20 Dollar pro Foto

11. Juni 2012 17:10; Akt: 05.07.2012 13:39 Print

Kopfgeld auf Mark Zuckerberg ausgesetzt

Der US-Blog «Gizmodo» hat dem Facebook-Chef den Krieg erklärt. Wer einen privaten Schnappschuss einreicht, erhält Geld. Die Begründung: Zuckerberg glaube nicht an die Privatsphäre.

Ein YouTube-Video von Ende Mai: Der Facebook-Gründer soll in seinen Flitterwochen in Italien an einem einfachen Geldautomaten gescheitert sein. (Quelle: doompace)
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«Gizmodo» - einer der weltgrössten Technologie-Blogs - will das private Leben des Facebook-Gründers öffentlich machen. Die Leser sollen dem US-Medium Schnappschüsse von Mark Zuckerberg schicken, die ihn abseits der Weltbühnen zeigen - möglichst privat. Als Belohnung für jedes aktuelle Bild winken 20 US-Dollar, wie aus einem am 7. Juni veröffentlichten Aufruf hervorgeht.

Begründet wird die Foto-Hetzjagd mit der widersprüchlichen Haltung des Facebook-Chefs in Sachen Privatsphäre. Für jemanden, der nicht an die Privatsphäre glaube, sei Zuckerberg furchtbar zurückhaltend, kritisiert Gizmodo. Und spielt damit auf die spärlichen Informationen an, die der 28-Jährige im Internet über sich preisgibt.

Facebooks Geschäftsmodell basiere darauf, dass private Informationen und Erlebtes öffentlich geteilt würden, argumentiert Gizmodo. Wenn der Facebook-Chef mit der Privatsphäre der Nutzer (Werbe-)Geld verdiene, dann sei es nichts als fair, wenn die Nutzer auch etwas von Zuckerbergs Privatsphäre erhielten.

Von Paparazzi gejagt

Die Gizmodo-Aktion unter dem Slogan «Summer of Zuck» hat bereits heftige Reaktionen ausgelöst in den USA. Konkurrenten wie Techcrunch bezeichnen den Aufruf nicht nur als «verrückt und dumm», sondern auch als gefährlich. Tatsächlich ist Zuckerberg nicht gerade klagefaul, wenn es um den Ruf seines Unternehmens geht. Ein anderer US-Kommentator meint, Zuckerberg werde auch so schon genug von den Paparazzi gejagt.

Dass sich Zuckerberg kaum unbemerkt in der Öffentlichkeit bewegen kann, zeigt ein heimlich gedrehtes Amateur-Video von seiner Hochzeitsreise in Italien. Als der Facebook-Chef kurze Zeit vor einem Geldautomaten verweilte, machten schnell Meldungen die Runde, er könne den Bankomaten nicht bedienen.

Gizmodo legt sich nicht zum ersten Mal mit einem mächtigen IT-Konzern an. Als 2010 ein Apple-Mitarbeiter in einer Bar in Kalifornien einen iPhone-Prototypen verlor, erhielt das US-Medium den Zuschlag - für 5000 US-Dollar. Allerdings sind die Umstände des Deals bis heute nicht restlos geklärt.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nelson M am 11.06.2012 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    dumm

    Eigentlich macht Zuckerberg ja genau vor, dass man nur Informationen veröffentlichen soll, die man der Öffentlichkeit zugänglich machen will. Mittlerweilen weiss ja jeder, dass Infos auf facebook weiterverwendet werden. Habe deshalb ähnlich wenig Verständnis für Beschwerden, wie bei Leuten die am Handy im Zug ihr ganzes Liebesleben ausbreiten. Auch die sind selbst schuld, wenn alle zuhören.

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  • Niro am 11.06.2012 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Spiess Umdrehen

    Gute Idee - wenn auch nicht konfortabel für Zuckerberg. Aber mit dem Geld, das er mit Facebook macht, wird er sich soweit trösten und von Juristen vertreten lassen können. Mein Vorschlag wäre jetzt, dass es einen vergleichbaren Aufruf für die Verantwortlichen von Google gibt, vielleicht, dass diejenigen Geld bekommen, die es schaffen, einmal den Spiess umzudrehen und diese Leute auszuspionieren... Es müssen zur Belohnung ja auch nicht gleich die Millionen sein, die Google mit seinen Geschäften mit persönlichen Daten macht.

  • andrea katirci am 11.06.2012 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zuckerberg

    find ich eind ziemlich einfaeltige idee. facebook ist freiwillig, das kopfgeld auf ein foto von mark zuckerberg ist reiner machtmissbrauch und zwang. also gut argumentiert und verkauft, jedoch ist es ein akt von gewalt. heute ein foto und morgen den kopf. warum sieht niemand hinter das spiel....?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heimberger am 12.06.2012 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Facebook

    Bin in keinem sozialen Netzwerk und habe trotzdem einen wertvollen Freundeskreis.

  • Anni am 12.06.2012 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In anderen Worten:

    Wir sollen Zuckerberg hetzen, weil wir freiwillig unser Privatleben an die Pinwand kleben? Verstehe ich jetzt nicht. Ich will ab sofort wissen, was der Coop-Chef einkauft, schliesslich hat mein Einkaufswägeli keine Sichtschutzwände...

    • Zumi am 12.06.2012 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Herrlicher Vergleich

      Besser kann mans nicht ausdrücken :-) wem fb nicht passt soll sich nicht anmelden. Alles freiwillig.

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  • Sonia BL am 12.06.2012 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bis was passiert oder was??!!!

    Also niemand hat zuckerli als dumm bezeichnet! Im tg1 video wird lediglich gesagt dass er kein Geld aus dem automaten entziehen konnte weil es defekt war ( passanten sagten es ihm weils nicht angeschrieben war)und er somit ohne geld für eine weile unterwegs. Ja klar macht alle mit , mit der foto aktion habt ja gesehen was mit princess Diana passiert ist! Voll bescheuerte sache leute aufeinander hetzen !!!! Macht mich wütend! Wer facebook nicht will solls lassen. Fertig. Dann hat jeder seine privatsphäre garantiert.

  • Abraham am 11.06.2012 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20$

    Für 20$ würd ich mir nicht mal die Mühe machen mein Handy rauszunehmen...

  • T. Wiederkehr am 11.06.2012 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hr. Zuckerberg ist lediglich ehrlich

    a) Ist die Privatsphäre durch Sateliten, Internet u. ä. Technologien in einer nicht heilen Welt wie dieser nun wirklich unglaubwürdig. b) Ob die Aufhebung der Privatsphäre in kaum spührbarer Form durch Sateliten etc. gut oder schlecht ist, darüber lässt sich ernsthaft und tiefgründig streiten. Sicherheit vs. Machtsmissbrauch etc. c) Bedauerlich finde ich wenn die Observanz durch Paparazzi rein spührbar betrachtet in einem weitaus einschneidenderen Akt von statten geht. d) Man sollte Hr. Z. für seinen Dienst Fb. dankbar sein!