltern der entsprechenden Kindern zu regeln haben (hätten)! Doch meist wissen nicht einmal mehr die Eltern, was Recht & Anstand bedeutet. Traurige Entwicklung.

    • Sontürk am 13.04.2013 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die Realität

      Ihre Meinung Stimmt natürlich, Aber er dient dazu bei, dass solche Mobbings stattfinden und kümmert sich gar nicht darum.Ich finde eine Thematisierung bzw. Diskussionen solcher Gesellschaftlichen Probleme deren Aussmass erst in ein paar Jahren eskalieren wird ist sehr Notwendig. Diesen Herren ist der Zustand der einfachen Menschen gleichgültig, ihnen geht es um Profit und Cyber-Weltmacht in dem Wir unbewusst eingebunden und vergiftet sind.

    • Dallas am 13.04.2013 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      Geschichte nicht im nachhinein ändern.

      @Chrigu. Meinten sie aus wohlhabenden Familien? Bei wohlhabenden Familien ist das Mobbing entstanden und nicht umgekehrt.

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  • Rüstbrettli am 13.04.2013 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nur ein Klischee?

    Sehr viele sind der Meinung, wenn du eine gute Beziehung willst, dann lasse dich wenn möglich nicht in eine Beziehung mit einer Person aus der IT-Branche ein.

  • Studi am 12.04.2013 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Ingenieure

    Allein in der Schweiz fehlen in den nächsten fünf Jahren 20'000 Softwareentwickler habe ich gelesen. Und was wird stattdessen ausgebildet? Jedenfalls keine solchen Leute. Das ist schade. Es ist geradezu dumm sogar.

    • Mussa Rojic am 13.04.2013 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es werden leider Schweizer bevorzugt.

      Bewirbt man sich mit einem 5,5 Schnitt kriegt man als Antwort: tut uns leid blablabla besseren gefunden zu hören Ich - Kroate - 5,5 Schnitt - absage Freund - Schweizer - 4,5 schnitt - zusage

    • Lehrling am 13.04.2013 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      alle wollen eine KV-Lehre

      Alle wollen eine KV-Lehre statt eine Informatik-/FaGe-/Pharmaassisten-/Zeichner-Lehre usw.... wie Schade....

    • p.l. am 13.04.2013 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mussa

      es ist absolut verständlich, dass in der schweiz auch schweizer bevorzugt werden.

    • Chrigu am 13.04.2013 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Mussa

      Wetten, in Kroatien würde ein Kroate bevorzug werden, anstelle eines Schweizers? ;-)

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  • GF am 12.04.2013 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zuckerberg

    der typ hat schon facebook erfunden ist das nicht schon genug was er der Menschheit angetan hat

    • Flo am 13.04.2013 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Der gehört gestoppt und zwar so schnell als möglich! Seine ideen richten mehr schaden an als diktatoren!

    • Chv am 14.04.2013 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @GF

      Genau. Sieht aus wie ein römischer Kaiser auf den antiken Münzen. Und auch das Römische Reich ging unter.

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