Blizzard-Fiasko

22. Oktober 2019 13:00; Akt: 22.10.2019 13:51 Print

«Entscheidung schreckt E-Sportler weltweit ab»

Nachdem Blizzard E-Sportler gesperrt hatte, erntete die US-Firma Kritik. Nun meldet sich auch der US-Kongress zu Wort.

Bei einem Turnier unter amerikanischen Universitäten zeigte auch das Team der American University ihrem Protest Ausdruck. Die Studenten hoben während dem Live-Stream ein Free-Hongkong-Schild hoch. Der Stream schnitt sofort weg. (Video: Blizzard)
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Die E-Sport- und Gamer-Community kritisiert derzeit den Game-Entwickler und Publisher Blizzard scharf. Jetzt kommt von noch weiter oben Protest: Der US-Kongress hat zum Shitstorm gegen Blizzard klar Stellung bezogen.

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In einem offenen Brief an Blizzard-CEO Bobby Kotick fordern die Politiker, die vorherige Sperrung der Profispieler zu überdenken. Die Kongressmitglieder sehen in der Entscheidung eine Gefahr für die freie Meinungsäusserung. «Ihre enttäuschende Entscheidung könnte auf die E-Sport- und Gaming-Community weltweit abschreckend wirken», heisst es im Brief. Activision Blizzard profitiere vom wachsenden chinesischen E-Sport-Markt. Es ist laut den US-Senatoren schade, Profit vor Meinungsfreiheit zu stellen, dies entspreche nicht den amerikanischen Werten.

Proteste ausserhalb des Internets geplant

Der Stein, der die Kontroverse ins Rollen gebracht hatte, war ein Turnier zu Blizzards Online-Kartenspiel «Hearthstone». Der Profi-Gamer Chung «Blitzchung» Ng Wai äusserte sich im Rahmen der aktuellen Hongkong-Revolte in einem Interview positiv gegenüber den Bürgerprotesten und skandierte: «Befreit Hongkong!»

Infolgedessen sperrte Blizzard Blitzchung für ein Jahr und entzog ihm jegliche Preisgelder. Seitdem steht die US-Firma weltweit in der Kritik. E-Sportler und Fans gleichermassen verurteilen den Entscheid im Internet mit dem Hashtag #boycottblizzard.

Als Antwort auf die bisherigen Proteste hatte Blizzard die Strafe gemildert, Blitzchung ist nur noch für ein halbes Jahr gesperrt. Für den US-Kongress und die Fans aber nicht genug: An der kommenden Blizzcon, der hauseigenen Game-Messe, sind Anfang November bereits weitere Proteste geplant.

(rca)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Janus H. am 22.10.2019 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FIFA unter Zugzwang

    Im E-Sport werden politische Aktionen sanktioniert. Warum eigentlich nicht die Türkei von der FIFA. Stimmt, ist ja ein ähnlicher geldgieriger Haufen wie im Tour-Doping Umfeld!

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  • Urs K. am 22.10.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Was hat Politik mit e-Sport zu tun?

    Genauso wenig wie Adler an einem Fussball-Länderspiel. Sperrt man deswegen die Spieler? Nur im e-Sport.

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  • PS;L am 22.10.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Panzer in Hong Kong

    Firmen die Regime, ähnlich dem dritten Reich, schützen gehören entsprechend behandelt - ich persönlich habe alles was in irgend einer Form mit Blizzard zu tun hat gelöscht (und einige Games werde ich echt vermissen... aber da geht es wirklich ums Prinzip!)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 30.10.2019 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Alexandra Mayer am 24.10.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Terms of Service?

    3min Recherche, in der TOS steht man solle nicht politisieren oder man wird bestraft, wo ist bitte das Problem? Sollen Verträge nicht gelten wenn man auf der "richtigen" Seite der Geschichte steht?

    • Sunny Bunny am 24.10.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch

      Er hat nicht politisiert, weisst du, was das Wort bedeudet? Es geht um Meinunsäusserungsfreiheit, Punkt, und die kann man nicht verbieten. Ausser halt in China und anderen Diktaturen.

    • A. Powers am 25.10.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      @sunny

      Blödsinn. Das hat gar nichts mit freier Meinungsäusserung zu tun, das wäre nur der fall wenn er für Aussagen gebannt worden wäre die er auf seinen persönlichen Kanälen gemacht hat. Er hat klar gegen die Turnierrichtlinen verstossen und wurde dafür bestraft. Zu hart? ja! Zu unrecht? Nein!

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  • GamerTom am 24.10.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht Blizzard

    Turnierregel sind Turnierregeln. Die hat nicht nur Blizzard, sondern auch Riot Games und andere. Politik gehört nicht in den Sport. Und ausserdem: die Demonstrationen in Spanien werden als "Terroristen" bezeichnet. Warum ist man mit den Hong Kongern toleranter? Die zerstören privates Eigentum, attackieren Polizei (4vs1 und sind noch Stolz darauf) obwohl sie so viele Vorteile in China geniessen, wie keine andere CN-Stadt. Hong Kong ist total von CN abhängig. Auf allen Ebenen: Lebensmittel, Wirtschaft, Arbeit, Strom, etc. Das startete alkes ein privilegierter gelangweilter beeinflusster Student.

    • J.A.Brack am 15.11.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

      Du bist schrecklich missinformiert

      Hier geht es um Meinungsfreiheit. Ein Spieler hat nach seinem Turniersieg für die Freiheit seines Landes ausgerufen und wurde dafür gebannt. Blizzard predigt stets Meinungsfreiheit, darum stösst dies bei Fans sehr sauer auf. Es ist klar, dass Blizzard nicht vom chinesischen Markt ausgeschlossen werden möchte und lieber Spieler anderer Herkunft dafür bestraft. Absolut unangemessen seitens Blizzard. Die Turnierregeln sagen lediglich aus, dass Blizzard Spieler ausschliessen kann, wenn diese ETWAS tun, was Blizzard missfällt. Diese Turnierregel kann man kaum ernst nehmen.

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  • Andy S. am 24.10.2019 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moment..

    "Die Strafe wurde gemildert. Für den US Kongress und Fans nicht genug" - woher wisst ihr das? Im offenen Brief wird klar die nicht gemilderte Strafe von einem Jahr Sperre und dem Preisgeldentzug erwähnt, was knapp eine Woche vor der datierten Brief gemildert wurde. Die neue Strafe von nur 6 Monaten (ihne Geldentzug) wird gar nicht erwähnt. Auch die Stellungsnahme von Blizzard inkl. Regelung wurde komplett ignoriert. Da es eine Turnierregel war, bestraft Blizzard auch nur Aussagen, die während dem Turnierstream entstehen - was in vielen Sportarten auch der Fall ist. Ergo verletzen sie auch keine Menschenrechte. Der Brief hat nur bewiesen,dass die 5 Politiker sich kaum informiert haben und nur gut dastehen wollen.

  • Martial am 23.10.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    BlizzCon 2019 wird in die Geschichte eingehen

    Stellt euch vor wie kaputt eine Aktion einer Firma sein muss, um die Demokraten und Republikaner dazu bringt sich einig zu sein - dazu noch Hardliner wie Marco Rubio und Alexandria Ocasio-Cortez.