Fördernde Videospiele

03. Mai 2016 14:13; Akt: 03.05.2016 14:13 Print

«Bei Gamern schlummert immenses Potenzial»

von Ill-FiL - Eine Mehrheit der Chefs spielt bereits während Arbeitspausen Games. Virtuelle Spiele sollen auch im Unterricht Einzug halten, fordern die Autoren eines neuen Buches.

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Über Jahrzehnte hatten Games einen schlechten Ruf: Sie würden Jugendliche vom Lernen abhalten, sie sozial isolieren und Gewalt fördern. Stimmt nicht, schreiben der Mikro- und Molekularbiologe Thomas Schutz und sein Co-Autor Martin Lorber, PR Director bei Electronic Arts, in ihrem neuen Buch. Sie räumen in «Gaming für Schule und Beruf» mit veralteten Vorurteilen auf.

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Gaming ist nicht nur Zeitvertreib von sozial inkompetenten, lernfaulen Teenager-Jungs: Gut die Hälfte aller Gamer sind inzwischen Frauen, und auch in Firmen-Chefetagen wird munter gezockt. So spielen ganze 61 Prozent aller Geschäftsführer in ihren Arbeitspausen virtuelle Spiele. Der durchschnittliche Gamer ist heute 35 Jahre alt und spielt seit 12 Jahren Games.

Gaming als Karriere-Motor

Lerntherapeut Thomas Schutz bezeichnet sich selber zwar «nur» als Gelegenheitsspieler, für ihn als Analysten für Talente und Kompetenzen sei Gaming aber hochinteressant: «Jeder kann von Gaming für seine berufliche Karriere profitieren, da er während des Spielens entwickelte Kompetenzen in die Berufswelt transferieren kann.» Dabei komme es nicht darauf an, welche Art Games man spiele, so Schutz.

Zudem sei es wichtig, dass man selber entscheide, was man zockt. Würden etwa Uni-Professoren oder Lehrer vorschreiben, was gespielt werden soll, sei das kontraproduktiv: «Der Lernende soll entscheiden, welches Game er spielt. Diese Entscheidung dem Spieler vorwegzunehmen, führt in der Regel dazu, dass der Spieler etwas anderes spielt», so der Lerntherapeut.

Sogar Handygames machen schlau

«Es gibt heutzutage ausserordentlich viele Spiele und Genres. Man muss gar nicht besondere Games herauspicken, die einem bestimmten Zweck dienen. Das Lernen geschieht sozusagen nebenbei», ergänzt Martin Lorber. Mit ihrem neuen Buch richten sich die beiden Co-Autoren vor allem an Lehrbeauftragte an Hochschulen und Vorgesetzte: «Wir wollen darauf aufmerksam machen, welches immense Potenzial bei den jungen Gamern noch unerschlossen schlummert», so Lorber.

Wie Lerninstitute Computer- und Videogames in den Unterricht integrieren sollen, schreiben die Buchautoren nicht vor. Dies hänge stark von der Persönlichkeit der Lehrkraft und dem didaktischen Konzept ab, sagt Thomas Schutz.

Auch gebe es keinen Unterschied, ob Lernende am PC, an der Konsole oder mit dem Handy spielen würden, meint Martin Lorber. Durchaus möglich also, dass an Schulen, in Unis oder am Arbeitsplatz mit dem Segen von Lehrbeauftragten und Vorgesetzten künftig «GTA» , «Call of Duty» oder «Angry Birds» gespielt wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ThorWalez78 am 03.05.2016 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Faehnchen weht im Wind

    Gestern dies... Morgen dass!? Koennt ihr euch jetzt mal entscheiden ob ich zum soziopathischen Amoklaufer,oder multi-begabtes Genie werde? Eigentlich ist es ja egal,fuer mich persoenlich ist gamen einfach ein guter Ausgleich zum altaeglichen Stressabbau.Zum Glueck hab ich mit 37 Lenzen mehr Angst vor der "Midlife Crisis" als zum Psycho zu verkommen wegem meinem Hobby ;)

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  • West_Casten am 03.05.2016 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mmmhh

    haha jetz auf ein mahl. und dann heisst es wider dieses und das! ihr wist auch nicht mehr was jetz gut ist oder schlecht beim Gamen!

  • Motiviert am 03.05.2016 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LOL

    Die Chefetage spielt Lesgue of Legends das sind dann die ganzen Flamer in den Bronze/Silber Bereichen ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ABi/Ball am 04.05.2016 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    EA PR Chef

    Wenn ein EA PR Chef es sagt muss es ja stimmen ;)

  • Silvan Alig am 04.05.2016 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wie denn?

    Bin ja auch ein begeisterter Gamer aber im Artikel wird überhaupt nicht gesagt inwiefern man davon profitiert. Würde mich persönlich noch interessieren wenn man das kurz zusammenfassen könnte.

  • AB62 am 04.05.2016 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Englisch

    Ich kann ehrlich sagen, mit GTA habe ich Englisch sprechen und verstehen gelernt.

  • Beat B. am 03.05.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Games

    Ich glaube schon das spiele die einem spass machen einen gewissen ausgleich darstellt und auch zur selischen befridigung gut ist. Auch räumliche Vorstellungskraft verbessert oder gar bessere reaktionen bringen. Bin mir aber sicher das es viele Gamer auch übertreiben damit wie auch bei anderen süchten. Ich glaube der zeitliche Aspekt und auch die vielfalt und offenheit gegenüber spiele ist sehr wichtig für Gamer. Bin selber seit ich 6 bin am Gamen, heute 37. Komme aus armen verhältnissen und habe heute Haus, Auto, Kinder und bin Verheiratet. PS: Bin auch Chef und Game nicht bei der Arbeit...

  • Sleepy the turtle am 03.05.2016 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht...

    Bitte nicht. Lasst die Kinder lieber draussen spielen in der Natur. Lernt sie Feuer zu machen und, helft ihnen Baumhäuser zu bauen. Lernt sie Tomaten zu pflanzen oder irgendetwas. Das wäre weitaus sinnvoller.

    • Pack Man am 04.05.2016 02:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sleepy the turtle

      jö,das klingt ja alles nett,aber alles was Du aufzählst Kostet Geld.Bussen für Feuer,Tomaten nur mit Garten und für frische Luft brauchst Du Urlaub ausserhalb der Stadt.Da kommt man mit Träumen und gamen auf jeden Fall noch Billiger weg,trotz der Horenden Preisen von Computer,console u games.

    • Andy S. am 04.05.2016 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sleepy the turtle

      Jedem ist üerlassen was er tun will. Jedbfalls habe ich nirgends gelesen, dass "nur" auf Games gesetzt werden soll, sondern nur mehr.

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