Google

05. Dezember 2014 14:53; Akt: 05.12.2014 15:03 Print

2015 kommt das kinderfreundliche Internet

von Philipp Stirnemann - Suchmaschinen-Riese Google arbeitet an einer kindgerechten Version des Webbrowsers Chrome. Auch auf Youtube sollen Minderjährige künftig besser geschützt werden.

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Google will nächstes Jahr Produkte wie den Chrome-Browser oder Youtube kinderfreundlicher machen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Ein auf Kinder zugeschnittenes Internet – daran arbeitet Google derzeit mit Hochdruck. Der Internet-Gigant zielt dabei vor allem auf die Zielgruppe der Unter-13-Jährigen ab, wie die Zeitung «USA Today» meldet. Gemäss Pavni Diwanji, Vizepräsidentin der Entwicklungssparte bei Google, sollen die auf junge Nutzer zugeschnittenen Produkte nächstes Jahr lanciert werden. Sie sollen Kindern helfen, «mehr als nur Tech-Konsumenten zu sein, nämlich auch Entwickler».

Unklar ist derzeit noch, wie diese U-13-Produkte funktionieren werden, aber sie könnten zumindest anders dargestellt werden als ihre Pendants für Erwachsene. Möglich ist auch, dass Jugendliche beim Surfen mit dem Chrome-Browser andere Inhalte angezeigt bekommen als Volljährige. Startet ein Kind beispielsweise eine Google-Suche mit dem Begriff «Zug», soll ihm die Suchmaschine als Ergebnisse nicht etwa SBB-Fahrpläne oder dergleichen ausspucken, sondern Themen, die Kinder interessieren (wie etwa die Kinderserie «Thomas und seine Freunde»). «Wir wollen Verantwortung übernehmen und Eltern die richtigen Werkzeuge in die Hand geben, damit sie ihre Kinder bei der Nutzung unserer Produkte beaufsichtigen können», so Diwanji.

«Filter und kindergerechte Angebote können Ergänzungen sein»

Für Partic Raemy von Pro Juventute machen Googles Pläne zur Etablierung eines kinderfreundlichen Internets Sinn: «Kinder sind, wie wir jetzt gerade wieder zur Weihnachtszeit sehen, eine beliebte Zielgruppe für werbetreibende Unternehmen. Es macht also Sinn, Treffer bei Suchmaschinen und Inhalte in Aggregaten (wie Youtube) kinderfreundlicher zu selektieren», so der Medienpädagoge. Dabei gelte es allerdings, Sicherheitslücken und die richtige Selektion zu berücksichtigen.

Und wie soll Google bei der Umsetzung seiner Pläne vorgehen? «Wichtig ist, Inhalte zu selektieren, aktiv auf Risiken hinzuweisen, AGBs leserlich zu gestalten, Nutzeroberflächen anzupassen und kindergerechte Werbung anzuzeigen.» Zudem müssten Kinder und Eltern einen Weg finden, gemeinsam das Internet zu entdecken, «mit all seinen schönen, nützlichen Seiten, aber auch mit seinen Abgründen und Risiken», meint Raemy. Er sieht Eltern und Schule in der Pflicht, wenn es um die medienerzieherische Begleitung der Kinder geht. «Filter und kindergerechte Angebote im Netz können hierbei Ergänzungen sein», so der Medienpädagoge.

Mit dem Engagement für ein sichereres Internet für Kinder ist Google übrigens nicht allein. Apple hat diesen Herbst mit Family Sharing eine familienfreundliche Apple-ID vorgestellt. Mit dem Apple-Familien-Konto können Kinder nicht mehr unbemerkt Apps im Onlinestore kaufen und herunterladen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Borri am 05.12.2014 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Internet

    Wird niemals kinderfreundlich sein.

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  • A.M. am 05.12.2014 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    *facepalm*

  • David am 05.12.2014 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Dient doch nur dazu,

    die Leute noch früher zu Google-Datenstriptease-Zombies zu erziehen. Die Funktion ist die gleiche: Google lockt die Leute mit ein paar netten Gratisdiensten und dann greifen sie die Daten ab und nutze sie für ihre Zwecke. Wenn man sich anschaut, was Google damit verdient wird auch gleich klar, dass die Leute diese Daten UNTER WERT verkaufen - sonst würde Google nicht solche fetten Gewinne einstreichen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • kurt am 06.12.2014 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnis "Technologie"

    computer-technologie dürfte erst von menschen genutzt werden deren charakter und sozialkompetenz ausgereift ist. ist dies nicht der fall führt die nutzung nur zu verdummung, unselbstständigkeit und soziopathie. oder etwas diplomatischer ausgedrückt sollte der mensch vor dem bildschirm fähig sein die informationen auf dem bildschirm für sich zu nutzen und nicht umgekehrt. technologie ist toll - wenn man versteht sie so zu nutzen das sie einen nicht benutzt.

  • Chrome Never Ever am 06.12.2014 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Google und kinderfreundlich?

    Ja, aber nur damit Google an die Daten kommt!

  • Thomas Jordi am 06.12.2014 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plural?

    Es heisst AGB und nicht AGBs.

  • FinanzCoach Investapedia am 06.12.2014 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig und gefährlich

    Kinder verlieren mit der besseren Technologie den Kontakt mit der Realität. In der Natur spielen (Sport, gesunder Körper), Menschen in die Augen schauen & kommunzieren statt Skype & Facebook (Menschenkenntnis, REALES soziales Netzwerk auf und ausbauen), basteln statt Angry Birds (handwerkliches Geschick), Bücher lesen (Sachverhalte ordnen und kritisch beurteilen, sich eigene Meinung bilden, Bilder und Phantasie fördern), Umgang mit Geld beibringen statt unnötige Apps kaufen. Die Kids sind unsere Lehrer von Morgen!

  • Dani B. am 05.12.2014 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    ich habe den Verdacht,...

    ...dass wenn man diesen Filter mit einem Werbefilter kombiniert, man rein gar keine Anzeige bekommt. Kinder sind die (XXX)-Konsumenten von Morgen. Man kann sie gezielt kondizionieren. Z.Bsp. wird Ariana Grande immer mehr zum "sexy" Objekt.

    • hizo am 05.12.2014 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      schule altmodisch

      das schulsystem hat es, soweit ich weiss, immer noch hingekriegt in der schule ein informatik fach einzuführen. wenn sie dann von den lieben mamis und papis ein smartphone bekommen, sind sie auf sich allein gestellt...das kann nicht gut kommen. das sind dann u.a solche leute die auf ein pop up klicken und sich registrieren wo gesagt wird man habe jetzt einfach aus dem nichts 5000chf gewonnen.

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