E-Sport vs Realität

22. Januar 2019 21:57; Akt: 22.01.2019 21:57 Print

Gamer schlägt auf echter Strecke Profirennfahrer

Ein E-Sportler fährt in einem echten Rennwagen ein Zeitrennen gegen den Ex-Formel-1-Profi Lucas di Grassi und gewinnt. Die Kommentatoren sind überrascht.

Der Simulationsfahrer Enzo Bonito schlägt den Formel-1-Profi Lucas di Grassi im Zeitrennen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Grenzen zwischen Videospielsimulation und echter Welt verschwimmen immer mehr: Der italienische Simulationsfahrer Enzo Bonito zeigte am Wochenende, wie sich die virtuelle Erfahrung auf die Rennstrecke übertragen lässt. Er schlug den Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi im Direktvergleich um eine halbe Sekunde.

Umfrage
Können E-Sportler in Simulationen das Fahren genauso gut lernen wie in echten Rennautos?

Der 23-jährige Sim-Racer nahm am Race of Champions (ROC) in Mexiko-Stadt teil, einer Autosportveranstaltung, bei der einmal im Jahr Profis aller Renndisziplinen zusammenkommen und sich freundschaftliche Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Seit dem letztem Jahr sind auch E-Sportler mit dabei.

Vom Rückstand zum Sieg

Unter den Grossen waren Namen wie Sebastian Vettel, Mick Schumacher und eben auch der brasilianische Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi. Vor sieben Jahren fuhr der 34-Jährige noch für Virgin Racing bei der Formel 1. Nun zog er am ROC gegen einen E-Sportler den Kürzeren, der die meiste Zeit im Simulator verbracht hatte.

Die beiden lieferten sich auf einer kurzen, kurvigen Rundstrecke ein Duell. In der ersten Runde war di Grassi noch fast zwei Sekunden schneller, Bonito fuhr aber eine spektakuläre zweite Runde und holte sich mit einer halben Sekunde Vorsprung den Sieg. Die beiden Fahrer waren in Vuhl-05-Rennwagen unterwegs. Bonito ist zusammen mit anderen E-Sportlern bei den Racing-Teams Redline und McLaren Shadow unter Vertrag.

Auch Formel 1 anerkennt Leistung

Der junge Simulations-Racer konnte erst seit knapp einem Jahr in einem echten Rennauto üben, was kein Vergleich zur langjährigen Erfahrung di Grassis ist. Die Kommentatoren reagierten ungläubig auf den Sieg Bonitos. Die Reaktionen auf Twitter sind aber zahlreich, auch der offizielle Kanal der Formel 1 zollt dem E-Sport Anerkennung und lobt die Leistung des Italieners.


In Rennsimulationen werden die physikalischen Begebenheiten des Rennsports so echt wie möglich nachgestellt. Profis nutzen dabei nicht die Maus und die Tastatur, sondern Lenkräder, Pedale und Spezialsitze – genauso wie bei echten Rennautos. Inzwischen ist das Erlebnis so realistisch, dass nur noch wenige Unterschiede zum echten Sport bestehen. Seit einigen Jahren gibt es daher auch in diesem Bereich E-Sport-Teams.

(rca)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arthur Nix am 22.01.2019 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fast wie echt!

    Auch weil ich schon selber Formel Ford und Formel 3 gefahren bin, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass ComputerSimulationen ganz nahe am Echten dran sind. Natürlich fehlen die G-Kräfte in der Kurve und beim Bremsen und Beschleunigen. Aber die Reaktionszeit lässt sich sehr gut verbessern und je routinierter man da ist, weiss man, wie man sich in Extremsituationen wie Schleudern oder Rutschen verhalten muss. Ich kann die ComputerFahrerei wärmstens empfehlen. Ungefährlich - und fast umsonst noch obendrein.

    einklappen einklappen
  • Glückwünscher am 22.01.2019 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für mich keine überraschung

    der zocker dachte sicher er kann respawnen xD.

    einklappen einklappen
  • F. Spring am 22.01.2019 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht überschätzen.

    Bei Formel 1 würde der je nach Strecke keine Runde fahren wie ein Profi, ohne trainierte Halsmuskeln.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pippo am 23.01.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bin nicht überrascht

    Formel 1 und co. ist nur eine Frage des Zugangs, nicht vom Können. Ein Klub für Reiche. Bin nicht neidisch, aber auch nicht dumm. Wieso Michael Schumachers Sohn ist ein Nachwuchstalent? Wirklich ne Frage des DNAs? Unwahrscheinlich, eher ne Frage der Beziehungnen und Marketings fürs ganze Zirkus. So long ...

  • alfmir am 23.01.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    viel zu grosse Gehälter..

    Zum F1 "Star" braucht es heute bloss noch gut trainierte Halsmuskeln und viel Geld von Papi..Bestes Beispiel dafür ist u.a. Stroll..Andere Beispiele dafür gibt es aber noch viele...!!

  • elotor am 23.01.2019 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    falsches Bild

    Bonito fährt seit einem Jahr in richtigen Rennautos Rennen. Ohne dieses Training wäre er chancenlos gewesen. Und Sorry - ROC ist jetzt nicht gerade ein Massstab. Also falsches Bild :-)

    • Andi am 23.01.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @elotor

      Dann üben sie mal ein knappes Jahr und fahren dann gegen die Profis.

    einklappen einklappen
  • Spectre121 am 23.01.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuschauer(e)sport

    Wird Zeit das Esports respektiert wird. Damit meine ich nicht dass man es mag oder schaut.

  • Giorgio am 23.01.2019 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sim-Racing ist hilfreich

    Das ist eine grossartige Leistung. Aber auch die Games werden immer realistischer und bieten immer mehr Parallelen zu echtem Racing. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Rennfahrer in ihrer Freizeit auch Racing-Sims spielen. Max Verstappen ist bspw. extrem gut in iRacing. Klar, Racing-Sims kann man nicht ganz mit richtigen Rennen vergleichen, vor allem ohne Apparatur die G-Kräfte simuliert, aber über das Fahrverhalten und das Reifenmanagement kann man da schon sehr viel lernen.