Von Noob zu Pro

18. Dezember 2018 06:55; Akt: 18.12.2018 12:42 Print

Lerne mit diesem Glossar die Sprache des E-Sport

von Riccardo Castellano - Keine Angst vor Fachbegriffen: Mit unserem E-Sport-Glossar findest du dich in der Welt des professionellen Gamens zurecht.

Bildstrecke im Grossformat »
: Moba steht für Multiplayer Online Battle Arena. Mobas sind dem Genre der Echtzeit-Strategiespiele untergeordnet. In der grossen Arena treten zwei Teams gegeneinander an. Das Ziel: Den gegnerischen Kern in der Basis zerstören. Dazu müssen die Spieler im Team und mit computergenerierten Soldaten die Türme zerstören, die auf dem Weg zum Kern liegen. : Ein Begriff aus den Mobas. Das Spiel läuft auf einem Schlachtfeld, das in drei Hauptwege unterteilt wird. Diese Lanes sind unterteilt in Top (oben), Middle (Mitte) und Bottom (unten). Die Spieler teilen sich auf den Lanes auf und versuchen diese zu dominieren. Wie auch im traditionellen Sport beschreibt das Roster eine Auflistung von Personen, die sich im Wettkampf gegenüberstehen. Verschiedene E-Sport-Teams, verschiedene Roster. Das Roster kann auch die Aufzählung der wählbaren Charaktere in einigen Spielen sein. : Ein Begriff für Spieler, die Frischlinge sind oder ein Spiel noch nicht gut beherrschen. Leitet sich vom englischen Newbie ab, was für Anfänger oder Neuling steht. Der Begriff wird oftmals auch abwertend gegenüber schlechten Spielern verwendet. Das Gegenstück dazu ist der Pro, Kurzform für professional. : Despektierlicher Slang unter Spielern oder Zuschauern. Wird verwendet, wenn ein Team oder Spieler von der Gegenpartei dominiert und völlig überwältigt wird. «That team got rekt!» hört man vielleicht von einem Zuschauer, der eine klare Niederlage eines Teams kommentiert. Steht für Spielbalance. Beschreibt das Gleichgewicht zwischen den spielbaren Komponenten und dem Schwierigkeitsgrad, um das Spiel erfolgreich bestreiten zu können. Jedes Team und jeder Spieler soll die gleichen Chancen haben. Die Game Balance liegt in den Händen der Spieleentwickler und wird durch Feedback der Gamer angepasst. Dazu gehören auch Buffs und Nerfs, denn ... : ... in Strategiespielen wie «League of Legends» gibt es über 140 spielbare Charaktere. Da es schwierig ist, ein Gleichgewicht zwischen diesen zu halten, braucht es Revisionen seitens der Entwickler. Buffs sind Verbesserungen an Charakteren, Nerfs hingegen eine Abschwächung. Die Bezeichnung Buff steht während eines Spiels auch für temporäre Boost-Effekte von Charakteren. : Steht für Overpowered. Wörtlich als überwältigend zu übersetzen, wird der Begriff meistens im Zusammenhang mit extrem starken Charakteren oder anderen Inhalten eines Spieles gebracht, sofern diese die Game Balance stören. Im Extremfall kann etwas so OP sein, dass es broken wird und das Spielerlebnis dem Wort entsprechend kaputt macht. : Abkürzung für Good Game und Well Played, übersetzt Gutes Spiel oder gut gespielt. Wird meistens am Ende eines Spieles in der Chatbox als respektvolle Geste geschrieben. Quasi der Handschlag des E-Sport. : Die Meta (Abkürzung für Most Effective Tactic Available) bezeichnet Strategien im Spiel, die derzeit am häufigsten gespielt werden, da diese mit der grössten Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen. Einfluss auf die Meta hat auch die Tier List, eine Liste in der auswählbare Charaktere ihrer Stärke und Effektivität nach in Rängen eingeordnet werden. : Charaktere in Strategiespielen sind oft in Rollen unterteilt, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Der Schütze sorgt für den meisten Schaden, der Support beschützt sein Team, der Jungler unterstützt Spieler aus dem Dschungel zwischen den Lanes und der Tank absorbiert gegnerischen Schaden. Je nach Spiel gibt es weitere Bezeichnungen. Englisch für verbieten. Die rote Karte des E-Sport. Bricht ein Team oder ein Spieler die Regeln, wird er für das Turnier gesperrt oder eben gebannt. In einigen Games können Charaktere anhand der Spielregeln temporär für ein Turnier oder eine Partie gesperrt werden. In diesem Fallt hat das bannen einen strategischen Zweck. : Der Troll als magisches Fabelwesen treibt Unfug. In der Gaming-Szene beschreibt der Begriff jemanden, der das Spiel nicht seriös nimmt und beispielsweise gegen sein eigenes Team handelt oder gar verbal ausfällig gegenüber anderen wird. Kurzformen für Away from Keyboard und Be Right Back, die der Spieler in die im Spiel integrierte Chatbox eintippt, falls er sich kurz vom Computer entfernt, sei es für eine Pinkelpause oder aus anderen Gründen. Im E-Sport kommunizieren die Spieler ansonsten meistens per Headset (Kopfhörer/Mikrofon). : Steht für eine getrennte Verbindung. Da die meisten Spiele eine stabile Internetverbindung erfordern, kann es aus technischen Gründen gelegentlich zu einem DC kommen. PVP steht für Player versus Player. Standardbegriff für Games, bei denen die Spieler gegen andere Spieler in Echtzeit antreten können. PVE steht für Player versus Environment, Spieler gegen Umgebung. Mit der Umgebung sind computergenerierte Gegner gemeint.

