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07. März 2011 11:52; Akt: 07.03.2011 12:32 Print

Google löscht Spy-Apps

Google hat die Notbremse gezogen und ist daran, per Fernzugriff bösartige Apps von den Smartphones ihrer Kunden zu löschen. Gleichzeitig fordert der Zürcher Datenschützer ein App-Gesetz.

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Über 260 000 Mal wurden die bösartigen Android-Apps heruntergeladen. Google ist daran, sie auszulöschen.

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In Googles Android Market haben sich mit Schadcode verseuchte Apps eingeschlichen (20 Minuten Online berichtete). Unbekannte hatten diese mittels eines Backdoors so modifiziert, dass weiterer Schadcode nachgeladen werden kann. Dadurch laufen die betroffenen Nutzer Gefahr, dass sie heimlich ausspioniert werden.

Wenige Minuten nachdem Google die bösartigen Apps identifiziert hatte, wurden sie aus dem Android Market entfernt, versichert Google auf einem offiziellen Unternehmensblog. Insgesamt sollen 58 Applikationen mit der Schadsoftware DroidDream infiziert gewesen sein. Sie wurden gemäss dem österreichischen Newsportal Standard.at weltweit über 260 000-mal aus dem Android Market heruntergeladen.

Schadensbegrenzung per Fernzugriff

Die betroffenen User werden von Google per E-Mail informiert, dass die verseuchten Apps per Fernzugriff von dem Gerät gelöscht worden sind. Zusätzlich wird das «Android Market Security Tool March 2011» installiert, mit dem das installierte Backdoor vollständig entfernt werden soll. Laut Blogeintrag waren Smartphones mit Android 2.2.2 und höher nicht gefährdet. Google hat angekündigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im Android Market weiter ausgebaut werden, damit Attacken dieser Art künftig verhindert werden können. Wie die Massnahmen konkret aussehen sollen, wurde allerdings nicht kommuniziert.

Der User ist der Filter

Im Gegensatz zu Apples App Store werden die in den Android Market hochgeladenen Applikationen nicht per Review-Prozess überprüft. Sie werden erst genauer unter die Lupe genommen, wenn User sich darüber beschweren. Im Juni 2010 hatte Google erstmals die Fernbedienung betätigt und zwei Apps gelöscht.

Datenschützer fordert App-Gesetz

Gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» sagte Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich, dass es eine Gesetzesänderung für App-Betreiber brauche. Grund für die Kritik sind App-Anbieter, die datenschutzwidrig persönliche Daten der Nutzer sammeln. Problematisch sei etwa die in der Schweiz beliebte Gratis-App Viber, mit der man kostenlos telefonieren könne. «Viber saugt das ganze Telefonbuch ab und bewahrt die Daten zu den Telefonverbindungen 30 Monate lang auf», so Baeriswyl. «Was mit diesen Daten passiert, ist völlig intransparent.»

(mbu)