Teams steigen aus

10. März 2020 11:45; Akt: 10.03.2020 12:36 Print

Zoff in der Schweizer E-Sport-Szene

von Marc Gerber - Zwei der grössten E-Sport-Organisationen verlassen den Schweizer E-Sport-Verband SESF. Sie kritisieren den Verband massiv.

Silentgaming erklärt, wieso das Team ausgetreten ist. (Video: MAG)
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Ein Ruck geht durch die Schweizer E-Sport-Landschaft: Zwei der bekanntesten E-Sport-Teams des Landes verlassen den Verband. Die Teams Silentgaming und Lausanne Esports üben dabei Kritik am Schweizerischen E-Sport Verband SESF (siehe Video).

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Doch wie kam es überhaupt so weit? Seit der Gründung 2008 wird die SESF kritisiert. Sie verspreche viel, mache aber wenig – so ist die Wahrnehmung in der Szene.

Die erste Schweizermeisterschaft

2015 wagte die SESF den ersten Versuch, ein schweizweites «CS:GO»-Turnier auf die Beine zu stellen. Es sollte sowohl in der Romandie als auch in der Deutschschweiz auf den grössten LAN-Partys stattfinden. So etwas hatte es bis dahin noch nie gegeben. Es gab bereits Ligen wie die Gamersnet.ch, doch diese hatten meist nur ein kleines Final in einem Internet-Kaffee.

Die Idee kam in der Community gut an, doch die Organisation war harzig und die E-Sportler versprachen dem Verband zwar viel, hielten aber praktisch nichts ein. «Es war ein Gegeneinander und kein Miteinander», erinnert sich ein Verbandsmitglied, das anonym bleiben will.

Von den LAN-Partys kam zwar Hilfe, am Schluss wurde aber die erste Schweizermeisterschaft vom ehemaligen SESF-Präsidenten und einem Vorstandsmitglied organisiert. Zum Vergleich: An einem internationalen E-Sport-Turnier arbeiten Hunderte Leute mit. Kurz nach dem Turnier sind beide Parteien zurückgetreten.

Würden Mitgliederbeiträge helfen?

Seit der ersten Schweizermeisterschaft im «CS:GO» ist viel Zeit vergangen, die Probleme der SESF und der Mitglieder sind aber geblieben. Auch sonst fühlt sich Silentgaming, einer der grössten und ältesten aktiven Clans der Schweiz, vom Schweizer E-Sport-Verband nicht mehr vertreten.

Kritik ist zwar angebracht, die finanzielle Situation darf aber nicht ausser Acht gelassen werden. Pro E-Sport-Organisation bekommt die SESF 100 Franken. Praktisch jede Sportart generiert ihren Umsatz mit Spielerlizenzen, die pro Kopf meistens mehr kosten, als die SESF von den Teams verlangt. Ausserdem arbeiten alle im Verband auf Freiwilligenbasis. Wer also denkt, der Präsident der SESF mache Millionen, liegt falsch.

Das Niveau des Schweizer E-Sports

Vor 15 Jahren gab es auch schon internationale Top-Turniere, die vielleicht nicht Millionen von Dollar als Preisgeld hatten, aber trotzdem Teams aus der ganzen Welt anzogen. Bis heute nehmen an solchen Turnieren keine Schweizer Teams teil.

Die Schweizer E-Sport-Szene stellt hohe Ansprüche an den Verband, trotzdem können sie international nicht mithalten. Im Vergleich mit Schweden, den USA oder unserem Nachbarn Deutschland hat die Schweiz meist keine Chance. Die Schweizer E-Sport-Teams spielen lieber unter sich, als sich international zu messen. Trotzdem soll man die besten Schweizer E-Sportler behandeln, als wären sie Superstars. Fakt ist: Wenige sind auf diesem Niveau und das fördert Konflikte.

Was bringt die Zukunft?

