Connected im Test

04. Januar 2016 22:54; Akt: 04.01.2016 22:54 Print

Die Smartwatch, die ein Erbstück werden kann

Moderne Technik altert rasch. Trotzdem kann die Connected-Uhr sogar zum Erbstück werden. 20 Minuten hat die Luxus-Datenuhr von Tag Heuer getestet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Punkto Design und Ausführung macht der Traditionsfirma Tag Heuer aus La Chaux-de-Fonds niemand etwas vor: Die Connected – die erste Smartwatch des Schweizer Herstellers – ist auf den ersten Blick kaum von einer mechanischen Uhr zu unterscheiden.

Auch die Verarbeitung der Smartwatch ist so edel wie die der mechanischen Vorlage. Hier spielt die Schweizer Traditionsfirma, die seit 150 Jahren Uhren baut, ihr ganzes Know-how aus. Die Datenuhr steckt in einem Titaniumgehäuse, das Display ist mit Saphirglas geschützt. Attribute, die man bei den meisten anderen Smartwatches auf dem Markt vergebens sucht. Tag Heuer hat die Uhr zusammen mit Intel und Google gebaut.

Zeit immer ablesbar

Für die Datenuhr gibt es vier offizielle Tag-Heuer-Zifferblätter, die exklusiv mit der Connected genutzt werden können. Das vollrunde Display löst mit 360 x 360 Pixeln auf. Der LCD-Bildschirm ist scharf und sogenannt transreflektiv. Das heisst, dass die Anzeige selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut abgelesen werden kann. Nach ein paar Sekunden Inaktivität, wechselt das Display in den Energiesparmodus. Die Uhrzeit wird auch in diesem Modus (schwarz/weiss) angezeigt.

Ganz makellos zeigte sich das Displays allerdings nicht: So wies das Modell, das 20 Minuten ein paar Tage testen durfte, Druckstellen am Display auf (siehe Bildstrecke). Schon bei einem leichten Berühren an der Acht-Uhr-Position waren schwarze Streifen auf dem LCD-Display zu sehen. Ob es sich dabei um einen Verarbeitungsfehler handelt, ist allerdings schwer zu beurteilen. Möglich wäre auch, dass ein vorheriger Tester die Uhr beschädigt hat.

Übersteht den Tag – knapp

Für dünne Handgelenke ist die Schweizer Smartwatch eher nicht geeignet. Denn mit einem Durchmesser von 4,6 Zentimeter und einer Dicke von 12,8 Millimeter wirkt sie schnell zu klobig.

25 Stunden Akkulaufzeit verspricht Tag Heuer bei «normalem Gebrauch». In unserem Test konnten wir diesen Wert nicht erreichen. Nach einem 12-Stunden-Tag mitsamt Notifications von diversen Newsportalen und Gmail zeigte die Akkuanzeige abends um 22 Uhr meist bei etwa 15 Prozent. Die Datenuhr muss also – wie eigentlich alle anderen Smartwaches auch – abends jeweils an die Steckdose.

20 Minuten hat die Uhr mit einem Android-Handy wie auch mit einem iPhone getestet. Das volle Potenzial kann nur mit einem Android-Smartphone ausgeschöpft werden – inklusive Zugriff auf die mittlerweile mehr als 4000 Android-Wear-Apps. Mit einem iPhone kann die Uhr nicht viel mehr, als Benachrichtigungen anzuzeigen.

Das Fazit

Die Connected ist eine Datenuhr für Uhrenliebhaber. Sie kann aber nichts, was wesentlich günstigere Modelle nicht auch könnten. Auch fehlen der Tag-Heuer-Smartwatch einige beliebte Funktionen, etwa GPS und ein Pulsmesser.

Dass der ultraschnelle Atom-Prozessor von Intel mit zwei Kernen in zwei Jahren überholt sein wird, ist den Uhrenbauern bewusst. So kann die Connected während der Garantiezeit gegen 1400 Franken gegen ein mechanisches Carrera-Modell umgetauscht werden – dass dann sogar als Erbstück dienen kann.

