«Recht auf Vergessen»

25. Juli 2014 15:17; Akt: 25.07.2014 15:47 Print

Google erfüllt jeden zweiten Löschantrag

Bis Mitte Juli hat Google 91'000 Löschanträge erhalten. Bis jetzt hat der Konzern 30 Prozent der Anfragen abgelehnt. Bei 15 Prozent müssen Internet-Nutzer zusätzliche Informationen liefern.

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91'000 Löschanträge sind bei Google eingegangen. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Google erfüllt gut die Hälfte der Anträge von Europäern zur Löschung von Suchergebnissen aus ihrer Vergangenheit. Etwa 30 Prozent der Anfragen seien dagegen abgelehnt worden, sagte ein Google-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Freitag und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

In rund 15 Prozent der Fälle habe man die Internet-Nutzer um zusätzliche Informationen gebeten. Google erhielt nach eigenen Angaben bis Mitte Juli insgesamt 91'000 Anträge zur Entfernung von 328'000 Links aus Suchergebnissen.

Der Internet-Konzern macht keine Angaben dazu, wie viele der Anträge bereits abgearbeitet wurden. Google nannte die neuen Zahlen zum Stichtag 18. Juli am Donnerstag bei einem Treffen mit europäischen Datenschützern in Brüssel.

Unangenehme Dinge aus Netz verschwinden lassen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen.

Die Informationen selbst müssen von den Urhebern nicht entfernt werden. Nur die Verweise auf die Inhalte tauchen dann nicht mehr in der Google-Suche auf. Es geht um Informationen, die nicht mehr relevant sind oder das Recht auf Privatsphäre verletzen.

Gelöscht werden nur Links in Google-Diensten in den 28 EU-Ländern sowie Island, Norwegen, Lichtenstein und der Schweiz - nicht aber etwa in der Domain «Google.com».

Kritik von Datenschützern

Aus dem Lager der Datenschützer gab es zuletzt Kritik daran, wie Google das Urteil umsetzt. Sie stossen sich zum einen daran, dass der Internet-Konzern die Urheber, etwa Medien, über die Löschung der Links informiert. Dadurch wurden mehrere Personen, die Links aus den Google-Ergebnissen entfernen liessen, in den vergangenen Wochen öffentlich genannt.

Google will an dem Vorgehen festhalten, weil dies aus Sicht des Konzerns einer Balance zwischen dem Recht auf Privatsphäre und dem öffentlichen Interesse an Informationen hilft.

Zudem fordern Datenschützer, dass die Suchergebnisse nicht nur auf europäischen Google-Seiten, sondern auch bei Google.com angepasst werden. Google sieht sich dazu von dem EuGH-Urteil nicht verpflichtet.

Google schaltete Ende Mai ein Online-Formular frei, über das man die Löschung der Links beantragen kann. Microsoft folgte vergangene Woche mit einem Löschformular für seine Suchmaschine Bing.

(sda)