Zum Thema
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Fünf junge Männer sitzen mit Trikots nebeneinander, jeder mit Computer, Maus, Tastatur und Headset ausgerüstet. Sie klicken um die Wette, schreien und feilen an ihrer Strategie. «Wir brauchen Support an der Top-Lane», sagt der eine. «Komme gleich, habe Probleme Bot», antwortet ein anderer, «die spielen nicht nach der Meta». Ihnen gegenüber sitzt ein anderes Team. Alle Blicke sind auf die Bildschirme fixiert. Und 40 Millionen Menschen weltweit schauen dem Ganzen zu und fiebern mit. Diese Szene könnte sich an einem internationalen Final des Videospiels «League of Legends» abgespielt haben.

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Was für E-Sport-Fans Alltag ist, macht es Einsteigern schwer, den Zugang zu finden. Denn Spieler und Kommentatoren sprechen eine eigene Sprache, die je nach Spiel noch variiert. Doch es gibt einige Begriffe, die sich durch die meisten Games ziehen. Die wichtigsten Ausdrücke, die es braucht, um beim E-Sport mitzukommen, sind in der Bildstrecke erklärt.

Gute Reaktionen und Multitasking

Doch weshalb sollte man sich als Einsteiger überhaupt für E-Sport interessieren? Zuerst einmal, weil er boomt. 2018 ist, laut dem «Global eSports Market Report» vom Gaming- und E-Sport-Analysten Newzoo, der weltweite Umsatz der E-Sport-Branche um mehr als ein Drittel auf über 900 Millionen Dollar gestiegen. Tendenz steigend. Und weil E-Sportler fast Top-Athleten sind: Zwar müssen sie keine Marathons rennen, brauchen aber eine überdurchschnittliche Konstitution und Aufmerksamkeit. Denn der E-Sport verlangt eine schnelle Reaktionszeit, gute Hand-Augen-Koordination, Fähigkeit zum Multitasking und viel Durchhaltevermögen.


Die «League of Legends» World Championship 2015 in Berlin.
(Bild: Riot Games)

Ein E-Sportler fällt durchschnittlich acht Entscheidungen pro Sekunde oder etwa 480 pro Minute. Durchgeführt wird das Ganze meistens auf der Spielkonsole oder auf dem Computer mit Maus und Tastatur. Spieler messen sich je nach Spiel entweder allein oder im Team in eigens dafür gegründeten Vereinen.

