In eigener Sache

13. Juli 2009 15:45; Akt: 13.07.2009 16:33 Print

Warnung vor 20-Minuten-Trittbrettfahrern

von Manuel Bühlmann - Seit dem vergangenen Wochenende wird von einem Unbekannten im AppStore für den Preis von 3.30 Franken eine Applikation mit dem Namen «20min.ch» angeboten. Auch die Namen zahlreicher anderer internationaler Newsportale werden missbraucht.

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20 Minuten Online ist seit dem 15. Juli 2008 mit einer eigenen Applikation im AppStore vertreten. Seither rangiert das Gratis-Programm auf Platz Eins der meistgeladenen Nachrichten-Apps der Schweiz. Von diesem Erfolg versuchen nun Trittbrettfahrer zu profitieren. Die Anwendung «20min.ch» ist nicht nur vom Titel her, sondern auch vom Logo unverkennbar an das Original angelehnt. Im Gegensatz zur Original-App fehlt allerdings die Möglichkeit, Videos und Bildstrecken anzuschauen, Radio zu hören oder der Redaktion direkt Bilder und Texte zukommen zu lassen.

Weitere Newsportale betroffen

Offiziell verstecken sich die Trittbrettfahrer hinter der Website relaxaler.com, die wiederum über einen US-Webhoster läuft. Ein Blick auf die Website macht schnell klar, dass die Betrüger im grossen Stil die Namen von Newsportalen rund um den Globus für ihre miese Masche missbrauchen. Darunter befinden sich auch europäische Portale wie bbc.co.uk, spiegel.de, kurier.at oder aftonbladet.se. Und damit scheinen sie Erfolg zu haben, die App wird von ahnungslosen Usern offenbar rege installiert. Denn obwohl die 20-Minuten-Raubkopie erst seit dem Wochenende zum Download bereit steht, belegt sie schon Platz Drei der meistgekauften Nachrichten-Apps.

Nur Apple weiss, wer sich tatsächlich hinter relaxaler.com versteckt, da die Entwickler eine Kontoverbindung inklusive IBAN-Nummer angeben müssen, um die Einnahmen zu kassieren. An jeder verkauften App verdienen die Programmierer 70 Prozent, die restlichen 30 Prozent gehen an Apple.

Rechtliche Schritte eingeleitet

Wie es dazu kommen konnte, dass bei Apples Prüfstelle kein Verdacht geschöpft wurde, ist fraglich. Inzwischen wurden die notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet, damit die Anwendung aus dem AppStore verschwindet und nicht noch mehr User aufs Kreuz gelegt werden. Im AppStore finden sich mittlerweile weit über 50 000 Programme die sich direkt auf das iPhone oder den iPod touch runterladen lassen können. Bevor eine App ins Angebot aufgenommen wird, muss sie seitens von Apple geprüft werden.