«Artifact»

04. Dezember 2018 21:52; Akt: 04.12.2018 21:52 Print

Der neue Stern am Kartenspiel-Himmel?

von Riccardo Castellano - Mit «Artifact» hat Valve einen potenziellen Hit veröffentlicht. Das Spiel erfordert strategisches Denken und ist komplex.

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Für Liebhaber von Trading Card Games (kurz TCG)gibt es auf der Spieleplattform Steam ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk: «Artifact» verbindet das traditionelle Sammelkartenspiel mit der Geschichte und den Figuren aus dem hauseigenen Strategiespiel «Dota 2». Doch nicht nur gestalterisch lehnt sich «Artifact» daran an, sondern auch im Gameplay: So hat das Spiel nicht nur ein virtuelles Spielbrett, sondern gleich drei davon, entsprechend den Lanes aus dem Genre der Mulitplayer Online Battle Arena (Moba).

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Das Spielprinzip hört sich zunächst einfach an: Auf den drei Lanes stehen jeweils Türme, die einen Kern beschützen. Entweder man zerstört zwei Türme, oder einen Turm und den dahinterliegenden Kern. Doch das Spiel ist so komplex wie es aussieht. Strategisches Denken und optimiertes Management der Ressourcen sind gefragt. Die Karten auf der Hand müssen nämlich für alle drei Lanes reichen, somit ist es manchmal sogar schlau, eine davon komplett aufzugeben, um sich auf gewinnbringendere Spielfelder zu konzentrieren.

Kostspieliges Vergnügen

«Artifact» hatte prominente Hilfe bei der Entwicklung des Spiels. Niemand Geringeres als Richard Garfield, Erfinder des bekannten Kartenspiels «Magic: The Gathering», hat als Spieldesigner Unterstützung geleistet. Zusammen mit Valve wollte er eine Erfahrung liefern, die dem realen Kartenspiel ähnelt. So können die Karten aus Boosterpackungen auf dem Steam-Online-Markt gekauft und verkauft werden, um die eigene Kollektion zu vervollständigen oder zu ergänzen.

Ganz so billig ist das Spiel aber nicht: Für den Preis von 20 Franken erhält man zunächst zehn Boosterpackungen. Danach wird man jedoch für weitere Packungen zusätzlich zur Kasse gebeten. Eine Möglichkeit, diese als Belohnung im Spiel zu erhalten, gibt es ohne Geld nicht. Hier wird der Unterschied zu Gratis-Spielen wie «Hearthstone» und die Annäherung am realen Sammelkartenspiel deutlich. Die Möglichkeit, die meisten Karten günstig im Online-Markt zu erwerben, macht dieses Manko aber praktisch wieder wett. Doch es gibt auch dort eine Handvoll seltener Karten, die die Zehn-Franken-Grenze überschritten haben.

Schweizer E-Sportler interessiert

Edouard Wanner, Verantwortlicher für die Athleten beim E-Sport-Team mYinsanity, sieht für das Spiel eine grosse Zukunft: «Valve hat hier ein anspruchsvolles Spiel entwickelt, das sich von den anderen im Markt abhebt». Als Magic-Veteran begrüsse er ein Spiel, das mehr Fertigkeiten vom Spieler abverlangt. So sei das derzeit dominante Kartenspiel «Hearthstone» zwar einsteigerfreundlicher, aber mit mehr Glücks- und Zufallselementen versehen.

«Es fehlt aber noch ein System, das dem Spieler seinen persönlichen Fortschritt zeigt», sagt Wanner. Dazu gehöre beispielsweise ein Spielmodus, bei dem man Sieg für Sieg in den Rängen aufsteigen kann. Sein Team bei mYinsanity werde «Artifact» in Zukunft weiter beobachten und vielleicht sogar ein eigenes Team für das Spiel bereitstellen. «Persönlich werde ich ‹Artifact› auf jeden Fall weiterspielen», sagt Wanner.

Da Valve, der Entwickler vom lukrativen Spiel «Dota 2» ist, gibt es für interessierte E-Sportler schon nächstes Jahr einen grossen finanziellen Anreiz: In einem von Valve organisierten «Artifact»-Turnier soll es 2019 eine Million US-Dollar zu gewinnen geben.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny am 04.12.2018 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Pay to win

    Pay to win Kartenspiel. Wünsche euch allen viel Spass dabei Karten zu kaufen, weil ihr nicht gegen euren Gegner gewinnen könnt, der die teuersten Karten hat. Das Spiel gehört verboten.

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  • Frostkern am 04.12.2018 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass haha

    Nur sollte man sich Informieren: Man zahlt für das Spiel, um zu merken, hei um neue Karten zu bekommen, muss ich nochmals zahlen. Momentan gibt es keine gratis möglichkeit um an Karten zu kommen.

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  • Xsasan am 04.12.2018 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riskant

    Oh oh, keine Möglichkeit durch Quests etc an weitere Karten zu kommen? Da will sich Valve eine kleine, aber zahlungskräftige Spielerschar sichern. Weiss nicht ob das klappt. Im Gegenzug zu realen Karten hat man hier nur den virtuellen Gegenwert... Könnte klappen, ist aber riskant.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike S. am 06.12.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Hearthstone ungeschlagen

    An Hearthstone kommen sie nicht ran, das hat Magic Arena schon versucht. Ausserdem hinken sie der Zeit hinterher: Mobas waren vor 3 Jahren im Hype. Erst jetzt, wo Battle Royal angesagt ist, versuchen sie, ein Kartenspiel mit Mobafeeling zu pushen.

  • Zombie am 05.12.2018 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Left4Dead3

    Die würden lieber mal Left4Dead3 machen! Left4Dead2 ist das PC-Game mit dem ich am meisten Zeit verbracht habe. In der Gruppe war das richtig lustig.

  • Black Lotus am 05.12.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Pay2Win

    Wenn man mit realen Karten spielt, hat man wenigstens den Wert physisch in den Händen und kann die Karten wieder beliebig verkaufen. Hier ist man an Steam gebunden und die zwacken sicherlich ordentlich was ab. Hearthstone ist genau der gleiche Mist. Pay2Win. Ich habe in den 90er analog Magic The Gathering gespielt und will gar nicht wissen wieviel Geld ich da investiert habe... Ok, ich habe alle Karten noch, auch einen Black Lotus...

  • Kla4 am 05.12.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Upsii

    Das Spiel erfordert strategisches Denken und... eine Kreditkarte.

  • Detleff G. am 05.12.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Late to the party

    Ihr seid etwas spät dran mit dem Bericht. Aber ich bin mir sicher Valve hat gut gezahlt für die vorteilhafte Berichterstattung über diesen Flop. Wäre zu erwähnen, dass bei jeder Transaktion auf diesem Marktplatz Valve auch noch ca. 25% einsackt...

    • Frostkern am 05.12.2018 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Detleff G.

      Ist ja ned so, das Valve die macher sind, die bekommen 100% von allem.

    • Mark am 09.12.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Agree

      Der Artikel ist viel zu vorteilhaft dafür.Vor allem weil es viele interesannte kartenspiele gibt (digital/non-digital) die nie erwähnt werden.

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