Hololens im Test

21. Juli 2016 08:39; Akt: 25.07.2016 10:41 Print

Hologramme? So sieht Microsoft die Zukunft!

Virtuelle Objekte, die sich nahtlos mit der Realität vermischen. Das bietet die Hololens. 20 Minuten konnte das Headset bereits testen.

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Zugegeben, ein bisschen komisch sieht man ja schon aus, wenn man diese Brille trägt. 20 Minuten hat eine Entwicklerversion der Hololens, Microsofts Augmented-Reality-Brille, getestet. Für Microsoft ist die Brille nicht weniger als die Zukunft der Computerbranche. Und ja: Im Raum war es heiss, sehr heiss sogar - und nicht klimatisiert, wie Sie an den Wangen des Autors deutlich erkennen können. Doch was kann die Brille überhaupt? Sie vermischt die Realität mit einer virtuellen Welt, einer Art Hologramme, die auf den beiden Displays der Brille angezeigt werden. So brechen im Spiel «Robo Raid» plötzlich Roboter aus der Wand. Ganz so klar, wie Microsoft die Roboter im Werbefilm zeigt, sind die fliegenden und kriechenden Kreaturen allerdings nicht. Sie erinnern an Hologramme, haben einen leichten Schimmer und sind transparent. Die Alienroboter wirken dennoch täuschend echt - nicht weil sie grafisch so gut aussehen würden, sondern weil Massstab, Proportion und Perspektive der Roboter, die aus der Wand krabbeln, perfekt stimmen. Dies weil die Brille den Raum dreidimensional erfasst. Angezeigt werden die virtuellen Objekte auf den beiden durchsichtigen Displays hinter dem Schutzvisier der Hololens. Den räumlichen Klang, um zu erkennen wo die Roboter als Nächstes durch die Wand brechen, liefern die beiden roten Lautsprecher, die sich in der Nähe der Ohren des Hololens-Trägers befinden. Gesteuert werden Programme entweder per Sprachbefehle oder mit Gesten in der Luft, die von den Kameras erfasst werden. Die Entwicklerversion ist ziemlich schwer (rund 600 Gramm). Das Gewicht liegt dankbarerweise nicht auf der Nase, sondern auf einer Art Stirnband, das man enger schnallen kann. Spannend dürfte die Brille vor allem für professionelle Anwender werden, ... ... aber auch für Privatpersonen. Einen gigantischen virtuellen Fernseher an der Wand? Mit der Hololens kein Problem. Wann und zu welchem Preis die Hololens auf den Markt kommen wird, ist bisher nicht klar.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine Roboterinvasion abwehren, die aus dem Nichts durch die Stubenwände bricht? Mit der Hololens wird ein solches Szenario schon fast zur Realität. Wer die Brille zum ersten Mal aufsetzt, kann definitiv einen Wow-Effekt erwarten. Anders als bei sogenannten Virtual-Reality-Headsets ist man mit der Hololens nämlich nicht total von der Umwelt abgeschottet.

Denn: Auf den zwei durchsichtigen Displays – vor jedem Auge eines – verschmelzen virtuelle Objekte mit der realen Umgebung. Die Objekte erinnern an Hologramme. Dennoch lassen sich diese leicht von der Realität unterscheiden: Sie sind transparent und haben einen leichten Schimmer.

Brille scannt Räume in 3-D

Die virtuellen Objekte, etwa die Alienroboter, wirken dabei täuschend echt – nicht weil sie grafisch so gut aussehen würden, sondern weil Massstab, Proportion und Perspektive der Roboter, die aus der Wand krabbeln, perfekt stimmen.

Möglich wird das, weil die Hololens die Umwelt dreidimensional analysiert. Wände und Möbel werden von Kameras, Infrarot- und anderen Sensoren erfasst. Dabei muss die Brille nicht auf externe Hilfe zählen: Die Hololens ist ein vollständiger Computer.