Preisgelder in Millionenhöhe

Grundsätzlich kann jedes Game im Wettbewerb gespielt werden, die beliebtesten sind jedoch Echtzeit-Strategiespiele (auch Multiplayer Online Battle Arena, kurz Moba, genannt) und Ego-Shooter. Die drei grössten Spiele mit Preisgeldern in Millionenhöhe sind «Dota 2», «Counter-Strike: Global Offensive» und «League of Legends». Erst im August 2018 gewann ein «Dota-2»-Team in einem Turnier in Kanada über 11 Millionen US-Dollar.

Die Turniere werden ähnlich dem traditionellen Sport auf Online-Streaming-Seiten live übertragen oder sogar im Fernsehen ausgestrahlt. Die Szene in der Schweiz ist noch relativ klein, einzelne Ligen und Turniere sind jedoch im Aufbau begriffen. Ganz anders in Asien. Dort ist der Sport mit Videospielen neben Traditionellem wie Fussball schon fest verankert. Profi-Spieler können von den Gagen leben und widmen sich oft Vollzeit dieser Beschäftigung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Samuel R. am 18.12.2018 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein paar weitere Vorschläge

    Na wenn ihr im Artikel schon die apm oder aps ansprecht, fügt die doch der Liste hinzu. Besonders bei rts sind die wichtig, sonst versteht man wenig ;) und für die Einsteiger im Neuland wären auch Bots und feeden hilfreiche Worte.

  • Advocatus Diaboli am 18.12.2018 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht abschliessend

    Da gibts dann auch noch das griefing (Leute, die anderen versuchen den Spass zu vermiesen), rage quit (das Spiel aus Wut oder Frustration verlassen), damage per second (dsp, Schaden pro Sekunde), frags (tödliche Treffer in Shootern) oder cheese strategy (einfach auszuführende aber extrem wirksame Strategien, speziell gegen unerfahrene Spieler).

  • Peter Vogel am 18.12.2018 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Übrigens

    Gibt auch noch andere Spiele als Dota 2

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian am 18.12.2018 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kleines Detail Problem

    Jedes Spiel hat dann auch noch oft bis zu hunderten Glossar Wörtern, vor allem MMO's strotzen nur so davon. Wer ein Beispiel will Suche: EvE Glossary Also jeder Neuling in einem Solchen Spiel hat damit zu kämpfen, auch wenn man sich sonst mit dem allgemeinen Gamer Glossar gut auskennt ;-)

  • Philipp Lörr am 18.12.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Missing pieces

    Da fehlen aber viele Begriffe... PVM, cba, GF, stfu, l2play, nolifer, snipe, 1on1, mass, ffa, split, make bank/bonk, bot/botting, ragequit, ganging, jumping, rush, camp, etc. etc.

    • Stef32 am 18.12.2018 17:20 Report Diesen Beitrag melden

      könnt ja ne legende machen ;-)

      bug using, cheating (hacks a la wh/aimbot), esl, mr (Maxround), BR (BattleRoyal), aim, etc.

    • Martin am 18.12.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Truuu

      Da das Glossar weniger auf E-Sport abzielt (im pro Bereich spricht man selten von Noobs, Trollen und AFKler) hätte ich auch viele der von dir genannten Begriffe erwartet. :) Bots/botter/aimbotter, ragequiter, trolle und camper wiederspiegeln nämlich eher die für Gamer reale Welt wenn man sich an CS, Fortnite und vergleichbarem orientiert. Obschon neuere Spiele zumindest die Cheater besser im Griff haben.. :)

    • Herr Vorragend am 18.12.2018 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philipp Lörr

      Und tryhard, ez clap, poggers... und viele mehr. Und das würde vllt 0.05% der Leserschaft interessieren. Der Artikel hier an sich ist schon mutig genug

    • Jonas am 19.12.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

      Zu spezifisch

      @Martin Jedes Wort im Glossar kann in irgendeiner Weise im E-Sport vorkommen. Noobs? Kommt so ziemlich aus dem E-Sport. Troll? Gibt es in allen E-Sport-Spielen. AFKler? An E-Sport-Turnieren sind sie vielleicht nicht, aber der Begriff komt in der Semi-Pro/Casual E-Sport-Szene sicher vor. @Phillip, das gleiche was Herr Vorragend zu sagen hat. Zu spezifisch für einen Unwissenden.

