Swiss Gaming

19. November 2019 07:10; Akt: 19.11.2019 07:10 Print

«Was fehlt, ist ein Roger Federer des E-Sport»

200 Game-Studios, eine halbe Million verkaufte Spiele: Die Game-Szene in der Schweiz ist am Boomen. Eine neue Plattform soll nun Übersicht schaffen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sascha Komaromy*, wie viele Gamer gibt es in der Schweiz?
Das kommt natürlich darauf an, wen man als Gamer mitzählt. Sicher ist, es sind viele. 2019 wurden bis Anfang November in der Schweiz 103'000 Spielkonsolen und 445'000 Games verkauft. Die gesamte Game-Branche macht schätzungsweise einen Umsatz von rund 80 Mio. Franken im Jahr.

Umfrage
Was hältst du von E-Sport?

Die Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA) lanciert mit Swiss Gaming eine neue Plattform. Was will der Verband damit erreichen?
Wir beobachten, dass internationale Game-Firmen zunehmend aus der Schweiz abwandern. Andererseits zeigen immer mehr Firmen Interesse an Games, wie TCS, Swisscom oder PostFinance. Zudem gibt es hierzulande eine florierende Game-Szene mit rund 200 Studios. Unser Ziel ist es, die Branche als Ganzes zu fördern.

Was heisst das genau?
Wir wollen für alle Beteiligten Chancen schaffen. Einerseits sollen Fans über die Plattform mit Neuigkeiten über Entwickler, Events und Spiele versorgt werden. Andererseits wollen wir die Akteure der Industrie besser miteinander verknüpfen. Für die Zukunft sind diverse Workshops geplant. Ein wichtiges Thema ist der E-Sport.

Wie schätzt du die hiesige E-Sport-Szene ein?
Im internationalen Vergleich hinken wir natürlich noch hinterher. Doch ich glaube, dass E-Sport das Potenzial hat, einmal so gross zu werden wie der herkömmliche Sport. In Südkorea und den USA ist dies praktisch schon erreicht. Vor allem sehr junge Fans haben grosses Interesse am Thema. Was bei uns noch fehlt, um den E-Sport bekannter zu machen, ist ein Star, quasi ein Roger Federer des E-Sports. Erst mit einem solchen Aushängeschild kann man das Thema einer breiten Masse schmackhaft machen.

Wird es in der Schweiz je einen solchen Star geben?
Ja, mit der zunehmenden Professionalisierung der Branche geht das Hand in Hand. Wenn etwa die Schweizer Fussballliga künftig offiziell eine E-Sport-Liga veranstaltet, wird das automatisch in der Öffentlichkeit wahr- und auch ernst genommen und damit die Akzeptanz des Sport gesteigert. Toll wäre natürlich, wenn künftig das Interview mit der E-Sportlerin gleich gut geklickt würde wie das mit dem Skifahrer. Aber das wird mindestens noch fünf Jahre dauern.

*Sascha Komaromy ist ein langjähriger Kenner der Game- und E-Sport-Branche. Mittlerweile ist er Head of Swiss Gaming beim Verband Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA).

Auf der Plattform www.swissgaming.org finden Game- und E-Sport-Fans alle Infos zu Events in der Schweiz und spannenden Titeln aus Schweizer Game-Schmieden sowie ein Workshop-Angebot rund um den Themenbereich Videospiele.

(tob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gamerin am 19.11.2019 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Image des Gamen

    ESport hat das gleiche Problem wie alle anderen Randsportart. Sobald es nicht Fussball ist, wird auch nichts gefördert. Bei vielen wird es ja sogar immer noch verpönt, weil jeder denkt, dass da ein paar arbeitslose übergewichtige vor einem PC sitzen. Bis vor kurzem und sogar heute noch teils, durfte man ja nicht mal bei Vorstellungsgespräch erwähnen, dass man in der Freizeit gerne zockt.

    einklappen einklappen
  • Gamer am 19.11.2019 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Falschmeldungen

    E-Sports sind in der Schweiz gar nichts, nix von "BOOM". Nur weil ein Staatsbetrieb ein paar Zocker fördert braucht's keine falsche Propaganda. E-Sports sind im Ausland stark, vor allem in China und Korea.

    einklappen einklappen
  • Dingo am 19.11.2019 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Langlebiger Star nahezu unmöglich

    Ich bin der Meinung, dass es wohl schon hin und wieder Stars in der E-Sport Szene geben kann, aber nicht von Dauer. Das begründet sich mit diesen Faktoren: Die nötigen "Skills" benötigen Zeit und einen wachen Geist, welches mit höherem Alter weniger gepflegt werden kann. Zusammenspiel kommt hier daher, dass die Spiele und benötigten Skills sich alle paar Jahre ändern, wodurch auch ein Pro in CounterStrike Probleme in neuen Shootern haben wird. Ausserdem kann niemand voraussehen, welches Game sich demnächst für Jahre im e-Sport etablieren wird. Also Headstart unwahrscheinlich.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tonto am 19.11.2019 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ????

    Was fehlt, ist jemand den es interressiert! E-Sport-Fans werd ich nie verstehen! Wenigstens selber gamen. Ist ja wie früher, als man wartete, den controller zu kriegen, während man mit Kumpels gamte. Lieber etwas Kreatives machen...

    • Nico am 19.11.2019 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Erst denken, dann schreiben

      Nimm mal anstatt E-Sports den Fussball... Kommt genau aufs selbe ;)

    einklappen einklappen
  • Bubu am 19.11.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sport soll das sein?

    Ob man es jetzt E-Sport oder wie auch immer nennt, für mich sind das einfach Gamer.

    • dada am 19.11.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bubu

      ist wie im fussball. für mich sind das einfach affen, die einem ball hinterher rennen

    einklappen einklappen
  • Boris am 19.11.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    E Sport

    Das Problem bei E Sport ist nur das es gar kein richtiger Sport ist, sondern eigentlich nichts anderes als spielen. Weil sonst müssten doch alle Tätigkeiten, von Lego bauen, bis zu Pornos schauen zum Sport werden bei denen man die Augen, das Gehirn und die Hände braucht.

    • das brot am 19.11.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      ist wie im fussball. eigentlich spielen die ja nur wie kinder auf dem spielplatz. dafür müsste man die nicht bezahlen. wenn sie wüssten, was für ein pro gamer nötig ist... ist wie im schach oder fussball. kann auch jeder, aber nur dass man es kann, macht einen nicht zum professional.

    • Dani B. am 19.11.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

      wir können, müssen nicht

      Wenn man Lego bauen kompetitiv betreibt, warum nicht.

    einklappen einklappen
  • Rogerina Federina am 19.11.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tut Mir Leid

    Aber als ich die Gegner sah hatte ich Mitleid. Ich lasse euch weiterspielen..

  • trolli am 19.11.2019 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wäre heute gerne der federer untee gamer war aber durch wirtschaft und fehlender vörderung nicht möglich training und arbeiten klappt leider nicht

    • Dave am 19.11.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Zielgruppe

      Soweit mir bekannt ist, werden zumindest Förderprogramme für Legastheniker angeboten.

    • Dominik am 19.11.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      kei zit

      ist so! denke viele sind an der Schwelle zum eSportler, jedoch können sich die wenigsten leisten 1 Jahr "Pause" von der Arbeit / Studium zu machen um sich zu 100% auf eSports zu konzentrieren. sad life

    einklappen einklappen