«Homefront»

16. März 2011 19:37; Akt: 16.03.2011 19:41 Print

«Homefront» weckt den Rachedurst

von Jan Graber - Der Ego-Shooter «Homefront» setzt auf Emotionen: Bevor die ersten Feinde im Kugelhagel draufgehen, wird mit aufwühlenden Bildern das Rachefieber geschürt.

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«Homefront» für PS3, Xbox360 und PC.

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Die nahe Zukunft: Nordkorea hat halb Asien erobert. Die USA liegen derweil wirtschaftlich am Boden und sind ein gefundenes Fressen für den Machthunger des koreanischen Diktators. Seine Armeen marschieren in die USA ein und unterdrücken mit brutalsten Mitteln die Bevölkerung. Mitten darin die Hauptfigur Jacobs, ein für die Resistance wert­voller Helikopterpilot: Als er in einem Gefangenentransport durch eine amerikanische Stadt gefahren wird, sieht er, wie Menschen misshandelt, vergewaltigt und Eltern vor ihren Kindern erschossen werden.

Die Bilder wühlen auf; selten hat man in einem Spiel ähnlich krasse Szenen gesehen. Sie schüren die Wut und den Willen, den Besetzern mit Gewalt entgegenzutreten – was denn auch bald mit adrenalinrauschenden Gefechten und viel Feuerkraft möglich wird. «Home­front» vermeidet es jedoch, den Krieg nur in Schwarzweiss-Bildern zu zeichnen, sondern zeigt, wie der Blutrausch auch auf der Seite der Guten zu Schlechtem führt.

Die emotionalisierenden Stilmittel können indessen nicht darüber hinwegtäuschen, dass «Homefront» ein Shooter ist, in dem in erster Linie reihenweise Gegner ausradiert werden müssen. Trotz aufwändig gestalteten Levels lassen sich diese kaum erforschen oder begehen. Der Held kann sich nur in einem eng abgesteckten Rahmen be­wegen.

Was als grandiose Actionstory mit brillanten Bildern und dramatischen Momenten beginnt, endet leider nach fünf, sechs Stunden allzu früh als zwar krachender, aber dennoch zu eindimensionaler Shooter. Auf Ballerfans warten indessen zusätzliche Multiplayerschlachten, in denen sich bis zu 32 virtuelle Kriegsmorcheln gleichzeitig ans Leder dürfen.

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