(tob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • It's me am 05.01.2016 04:21 Report Diesen Beitrag melden

    Musskriterien

    Ich habe mir letzten Herbst eine neue Uhr gekauft. Meine Musskriterien waren: Solarbetrieben, Funkgesteuert, Robust, "zeit"-loses Design. (Den Hersteller nenne ich hier mal nicht). Anderen mögen Smartphone-Funktionen wichtig erscheinen, ich brauche am Handgelenk nur eine zuverlässige Uhr.

    einklappen einklappen
  • Traveller am 05.01.2016 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    In 5 Jahren hat der Rasierer...

    ...wieder Frühstücks-TV - im Spiegel sichtbar - und die Weltzeituhr drin oder kann direkt als phone genutzt werden. Ah ja eine App der Top 100 Business Cities und most preferred Locations ist auch noch drauf. Bonne Nuit.

  • malino am 05.01.2016 03:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wäre dann meine 22te Uhr im Umfeld

    was mich interessiert wie viel Zeit brauchts pro Monat fürs Handing das Uhr dann jeden Tag läuft. inkl update und Gebrauchs - Zweck??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Studiosus. am 05.01.2016 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuer ist teuer

    Also ich habe vor drei Wochen eine Aldi Smartwatch gekauft und die ist super. Für einen Zehntel des Preises der Wucher-Uhr von Heuer kann man damit alles machen, was man mit dem Handy auch kann: Kamera, Telefon, GPS, alle Apps, SMS, Mail, Fitness, TV sehen...Gehäuse: Stahl. Ist einiges besser als diese Heuer. Und das Umtausch-Angebot ist ein Witz: Für Fr. 1'400.- gibt es viele mechanische Uhren, die lange halten.

  • Weiter Schliessen am 05.01.2016 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1400.-?!

    1400.-??!! Ist ist ja Mega viel für ein Smartwatch die man nach 2 Jahre nicht mehr updaten kann!

  • xmen am 05.01.2016 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Marketing ??

    Schade für Tag Heuer so eine Uhr zu produzieren. Sehe es mehr als Werbung für die Carrera. Ist ja ein Witz das ich die Uhr nach 23 Monaten gegen eine Mechanische Umtauschen kann. Frage ich mich dann, ob die Uhr 25 Monate überlebt

  • LW am 05.01.2016 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Smartwatches sind Zukunft

    Hab mir im Herbst eine AppleWatch gekauft. Bin sehr zufrieden. Der Akku hält laut Apple 18h. Jedoch habe ich am Abend fast nie weniger als 50%. Ausserdem braucht wohl kein Mensch eine Uhr am Handgelenk in der Nacht. Deshalb ist tägliches aufladen kein Problem. Der Unterschied zum Smartphone ist bei der Uhr, dass sie immer am Arm ist und nicht aus der Hosentasche genommen werden muss. Nachrichten kommen auf dee Uhr an und können mit Kurznachrichten beantwortet werden. Statt das Handy rauszuziehen kann man kurz auf die Uhr tippen. Praktisch und für mich ein SUPER Gadget!!

  • Tom Watch am 05.01.2016 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erbstück für die Schrottpresse

    Die Autos von heute sind genausowenig als Klassiker von morgen tauglich. Vollgestopft mit Elektronik, die in 15 Jahren keiner mehr warten kann. Erbstück für die Schrottpresse.

    • Vet am 05.01.2016 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Artikel

      anscheinend nicht gelesen bzw. nicht verstanden! Der Elektronik-Schrott kann später gg eine reguläre TH, Modell Carrera, mit Aufpreis, getauscht werden. DANN hat man ein Erbstück. Nicht vorher!!

    • Tom Watch am 05.01.2016 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vet

      Die eigentlich Uhr selbst kann man also nicht funktionsfähig vererben. Der Titel der Story ist ziemlich irreführend.

    einklappen einklappen