Datenschutz

08. März 2011 16:35; Akt: 08.03.2011 19:07 Print

Google kämpft gegen mehr Rechte der User

Spanien will es seinen Bürgern ermöglichen, persönliche Informationen bei Suchmaschinen zu löschen. Google weigert sich - entscheiden müssen die Gerichte.

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Regulierungsbehörde gegen Suchmaschine: Google soll persönliche Informationen aus dem Suchindex entfernen.

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Google droht ein weiteres juristisches Tauziehen. In Spanien wird die Suchmaschine mit rund 80 Aufforderungen der Regulierungsbehörde Comisión del Mercado de las Telecomunicaciones (CMT) konfrontiert, Informationen über Personen aus seinem Suchindex zu streichen. Google wolle gegen die meisten Aufforderungen juristisch vorgehen, schreibt das Tech-Portal heise.de und bezieht sich dabei auf das Wall Street Journal.

Schönheitschirurg klagt

Einer der rund 80 Kläger ist ein spanischer Schönheitschirurg, der in einem Artikel der Zeitung «El País» erwähnt wird. Der bereits im Jahr 1991 erschiene Artikel berichtet von einer 21 Jahre alten Frau, die sich bei dem Arzt einer Brust-Operation unterzogen hatte und nach Komplikationen rund vier Millionen Franken Schadenersatz forderte. Unklar ist, ob die Frau Geld erhalten hat. Der Arzt hat nun das Problem, dass der Artikel bei Google auf der ersten Ergebnisseite erscheint, wenn man nach seinem Namen sucht. Er hat sich daher an die Regulierungsbehörde gewandt, damit diese bei Google interveniert.

Das «Recht auf Vergessen»

Anscheinend sind bereits im Januar die ersten fünf Beschwerden vor einem spanischen Gericht angehört worden. Zu einer Entscheidung sei es bislang noch nicht gekommen, doch nun erwäge das Gericht, die Angelegenheit dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaft in Luxemburg zu übergeben. Bei Google begrüsst man diesen Schritt offenbar. So würde geklärt, ob die spanische Regulierungsbehörde ihre Kompetenzen überschritten habe.

Die Regulierungsbehörde stellt sich auf den Standpunkt, dass die Prinzipien der Pressefreiheit auf Zeitungen und ähnliche Medien anzuwenden seien, nicht aber auf Internet-Suchmaschinen. Wenn eine Suchanfrage bei Google dazu führen kann, dass viele persönliche Informationen über einen Menschen zu Tage kommen, müsse dieser das Recht haben, die Einträge zu entfernen.

Google spricht von Zensur

Google sieht in der Entfernung persönlicher Daten eine Form der Zensur und lehnt solche Forderungen in aller Regel ab, obwohl die Löschung technisch kein Problem wäre.

Wie heise.de weiter meldet, lässt die EU-Justizkommissarin Viviane Reding derzeit die bestehende Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995 überprüfen. Angesichts der auch in der Schweiz laufenden Debatte um Googles Kartendienst Street View, hat die Kommissarin Zweifel, dass das Datenschutz-Gesetz noch zeitgemäss ist. Ziel sei es, dass Internet-Nutzer mehr Kontrolle über ihre privaten Daten im Netz bekommen und diese einfach löschen können. Entspricht der Gerichtshof dem Ansinnen der spanischen Reguliergungsbehörde, könnte dies weitreichende Konsequenzen für Google und alle anderen Suchmaschinen-Betreiber haben, da vermutlich nicht wenige Menschen gewisse persönliche Informationen aus dem Netz entfernt haben möchten.

(owi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aizen am 09.03.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    So geht's

    Wer sicher sein will soll weg vom Internet bleiben.

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  • Mike Schwede am 08.03.2011 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Willkürliche Zensur? Das wäre das Ende des offenen

    Das wäre alles willkürliche Zensur. Wo fängt das an, wo hört das auf? Jeder muss das als Teil seiner nicht perfekten Realität akzeptieren. eine abstruse Forderung von diesem Chirurg. Der Fall zeigt, das viele das Internet noch nicht begriffen haben. Thema: Medienkompetenz.

  • Internet am 09.03.2011 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Persönliche Daten?

    Google kann nur Daten finden, welche man selbst im Internet gestreut hat. Wenn man überall seine Persönlichen Daten "rumstreut" ist man selbst schuld...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bachsau am 11.03.2011 05:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Googles Ding

    Das ist der komplett falsche Weg. Google ist eine Suchmaschine und darf Inhalte finden! Ich finde auch, das Internet sollte hin und wieder "vergessen". Man muss dazu aber die Anbieter verpflichten, ob Presse oder nicht.

  • Aizen am 09.03.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    So geht's

    Wer sicher sein will soll weg vom Internet bleiben.

    • Suny am 09.03.2011 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      Scherzkeks

      Den Müll schreibt ja wohl kaum einer selbst...

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  • jajajanerd am 09.03.2011 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Google ist eine Datenkrake, aber nicht nur!

    Eigentlich ist mir Google symphathisch. Eine innovative (nicht apfel/pseudoinnovative) Firma mit vielen guten Ideen. Allerdings ist ihre Politik in Sachen Datenschutz teilweise doch recht... befremdend. Schade, dass das die positiven Seiten Googles in den Hintergrund verdrängt. Immerhin gibt es keine Firma, mit der das Web 2.0 auch nur annähernd so stark identifiziert wird, wie der Suchmaschinenkonzern/Softwareentwickler/Hoster/Androidschöpfer/Autoentwickler/Forschungsstandort Google, welcher dazu noch als Grossfirma Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Und zwar unter gar paradiesischen Bedingu

  • Internet am 09.03.2011 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Persönliche Daten?

    Google kann nur Daten finden, welche man selbst im Internet gestreut hat. Wenn man überall seine Persönlichen Daten "rumstreut" ist man selbst schuld...

    • Suny am 09.03.2011 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Vor wegen selber schuld...

      Schon mal was von schreiben gehört? Nicht jeder macht Copy Paste a la Guttenberg. Es gibt doch tatsächlich auch die Möglichkeit selbst irgendwelchen Mist über jemand anderes zu schreiben...

    • O. L. aus B. am 09.03.2011 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      ja ja

      Meiner meinung nach ist jeder selbst schuld der sich im internet auf seiten wie Facebook usw profilieren will und dann entsprechend bei Suchmaschienen verweise auf seine veröffentlichungen findet. Datenschutz fängt bei jedem selbst an. Desweiteren sind recherchen wie die in dem Artikel bezüglich des Artztes erwähnt sind von euserster Wichtig keit. Ich bezweifle dass einer von euch Kritikern sich von einem Artz mit schlechter Kritik behandeln lassen würde, zumal es bei einem relevanten Eingriff auch der letzte sein könnte.

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  • Markus am 09.03.2011 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Google ist ein Sicherheitsrisiko

    Entweder Google pariert oder die Seite wird landweit gesperrt, so einfach ist das!! Google entwickelt sich zum Sicherheitsrisiko und keiner will es einsehen. Ich bin schon lage der Meinung, dass ein User das recht hat gewisse Verweise auf Seiten die er nicht mag löschen zu lassen. Das hat mit seinen persönlichen Rechten zu tun.

    • Bachsau am 11.03.2011 05:44 Report Diesen Beitrag melden

      Die Anbieter verpflichten, nicht google.

      Die Anbieter verpflichten, nicht google.

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