Gamen im Dienst

21. November 2018 08:22; Akt: 26.11.2018 10:49 Print

US-Militär sucht E-Sportler – und unsere Armee?

Die US Army holt sich Profi-Gamer für ein eigenes Team an Bord. Die Schweizer Armee sieht das Thema E-Sport entschieden anders.

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Es gibt bereits verschiedene Möglichkeiten, mit E-Sport seinen Lebensunterhalt zu verdienen. So etwa als Mitglied eines Prof-Teams mit potenten Sponsoren im Rücken. In den USA kommt nun eine weitere Möglichkeit dazu. Dort ist es nun sogar möglich, sich durch den Militärdienst zu zocken.

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Die amerikanische Armee hat angekündigt, ein eigenes E-Sport-Team auf die Beine stellen zu wollen. Damit will die Armee die jungen Amerikaner erreichen, die viel Zeit in der digitalen Welt verbringen. Ein Grund für diesen Schritt ist das schlechte Ergebnis im Fiskaljahr 2018: Zum ersten Mal seit über zehn Jahren hat das US-Militär sein Rekrutierungsziel nicht erreicht.

Werbung für die Army

Die Armee will laut dem Online-Militärblatt «Stars and Stripes» zu verschiedenen Games Ausscheidungswettkämpfe veranstalten. Die Gewinner dieser Turniere werden das E-Sport-Team der US Army bilden. Ein Turnier zum Spiel «Tekken 7» ist laut dem neuen E-Sport-Facebook-Kanal der US Army für Dezember bereits in Planung. Interessierte US-Staatsbürger können sich über das Online-Anmeldeformular beim Militär einschreiben.

Nicht nur Rekruten, sondern auch Reservisten und Veteranen dürfen sich für das Programm anmelden. Laut Formular werden potenzielle Teams in Spielen wie «Fortnite», «Tekken», «League of Legends», «Overwatch» und vielen mehr gesucht. Die E-Sport-Spieler werden Teil des Marketing- und Engagement-Teams im US-Stützpunkt Fort Knox. Von dort aus sollen sie als Repräsentanten der Armee Wettkämpfe bestreiten. Kost und Logis übernimmt das Militär.

Erste Erfolge in Seattle

Anfang dieses Jahres hat das US-Militär bereits ein «Street Fighter V»-Turnier für im Dienst aktive Angehörige abgehalten. Die Gewinner durften an die PAX West Expo nach Seattle, wo sie den Final gewannen. Der E-Sport soll laut US-Militär den Soldaten helfen, ihre Perspektive zu verändern und die Fitness zu verbessern. Teil davon sei das Training der Hand-Augen-Koordination, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionszeit.


Kein Thema in der Schweiz

Für das Schweizer Militär kommt ein solches Projekt nicht infrage. Armeesprecher Stefan Hofer betont die unterschiedliche Ausgangslage der beiden Armeen: «Die US Army ist eine Berufsarmee, diese steht im Vergleich zur Schweiz in Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern. Werbung spielt bei uns daher keine Rolle.» Die Aufgabe der Schweizer Armee sei es nicht, Berufsleute zu gewinnen, sondern für die stellungspflichtigen Männer und freiwilligen Frauen eine geeignete Funktion zu suchen.

Eine Engagement im E-Sport-Sektor sei daher auch nicht geplant: «Es würde von Bürgerinnen und Bürgern kaum akzeptiert werden, wenn die Armee mit Steuergeldern finanzierte Armee-E-Sportteams unterhalten würde». Ausserdem sei die Sinnvermittlung und das Kommunizieren der wertvollen Leistungen der Armee gegenüber der Gesellschaft wichtiger als Personalmarketing, meint Hofer.


(rca)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr Besserwisser am 21.11.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Naja die Amis lassen ja auch nichts aus um ihre Bevölkerung an den unzählige illegalen Kriegen teilzunehmen.

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  • David am 21.11.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    Heute sind es games, morgen Roboter irgendwo auf der Welt die ferngesteuert werden...

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  • Reto am 21.11.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Muss man gar nicht darüber diskutieren

    Die US Armee besteht aus FREIWILLIGEN! Die muss man irgendwie ködern und deshalb wird rekrutiert was das Zeug hält mit allen Mitteln. Je länger je schwieriger wird das, weil die Jungen die Lügen des US Militärs auch je länger je weniger tolerieren und keinen Sinn mehr in Einsätzen am Ende der Welt sehen. Hier in der Schweiz müssen wir sicher nicht noch mit Steuergeldern Spielsüchtige supporten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Olly am 22.11.2018 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Prioritäten gesetzt

    Unser Militär muss sich mit Wichtigerem beschäftigen! Jedem Soldaten sein Süppchen, sein Schühchen.....

  • hermann am 22.11.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues

    beim shooter americas army wurden top player vom militär angeschrieben. dies ist bestimmt über 15 jahre her

  • Hmm am 22.11.2018 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die zukünfigen

    Drohnenpiloten muss man ja irgednwie sensibilisieren...

  • patrick h. am 21.11.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    esports kommt nicht

    egal wie oft die medien (und natürlich die sponsoren) das thema aufgreifen: esports. kommt. nicht. und kommt mir nicht mit "aber in asien ist das eine grosse sache"... in asien ist auch diablo immortal eine grosse sache. märkte und geschmäcker sind verschieden. und nachdem wir das thema nun schon ein paar jahre beackert haben muss man doch einsehen, esports. kommt. nicht.

    • Mentor am 22.11.2018 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @patrick h.

      Genau wegen Menschen wie sie einer sind, verschlaft die Schweiz gerade jetzt sehr viel!

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  • Nils am 21.11.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Den USA weit voraus!

    Naja, in der RS haben wir eine PS4 mit FIFA und einen Fernseher mitgenommen und jeden Abend gezockt. Wir waren auf Profiniveau