Busse

21. März 2011 16:08; Akt: 21.03.2011 16:22 Print

100 000 Euro wegen Street View

Wegen des illegalen Abgreifens privater Daten ist Google erstmals zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach Frankreich steht auch in der Schweiz ein Urteil zum Datenschutz bevor.

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In Frankreich muss Google wegen Street View büssen. In der Schweiz steht ein Urteil betreffend Datenschutz aus. (Bild: Keystone)

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Die französische Datenschutzbehörde (CNIL) hat Google wegen dessen umstrittenen Dienstes Street View eine Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro auferlegt. Die am Montag verhängte Strafe ist die erste, die gegen Google wegen dessen Datensammlung für Street View verfügt wurde.

Die CNIL wirft dem Suchmaschinenanbieter vor, zwischen 2007 und 2010 mithilfe von mit Kameras ausgestatteten Autos private Daten aus drahtlosen Netzwerken gesammelt zu haben, darunter E-Mail- und Online-Banking-Daten. Bislang haben sich 30 Länder über das Datensammeln für den Dienst Google Street View beschwert. Neben Frankreich denken mindestens zwei weitere europäische Länder über Strafgelder gegen Google nach. Google hat angekündigt, die gesammelten privaten Daten zu löschen.

Bei Behörden entschuldigt

Auch in der Schweiz stand Google letzten Frühling wegen des Daten-Sammelns in der Kritik. Der Internetkonzern hat sich darauf bei den Behörden entschuldigt.

Googles Umgang mit Daten ist auch Gegenstand eines laufenden Verfahrens beim Bundesverwaltungsgericht. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür will gerichtlich erzwingen, dass Gesichter von Personen und Autonummern in Google Street View vollständig unkenntlich gemacht werden. Das Urteil steht aus.

(sda/ap)