Die SESF und die beiden Organisationen Lausanne Esports und Silentgaming wollen im Sommer wieder zusammensitzen. Falls sich die Situation für die Clans verbessert hat, hofft der Verband, dass die Teams wieder ein Teil der SESF werden.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Russe am 10.03.2020 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Verpennt, wie schon vieles

    Das grösste Problem der Schweizer ist und bleibt die Gier. Der Verband dachte sich er könne gross absahnen. Was nicht bedacht wurde ist, dass die schweizer E-Sportszene zuerst aufgebaut wurde. Ich habe damals Turniere im UT gespielt und war in Deutschland unter Vertrag. Damals lachte man noch über uns. An jeden schweizer E-Sportler, geht lieber zu Teams in anderen Ländern. Solange der Verband die Szene weiterhin als Witz sieht, wird hier nie was richtiges aufgebaut

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  • vita am 10.03.2020 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe da geht was

    Die Schweizer Szene ist ein Witz im vergleich zum Ausland. Sehr schade, denn esport ist international schon sehr gross und wächst immer mehr.

  • Jul44 am 10.03.2020 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Beteiligter

    Solange kein Sponsor bereit ist etwas zu investieren bleibt es Stückwerk.

Die neusten Leser-Kommentare

  • C.S. am 18.03.2020 04:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer eSportDivas

    Ich bin schon über 15 Jahre in der Szene aktiv und es war leider schon immer so dass die Schweizer eSport Teams Forderungen weit über ihrem spielerischen Niveau gestellt haben. Sei es an den Verband oder an LAN/Turnier Veranstalter. Dabei haben sie über die Jahre schon so manchen Turnier Organisator verheizt, anstelle dankbar zu sein dass jemand versucht etwas zu machen. Es ist einfach interessant zu sehen wie in der Schweiz grosseInternationale CS Turniere wie die Supreme Masters erfolgreich durchgeführt werden einfach mit minimaler CH Beteiligung die nach der Vorrunde eh weg ist. Schade

  • mit der Zeit gehen am 13.03.2020 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Games

    Denke die haben verpennt, Spnsoren und Spiel-Entwickler ins Boot zu holen. Beispielsweise For Honor (Ritterkampf Ego-Perspektive) hat einen enormen Aufschwung in der E-Sport Szene erlebt, wenn man mit solchen neuen innovativen Spielen ein Turnier organisiert und dies mit Ubisoft abstimmt, kommt sicher etwas gutes dabei raus, was auch finanziell etwas bringt... CS:GO ist eher veraltet und wird nicht mehr so aktiv gespielt/mitverfolgt.

  • Andi Hug am 13.03.2020 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss es umbenennen.

    Besserer Name, der zutreffen würde, wäre: ,,EJ-Sport,, Übersetzt: ,, Ewige Jungfrauen Sport,, Hahaha

    • Nano am 23.03.2020 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      Jedem das seine

      sagte der Schachspieler

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  • Albert Eder am 12.03.2020 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport ?

    Was hat das mit "Sport" zu tun ?

    • Kreoss am 13.03.2020 06:57 Report Diesen Beitrag melden

      OMG eyy

      Wenn du keine AHNUNG hast, klapppe!!

    • Demiro am 13.03.2020 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Kreoss

      Es ist KEIN Sport. Wenn man Physikalisch nicht stärker werden kann. Vom sitzen passiert eher das gegenteil, nämlich Muskelschwund. Deshalb ist ,,E-Sport,, wie Schach, Bowling, Billiard etc. nur alibi Sport, verstanden ?

    • watt am 13.03.2020 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      achneeisklaa

      also sind Gehirn-Muskeln keine Muskeln... ? (Hirn ist grösster Muskel, mal etwas Bildung schadet nicht)

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  • And1 am 12.03.2020 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey Fieber

    Könnten doch jetzt zu Hause für uns die Playoffs spielen! So zu sagen Home Office Playoffs, das wäre doch was...