3-D-Smartphone

25. Juli 2014 17:44; Akt: 25.07.2014 17:44 Print

ETH baut mit Google am Zukunfts-Handy

Die ETH will Googles 3-D-Handy entwickeln. Dieses soll mittels Sensoren die Umgebung scannen und den Benutzer mit Daten versorgen. Damit könnten etwa Blinde ihre Umwelt «sehen».

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Google will ein Smartphone bauen, das immer genau weiss, wo es ist. Dank 3-D-Karten, die mit Sensoren erstellt werden, kann es sogar in Innenräumen navigieren. «Project Tango» soll schon in einem Jahr marktreif sein. Auch dank der Unterstützung der ETH Zürich (20min.ch berichtete).

Das 3-D-Smartphone soll wie der Mensch ein dreidimensionales Bild herstellen und sich darin bewegen können. Dazu soll die beste Technologie aus Robotik und digitaler Bildverarbeitung im Gerät vereint werden. Führend in diesen Forschungsfeldern sind die ETH-Professoren Marc Pollefeys und Roland Siegwart sowie ihre Mitarbeiter. «Die gleiche Technik braucht man auch für mobile Roboter: Sie müssen wissen, wo sie sind, und einen Plan der Umgebung haben», erklärt Siegwart.

Der Google-Prototyp enthält neben den üblichen Drehraten- und Beschleunigungssensoren eine zusätzliche Kamera, die räumliches Sehen ermöglicht, und eine Infrarotquelle. Diese projiziert ein für das menschliche Auge unsichtbares Raster auf die Umgebung. Die Kamera zeichnet es auf, und die Software errechnet daraus detaillierte Rauminformationen.

Virtuelle Sehhilfe für Blinde

Mit rund 250'000 3-D-Aufzeichnungen pro Sekunde registriert das Gerät alle seine Bewegungen sowie seine Umgebung und fertigt auf diese Weise ein vollständiges 3-D-Modell seiner Umwelt an, so die Idee. Dies ermöglicht eine GPS-ähnliche Navigation sogar in Innenräumen, wo das Satellitensystem nicht funktioniert.

Eine Unzahl von Anwendungen in Form von Apps ist mit dieser Technologie denkbar:
• Sehbehinderte könnten damit Hindernissen ausweichen.
• Beim Möbelkauf könnte man im Laden Sofas oder Schränke virtuell in die eigene Wohung stellen.
• Den Onlinekauf von Kleidern könnte eine 3D-Messung vereinfachen.
• Auch für Games wären neue Anwendungen denkbar.

Noch gelingt es dem Gerät nicht immer, eine einzige, gut abgestimmte 3-D-Karte zu erstellen. Daran tüfteln nun die ETH-Wissenschaftler.

Fragen zum Datenschutz

Das Know-how, um aus visueller Information geometrische Raumdaten zu gewinnen, haben die Forscher in früheren Projekten gewonnen. Dazu gehören Flugroboter, die dank Kameras autonom fliegen und sich im Raum orientieren, das führerlose Parkieren von Elektroautos an der Ladestation und eine App, mit der das Smartphone dreidimensionale Objekte einscannen kann.

Googles Pläne, das 3-D-Smartphone nächstes Jahr auf den Markt zu bringen, hält Siegwart für machbar. Die Frage sei, wie gut die 3-D-Karte dann bereits berechnet werden könne. Danach sind dann die App-Programmierer dran, um ihrer Fantasie für Anwendungen freien Lauf zu lassen.

Neue Fragen dürfte indes der Datenschutz aufwerfen, wenn Abertausende 3-D-Modelle von privaten und öffentlichen Innenräumen aufgezeichnet werden. Doch kontrolliere vor allem der Nutzer selbst, was er in die Welt hinausschickt, sagt der Robotiker. «Es ist aber zu raten, vorsichtig damit umzugehen.»

(zum/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 25.07.2014 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Microsoft hat etwas sehr ähnliches schon im Testbetrieb in England.

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  • mr. calamares am 25.07.2014 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    augen auf

    endlich mal eine firma die innovationen schaffe will und nicht nur von anderen ideen klaut und dann noch so tut als wären sie die besten... apple liefert ja seit jahren nichts mehr innovatives . google gehört die zukunft seht das ein

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  • fred am 25.07.2014 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verbesserung

    ihr hättet schreiben sollen: den benutzer UND GOOGLE mit Daten versorgen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • User Chris am 28.07.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Neu noch 3D-Daten von überall

    Witzig, neben all den bereits vorhandenen Daten wird Google & Co. dann noch in den Besitz von 3D-Modelldaten kommen. Sei es von Zuhause, von der Arbeit oder von sonst wo. Neben GoogleStreet wird man bald also auch jedes Gebäude auf der Welt in 3D anschauen können, inkl. Innenansichten! Auch super nützlich für Einbrecherbanden & Co.! ;-)

  • Glas Klar am 27.07.2014 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso so aufgeregt?

    so wie ich es aus dem Video vernommen habe, handelt es sich um open-Source Technologie. also ist es eine grossartige Innovation! falls ihr Google nicht traut, dann besorgt euch doch ein Device der Konkurrenz. diese wird nicht lange auf sich warten lassen.

  • Theodoro am 27.07.2014 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Oma

    Meine Oma wusste auch ohne Smartphone, wo sie sich befand.

  • Der Meier am 26.07.2014 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Das Tolle an dieser Technologie ist doch, dass Google dann immer und jederzeit ganz genau weiss wo wir sind.

  • Ein Bürger am 25.07.2014 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder für Google???

    Die ETH wird grösstenteils durch Steuergelder finanziert. Und diese Gelder werden jetzt dem grössten Abzocker aller Zeiten geschenkt...???

    • Peter Frei am 25.07.2014 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Erst nachdenken, dann ...

      Ich hab noch nie etwas für eine Google-Suche bezahlt, Sie etwa schon? Und kommen Sie nicht mit Informationen sammeln! Wenn Sie das nicht erwünschen venutzen Sie doch eine andere "vertrauenswürdigere" Suche. Übrigens kann auch die ETH von so einem Deal profitieren und Ihr Portemonaie schützen.

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