Gesteuert werden Programme entweder per Sprachbefehle oder durch Gesten. Will man etwa virtuelle Objekte bewegen, oder im Fall der Robo-Invasion seine Laserwaffe abfeuern, erhebt man die Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger und führt damit eine Art Klick in der Luft aus.

Stirnband mit Display

3000 Dollar – so viel müssen Entwickler derzeit hinblättern, um eine Hololens zu ergattern. 20 Minuten konnte das Augmented-Realtiy-Headset bei der Firma IBV (siehe Box) testen. Bis zur finalen Version gibt es aber noch einiges zu tun. So ist die Brille mit knapp 600 Gramm ziemlich wuchtig. Das Gewicht liegt jedoch dankbarerweise nicht auf der Nase, sondern wird über eine Art Stirnband abgefedert.

Auch sollten die Augen wenn immer möglich geradeaus gerichtet sein. Das Sichtfeld ist nicht gross – virtuelle Objekte werden also schnell mal abgeschnitten. Neowin.com vergleicht das Sichtfeld in etwa so, wie wenn man aus einem halben Meter Entfernung auf ein 15-Zoll-Monitor schauen würde.

Abgefahren? Definitiv!

Sicher ist, dass Microsoft mit der Hololens die Art und Weise, wie wir Computer nutzen und mit ihnen interagieren, vollständig umkrempeln könnte. Spannend ist das Headset sicher für professionelle Anwender. Archichtekten etwa könnten mit der Hololens gleichzeitig an Plänen arbeiten und sich nebenan auf dem Schreibtisch ein 3-D-Modell zeigen lassen, das in Echtzeit auf Planänderungen reagiert.

Doch auch für private Anwender könnte die Hololens interessant werden – und das nicht nur für Spiele. Mit Hilfe der Brille könnte man beispielsweise einen virtuellen 120-Zoll-TV an die Wand hängen, der dann jeweils wieder verschwindet, sobald man die Brille ablegt.

Noch ist das aber alles Zukunftsmusik. Wann – und zu welchem Preis – das Headset auf den Markt kommen wird, ist noch nicht bekannt.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SuperMario am 21.07.2016 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Interessant

    Das ist wirklich sehr interessant. Ich hoffe dass davon bald etwas auf den Markt kommt das brauch,- und bezahlbar ist.

  • Denels am 21.07.2016 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zombies

    ich seh schon wie leute draussen wie zombies pokemon go spielen.

  • Vapora am 21.07.2016 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Next Generation

    Das wird, wenn das Gerät verbessert wurde und vielleicht aich erst, wenn die 2. Generation draussen ist, die mit Abstand meist gebrauchte Hardware sein. Ich denke Vergleichbar mit Smartphones. Es ist wie eine Weiterentwicklung der Google Glass.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chv am 21.07.2016 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werde das beobachten aber nicht dabei sein

    Möchte nicht wissen was Alles noch gemacht wird um uns im Web zu: verliken,verlieben,verbinden.... Eifach gesagt uns süchtig zu machen.

  • Dani am 21.07.2016 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virtual/Augmented Reality

    Naja ich finde virtual Reality irgendwie spannender als augmented, zumindest im Bezug aufs Gaming. Wenns um Medizin oder Architektur geht wird augmented Reality wahrscheinlich sehr nützlich sein. Leider sind die ersten Geräte von HTC nicht wirklich alltagstauglich, zu klobig, zu viel Kabelsalat. Ich werde dann in die zweite Generation einsteigen, wenn die Kinderkrankheiten beseitigt sind und es richtige Games gibt dafür. Momentan gibts leider nur Minispiele wo nach kurzer Zeit die Luft raus ist.

    • XBoxler am 22.07.2016 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      VR wird von AR in die schranken gewiesen. ich denke AR wird die zukunft gehören,man hat dort viel mehr möglichkeiten. bestes beispiel ist jetzt pokemon go. man ist auch nicht so abgekapselt von der umwelt,was für mich ein entscheidender faktor ist. Ich denke das diese VR industrie in einem flopp enden wird.