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  • Aeonra am 18.12.2018 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeines (Fach-) Wissen

    Das Meiste ist allgemeine Gaming Sprache. Hat relativ wenig mit E-Sport zu tun. Selbst der hinterst und letzte Gelegenheitsspieler (casual) kennt mindestens die Hälfte dieser Begriffe. Ich versteh nicht, wieso jetzt alles sich plötzlich nur noch mit Esport in Verbindung gebracht wird. Sind wohl paar Sponsoren am Druck machen? 80% der Gamer sind immer noch Casuals und keine Pros.

  • @20min am 18.12.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Bitte

    Stellt doch jemanden ein, der schon einmal an einem PC gearbeitet hat, oder sogar schon an einem PC ein Spiel gespielt hat, das würde euren Artikeln eine gewisse professionalität und Inhalt geben, welcher heute einfach nicht vorhanden ist (und es ist schade dass ein Nachrichtenartikel, fehlerhaft, unprofessionell und Inhaltslos in einem sein kann)

    • Masterrace am 18.12.2018 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      Personal Computer

      Naja das kommt halt dabei rum wenn ein Konsolero plötzlich einen Artikel über E-Sport schreiben darf... ;) Nein Spass beiseite; Ich gebe dir inhaltlich teilweise Recht. Der Artikel hätte besser geschrieben werden können und sich entweder etwas mehr auf E-Sport beziehen können. Da gibt es aber noch ganz viel mehr wichtige Begriffe. Die derzeitigen beziehen sich eher aufs casual gaming und dafür ist sie auch sehr unvollständig...

    • Jonas am 19.12.2018 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Artikel ist gut aufgebaut

      Als E-Sportler kann ich sagen: Klar gibt es Begriffe, die nicht in allen Spielen gebraucht werden. Trotzdem ist der Artikel gut geschrieben und ist auch nicht für uns Hardcore-Fans gedacht. 20 Minuten ist keine E-Sport-Zeitung. Sei doch froh dass unsere Leidenschaft im Spotlight ist. Und....Fehlerhaft? Finde alles gut erklärt. Man merkt schon, dass die Person eine Ahnung hat finde ich.

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  • Callan am 18.12.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Variation

    Man redet von e-sport, nimmt aber das spiel dass zwar am grössten ist, jedoch auch für die grössten Nerds. Warum keine Qualitätspiele woe Age of Empires?

    • Martin am 18.12.2018 17:41 Report Diesen Beitrag melden

      Grümpelturniere gehören nicht zu E-Sport

      Ich mag Age of Empires ja aber jetzt mal ehrlich... Ist das dein Ernst? E-Sport und AoE? Gibts da überhaupt Turniere mit mehr als 10 Nasen? LOL und DOTA führen die Liste definitiv an. Sie haben bieten die grössten Preisgelder und gehören daher einfach erwähnt. Overwatch, CS, Starcraft (am ehesten noch wenn in Richtung eines Spiels wie AoE gehen soll) sind weitere bekannte vertreter.. Da Fallen mir aber noch ganz viele weitere ein und AoE ist defintiv nicht mal annhähernd auf der Liste.

    • Herr Vorragend am 18.12.2018 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Callan

      Ein E-Sport-Spiel muss regelmässig balanciert werden und braucht eine grosse Fangemeinde um zu bestehen. Plus viele weitere Gründe. AoE hat nichts davon. Ich mag AoE sehr, aber als E-Sport würde ich es nie verfolgen.

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