Erzwungene Elternschaft

24. Januar 2019 17:58; Akt: 24.01.2019 17:58 Print

«Assassin's Creed» verärgert LGTB-Gemeinde

Ubisoft hat bei «Assassin's Creed: Odyssey» Spielern die Möglichkeit genommen, ihre Sexualität frei zu wählen. Der Shitstorm liess nicht auf sich warten.

Lässt Spielern oft freie Wahl: «Assassins Creed: Odyssey». (Ubisoft)
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Mit Social Justice, also sozialer Gerechtigkeit, tut sich die Game-Industrie noch immer ziemlich schwer. Auf der einen Seite stehen die halbherzigen Versuche der Entwickler, Minderheiten in populären Spielen mehr Präsenz zu geben. Das kann wie im Fall der historisch wohl nicht ganz korrekten Kampfamazonen im WW-Shooter «Battlefield» aber auch in die Hose gehen.

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Auf der anderen Seite stehen unzählige frauen- oder schwulenfeindliche Sprüche, die Star-Streamern auf Twich und Youtube immer mal wieder rausrutschen. In diesem Zusammenhang ist wohl auch der neuste Aufschrei aus der LGTB-Community zu werten, denn im neuen DLC zu «Assassins Creed: Odyssey» kann man die Sexualität nicht mehr frei wählen.

Romanze mit Folgen

Der Reihe nach. «Assassin's Creed: Odyssey» ist ursprünglich auf sehr viel Gegenliebe gestossen, weil das Game seinen Spielern oft freie Hand lässt. Zum ersten Mal in der Geschichte der populären Franchise bietet es seinen Spielern die Möglichkeit, jede Menge Entscheidungen zu treffen, darunter auch, ob man einen heterosexuellen oder homosexuellen Helden spielen will. Doch im neuen DLC «Legacy of the First Blade» ändert sich das plötzlich: Im ersten Kapitel trifft man auf Darius und seinen Sohn Natakas beziehungsweise seine Tochter Neema, sofern man Alexios spielt.

Daraus entwickelt sich eine Romanze, die aber – entgegen des propagierten freien RPG-Prinzips– auf jeden Fall heterosexuell endet. Den Spielern wird also keinerlei Möglichkeit gegeben, die Sexualität im Game frei zu wählen. Im Gegenteil: Die männliche, beziehungsweise weibliche Spielfigur geht bei der Fortsetzung der Geschichte immer eine Beziehung mit einer andersgeschlechtlichen Person ein, zumal aus dieser Beziehung im späteren Verlauf Nachwuchs hervorgeht.

Zuvor hatte man hier freie Wahl gehabt. Kein Wunder, fühlte sich die vorgeschriebene Elternschaft für alle, die ihren Charakter homosexuell, asexuell, ohne Kinderwunsch oder sonst nicht konventionell gespielt hatten, wie ein Schlag ins Gesicht an.

Vom Publisher verraten

Der Shitstorm liess denn auch nicht lange auf sich warten. Im Internet hagelte es böse Kommentare für Publisher Ubisoft; viele Spieler aus der LGTB-Gemeinde fühlten sich verraten. Der im Vorfeld lautstark angepriesene Rollenspiel-Charakter von «Odyssey» verkomme durch das erzwungene DLC-Ende zu einer Farce, so der Tenor.

Ubisoft hat sich inzwischen für das Vorgehen entschuldigt. Man habe mitbekommen, dass «einige Spieler angesichts der Beziehung in unserem neuen DLC enttäuscht sind», zeigte sich Creative Director Jonathan Dumont reumütig. Man wolle sich dafür entschuldigen. Und: «Unser Fokus bei der Geschichte war der Stammbaum des Protagonisten – wir haben da aber etwas falsch gemacht.»

Tatsächlich wird im Internet durchaus darüber gestritten, ob eine Hetero-Beziehung bei einer Liebschaft mit Kinderfolge nicht einfach logisch ist. Klar ist: Social Justice bleibt für viele Publisher ein Spielfeld, auf dem man sich nur allzu schnell die Finger verbrennen kann.

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexios am 24.01.2019 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch ?

    Hallo ? In dieser Geschichte geht aus dieser Beziehung ein Kind hervor. Und im antiken Griechenland haben Homosexuelle Paare numal keine Kinder adoptiert. Man muss endlich aufhören geschichtliche Fakten zu ändern um diesem Social Justice Wahn gerecht zu werden.

    einklappen einklappen
  • James Blond am 24.01.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chill mau du Social Justice Warrior

    "(..) für alle, die ihren Charakter homosexuell, asexuell, ohne Kinderwunsch oder sonst nicht konventionell gespielt hatten, wie ein Schlag ins Gesicht an." - Ernsthaft? Ich verstehe, dass es sich hierbei um Minderheiten handelt, die vor Diskriminierung geschützt werden müssen. Davon lässt sich aber noch lange kein Anspruch darauf, dass diese Wahlmöglichkeiten in das Spiel eingebunden werden, ableiten. Schlussendlich liegt es im Ermessen des Entwicklers, das wiederum durch die Interessen der Mehrheit der Spieler beeinflusst wird, ob er solche Funktionen dem Spiel hinzufügt- oder eben nicht.

  • dmac am 24.01.2019 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    äääh

    seit wann geht es in den ac games um sexualität??? das ist ein unrelevanter nebenaspekt vom game... als obs keine echten probleme gibt man man man

Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 25.01.2019 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte lesen

    spielerisch hätte es keinen sinn gemacht. im film sind ja darsteller auch nicht frei wählbar und die geschichte ist fix. videospiele haben je länger je mehr, funktionen drin die keiner braucht. nur um gendergerecht zu sein. dafür fällt man durch den boden oder clippt durchs ganze level. da man 50% der ressourcen auf genderwahn ausrichtet und fürs level und gameplay design reichts dann nicht mehr...

  • babatu am 25.01.2019 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    haste nicht gesagt?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten "verärgerten" sjw den dlc nicht mal besitzen oder gespielt haben.

  • Malgus am 25.01.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wahl?

    Ich finde es interessant wie immer gesagt wird, dass die Sexualität keine Wahl ist... (Bin ich völlig einverstanden) Aber wenn nun im Game die Wahl nicht getroffen werden kann gibt es ein Problem? Heuchlerei nenn ich das.

  • Zeus am 25.01.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts

    Glaubt mir. Die das Game zocken interessiert die Liebesgeschichten nicht auch nicht auf welcher Seite die Figur steht. Shitstorm? Das ich nicht lache. Eher ein paar wenige die Aufmerksamkeit suchen.

  • Pfosten am 24.01.2019 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache beklagen

    Ubisoft hat alles richtig gemacht. Wie sollen sie sich in künftigem Spielen auf Nachkommen beziehen wenn man es im Spiel umgehen kann? Am Ende entscheidet der Entwickler wie die Rahmenhandlung auszusehen hat und nicht und nicht irgend eine Gemeinschaft die sich in den letzten Jahren viel zu sehr darauf fokussiert unnötiges anzuprangern anstatt das sie sich mit den richtigen Missständen in unserer Gesellschaft auseinandersetzen.

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