    • XBoxler1 am 22.07.2016 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @XBoxler

      ps. was mich auch noch recht geflasht hat,war diese illumiroom sache von microsoft fürs zocken. das wäre echt mal ein sinnvolles feature,was das feeling beim zocken auf ne andere ebene stellen würde.

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  • Chris am 21.07.2016 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniales Konzept

    Was ich bisher gesehen habe ist das Teil genial. Für einige Kritiker, es wäre die perfekte Ergänzung für Pockemon Go. Das Game ist eine Anwendung von Augmented Reality. Genau das ist auch der Ansatz der Holo-Lens. Leider hat das auch der Gamehersteller noch nicht begriffen. WinVersion fehlt wieder mal .... noch.

  • Planer am 21.07.2016 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Architektur/Engineering

    In der Architektur und im Engineering kann ich mir schon vorstellen dass es sich durchsetzen wird. Ein 3D Plan vom Architekten erhalten und danach nicht mehr immer nach Schnitten fragen sondern sich das ganze einfach mal in 3D anschauen.

  • Sheldon Cooper am 21.07.2016 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    VR auch möglich?

    Ich bin ja gespannt, wenn sie rauskommt. Aber ich habe immer nur von einer "Verschmelzung" mit der Realität gehört. Mit durchsichtigen Displays, ist es da auch möglich, in die komplette VR-Welt einzutauchen und z.B. 360°-Videos schauen oder Gamen wie bei aktuellen Modellen (z.B. Occulus Rift oder die HTC-Vive)?

    • domi b am 21.07.2016 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sheldon Cooper

      ich denke man könnte ein visier einbauen damit die gläser schwarzen hintergrund haben oder wenn noch cooler gläser die aussen selber abdunkeln aber denke so sollte auch sowas dann möglich sein wenn die sensoren eingebaut sind die es braucht

    • ein schelm am 21.07.2016 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sheldon Cooper

      wie ich das verstanden habe ist der display an sich transparent damit man dargestelle dinge über die echte welt legen kann. das ganze nennt sich "augumented reality". kann man grob mit "verbesserte realität" übersetzen. ob ein objekt als solid wahrgenommen wird hängt davon ab ob der display das auch so darstellt. aber man sollte das ganze nicht mit virtual reality verwechseln.

    • Jemand am 21.07.2016 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      Rückwärts gehen?

      Völlig absurde Idee. Wieso sollte man ein Augmented Reality Produkt entwickeln und hinterher wieder zurück zur Virtual Reality gehen? Als würde ich einen MP3-Player entwickeln, der Kassetten abspielt. Virtual Reality ist ein kurzfristiger Hype, der abgesehen von ein paar Aha-Momenten keinen praktischen Nutzen hat. Ist wie damals mit den Minidiscs. In der gleichen Zeit kamen schon MP3 bzw Flashspeicher. Oder die HD-DVD, auch zu spät, da gab es schon Bluray. VR ist nur ein Zwischenschritt.

    • Mario Lopez am 21.07.2016 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      vorwärts gehen!

      ist KEIN kurzfristiger Hype! So wie Smartphones etc werden VR-Brillen in Zukunft immer wichtiger und beliebter. PS: mp3 und Kassetten ist ein schlechter Vergleich. HD-DVD (Toshiba) und Bluray (Sony) kamen fast zeitgleich raus, nur hat Sony diesen Kampf gewonnen!

    • Neobert am 21.07.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario Lopez

      Der Hype der VR Brillen ist schon wieder vorbei. Auch die Hololens wird sich nicht durchsetzen. Die teilt eher das Schicksal von Google Glass.

    • Benz am 21.07.2016 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Jemand

      Dein Vergleich hinkt. Korrekter wäre es, VR mit "Speichertechnologie" gleichzusetzen, und etwas digital speichern wird man immer, auch wenn die Speichertechnologie sich laufen ändert. VR wird nicht ersetzt, sondern allerhöchstens die dafür verwendete Technologie.

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