«Auf gut Glück»

27. Juni 2015 22:27; Akt: 27.06.2015 22:27 Print

Der Knopf, der Google Millionen kostete

Es ist ein Relikt aus den frühen Anfangstagen von Google: Die Suche «Auf gut Glück». Das Überbleibsel hat den Konzern einiges an Geld gekostet.

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Der «Auf gut Glück»-Knopf auf Googles Startseite hat eine teure Vergangenheit. (Screenshot: Google)

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Er fällt kaum auf und die meisten Nutzer dürften ihn schon lange nicht mehr geklickt haben: Den «Auf gut Glück»-Knopf auf der Startseite der Suchmaschine Google. Anfangs hatte der Knopf eine einfache Funktion. Gab man einen Suchbegriff ein und drückte «Auf gut Glück», landete man ohne Umwege auf der ersten Website der Suchergebnisse.

Doch im Jahr 2010 führte Google die Funktion Instant Search ein. Seither bekommt man – vorausgesetzt der Computer ist schnell genug – bereits bei der Eingabe eines Suchbegriffs die ersten Resultat angezeigt. Sprich: Man hat gar keine Chance mehr, den Knopf auf die ursprünglich angedachte Weise zu nutzen. Drückt man ihn einfach so, landet man derzeit auf einer Übersicht der speziellen Google-Logos, den sogenannten Doodles.

Teure Vergangenheit

Einst sind Google wegen des Knopfs Millionen US-Dollar pro Jahr flöten gegangen. So schätzte im Jahr 2007 die damalige Such-Chefin Marissa Mayer, das ein Prozent aller Suchanfragen direkt mit dem «Auf gut Glück» auf einer Website landen. Dabei wurden keine Suchresultate – und somit auch keine Werbung angezeigt. Analysten schätzten, dass der Knopf damals den Konzern rund 100 Millionen US-Dollar gekostet hat – pro Jahr.

Mit einem Trick funktioniert die «Auf gut Glück»-Funktion aber auch heute noch: In den Sucheinstellungen (rechts unten auf Googles Startseite) kann die Instant-Suche deaktiviert werden.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • krass am 27.06.2015 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1% Nutzen --> 100 Millionen Verlust!!

    bei solchen Fallbeispielen wird erst bewusst, welche Größe ein solches Unternehmen besitzt und uns somit auch drastisch beeinflussen kann

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  • Ein besserer Analyst am 28.06.2015 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Opportunitätskosten

    Real - das heisst in der Erfolgsrechnung sichtbar - hat Google gar nichts verloren. Es handelt sich hierbei um Opportunitätskosten, also virtuelle Verluste bei was wäre wenn...

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  • P.H. am 27.06.2015 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Können

    Man kann immernoch problemlos nur Ergebnisse aus der Schweiz anzeigen, sofern man fähig ist den simplen Filter, der dazu da ist, zu benutzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • JW am 28.06.2015 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht wegnehmen?

    Gleich nach dem nächsten Update Entfernen. Wenn 99% der Internet User es nicht benutzen, würde ich diese Funktion einstellen.

  • And S. am 28.06.2015 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf gut Glück sollten

    Die Staaten dieser Erde Google und andere dazu bringen, mal wenigstens ansatzweise Steuern zu zahlen. Dann hätte auch die Allgemeinheit etwas von der Abschaffung des Bösen Buttons

  • Pascal Stürm am 28.06.2015 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Falsch. Es handelt sich dabei nicht um eine Nullrechnung, die zu einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung führt. Die Opportunitätskosten des Knopfes sind die entgangenen Werbeeinnahmen. Diese sind deutlich höher als die durch den Knopf generierten Einnahmen...

  • RG am 28.06.2015 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja schon aber

    Natürlich sind diese Kosten nicht in der ER sichtbar. Es sind auch nicht eigentliche Kosten, sondern nicht gemachter Gewinn. In der ER ist das nicht dasselbe, aber in der Realität ist es schon ziemlich ähnlich. Man spricht ja auch von Kosten, die durch Staus verursacht werden, da ist es genau dasselbe. Es gibt auch keiner Geld dafür aus, im Stau zu stehen. Aber in der Zeit, die man da verbraucht, könnte man für den Arbeitgeber Aufgaben erledigen.

  • Marius am 28.06.2015 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    Der Button ist zu 100% sinnfrei, genau so wie die ganze Startseite von Google auch. Seit einer halben Ewigkeit tippt man den Suchbegriff bei allen Browsern einfach in die Adressleiste und drückt Enter. Die Startseite von Google ist so überflüssig wie ein Kropf und deshalb ist auch völlig egal ob dieser Knopf funktioniert oder nicht er wurde nämlich praktisch gar nicht genutzt. Im übrigen hat Instant Search mit der Geschwindigkeit des Computers überhaupt gar nichts zu tun, wer schreibt denn so eine Quatsch.