Hands-on

01. Februar 2011 13:35; Akt: 02.02.2011 10:51 Print

Drei Wünsche bleiben offen

von Henning Steier - Das a-rival Pad soll eine günstige Alternative zu iPad und Galaxy Tab sein. Was der Rivale ausserdem zu bieten hat, zeigt der Test von 20 Minuten Online.

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Auf der Consumer Electronics Show (CES) stand Anfang Januar eine Geräteklasse im Mittelpunkt: Tablet-PCs. Doch die meisten gezeigten Rechner haben eines gemeinsam: Sie kommen erst in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt. Apple wird demnächst bereits das zweite iPad zeigen, dessen aktuelle Version im abgelaufenen Quartal rund sieben Millionen Mal abgesetzt wurde.

Samsungs im November gestartetes Galaxy Tab ist bislang der wichtigste Rivale. Der Rechner konnte im Test durchaus überzeugen. Binnen sechs Wochen gingen eine Million Exemplare über die Ladentische. Bis zum Jahresende wurden zwei Millionen verkauft, hiess es zunächst. Doch wie Samsung vergangene Woche bei der Präsentation seiner Quartalszahlen einräumte, wurden für diese Statistik die ausgelieferten PCs gezählt - also nicht die tatsächlich verkauften.

Google soll Nokia überholt haben

Im vergangenen Quartal sollen laut den Marktforschern von Canalys erstmals mehr Handys mit Android als mit Symbian verkauft worden sein. Analyst Tomi Ahonen bezweifelt diese Hochrechnung allerdings, die im Wesentlichen auf den rund 300 000 täglich aktivierten Android-Geräten basiert. Google hatte diese Zahl erstmals Anfang Dezember genannt, aber nicht bekannt gegeben, ob man dazu auch aktivierte Geräte zählt, die bereits einen Besitzer hatten. Laut Ahonen käme man mit Googles Zahl auf 27 Millionen Smartphones im Quartal - Android-Tablets eingeschlossen. Letztgenannte will Canalys zwar aussen vor gelassen haben, dafür haben die Marktforscher alle OMS- und Tapas-Smartphones einbezogen. Dies sind Android-Varianten für China. Laut Canalys hatte Nokia im abgelaufenen Quartal rund 31 Millionen Symbian-Smartphones abgesetzt. Sieht man die Google-Zahlen als Trendwert, scheint es trotzdem nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Symbian überholt wird. Daher richten sich die Hoffnungen vieler Nicht-Apple-Fans vor allem auf Google. Der Suchmaschinist wird morgen Abend mit Version 3.0 (Honeycomb) eine für Tablet-PCs optimierte Variante seines Betriebssystems vorstellen. Wann erste Geräte damit in den Handel kommen werden, ist noch nicht bekannt. Auf der CES hatte Motorola sein Tablet namens Xoom nur in einer Demo-Version gezeigt.

Einer der Kritikpunkte am Galaxy Tab ist sein vergleichsweise hoher Preis. Samsung verlangt für die 16-Gigabyte-Version 999 und für die Variante mit doppelt so viel Speicher 1199 Franken. Apples iPad mit WLAN- und 3G-Unterstützung und 64 Gigabyte Speicher ist für 1049 Franken zu haben. Hierzulande vertreibt Simpex IT-Solutions seit kurzem einen Android-Tablet-PC namens a-rival für 499 Franken.

Nur Android 2.1 an Bord

Mit einer Diagonale von acht Zoll ist das Multitouch-Display des Rechners zwischen iPad und Galaxy Tab angesiedelt. Obwohl Samsungs mobiler Computer kleiner ist, hat er mit 1024 x 600 eine höhere Auflösung als das a-rival Pad, dessen Gewicht mit etwa 550 Gramm aber in Ordnung geht, weil es zwischen den Rivalen liegt. Nicht zufriedenstellend ist Android in Version 2.1 (Eclair). Obwohl früher gestartet, bringt Samsungs PC bereits 2.2 mit - und der Perfomanceschub von der einen zur anderen Version ist signifikant. Ohnehin reagierte das a-rival Pad für unseren Geschmack zu träge auf Eingaben.

Ein Simpex-Sprecher sagte dazu auf Anfrage: «Android 2.2 auf dem a-rival laut Hersteller Pad ist schon in Arbeit , aber anscheinend läuft nicht alles besser mit 2.2 - das heisst, es gibt noch einige Bugs auszubügeln damit es so stabil läuft wie das aktuelle 2.1 und die neuen Features auch funktionieren. Das hängt natürlich auch von der verbauten Hardware ab.»

Wo ist der Android Market?

Wer denkt, mit dem a-rival-Pad wie mit dem Galaxy Tab ohne Umwege den Android Market nutzen zu können, wird enttäuscht. Denn das bekannte Einkaufsüten-Logo sucht man vergebens auf dem Display. Der Sprecher sagte dazu: «Auf dem Rechner finden Nutzer den a-rival Market, der etwa 2500 Anwendungen bietet. Er enthält viele Apps, die es im Android Market gibt. Zu empfehlen wäre zudem der Android-Pit Market. Dort muss sich der Kunde anmelden und hat dann die Möglichkeit (fast) alle Apps des Android Market (auf Deutsch) herunterzuladen.» Standard-Apps wie die offiziellen für Facebook und Twitter suchten wir zum Test-Zeitpunkt allerdings vergebens.

Mit dem Galaxy Tab kann der Nutzer im Unterschied zum iPad auch telefonieren - mit dem a-rival Pad ebenfalls. Ein weiterer Vorteil, den die beiden Android-Rechner gegenüber Apples Tablet haben: GPS - praktisch für all jene, die ihren Computer als überdimensioniertes Navigationssystem nutzen möchten. Auch die restliche Hardwareausstattung des Rechners reicht für Normalnutzeransprüche: 1080p HDMI-Anschluss, Front-Webcam, acht Gigabyte interner, per microSD-Karte auf bis zu 32 Gigabyte erweiterbarer Speicher und 4.500 mAh-Akku, der im Test bei durchschnittliche Nutzung nach einem Tag aufgeladen werden musste. Damit lag der Akku auf dem Niveau der Konkurrenz. Mit einem 800-Megahertz-Prozessor und 256 Megabyte Arbeitsspeicher liegt das a-rival Pad allerdings klar darunter.

Fazit

Wer Android mag, könnte das a-rival Pad mögen. Es ist günstig, hochwertig verarbeitet und bietet Telefonfunktion, Front-Kamera sowie GPS - zu einem günstigen Preis. Allerdings hätten wir uns ein besser reagierendes Multitouch-Display, die aktuelle Version des Betriebssystems und native Android-Market-Unterstützung gewünscht.