Schweizer Erfindung

10. Juli 2016 11:52; Akt: 10.07.2016 11:52 Print

«Wie Lego – jeder kann sich ein Game basteln»

Mit «Struckd» haben zwei Schweizer eine App erfunden, mit der man «kinderleicht eigene Games» bauen kann, wie Gründer Flurin Jenal erklärt.

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Flurin, zusammen mit Silvan Bauser haben Sie «Struckd» entwickelt. Was genau war die Idee dahinter?
Mit «Struckd» kann jeder ganz einfach ein Game kreieren– auf Tablet, Smartphone oder sonstwo. Weil es keine Programmierung braucht, ist das kinderleicht. Jeder kann ein Game machen, und die User sollen ihre Kreationen dann mit anderen Usern teilen.

Was genau heisst «ein Spiel kreieren»? Gibt es keine Einschränkungen?
Es gibt insofern Limits, dass die Teile vorgefertigt sind. Aber weil es extrem viele Teile gibt, sind die Möglichkeiten riesig. Man muss sich das vorstellen wie bei Lego – dort sieht zwar alles nach Lego aus, aber es gibt unendlich viele Möglichkeiten etwas zu kreieren.


Kann ich mir also mein eigenes Jump N Run oder meinen eigenen Hero-Shooter basteln?

Wenn man die richtigen Elemente dafür herunterlädt, ist das möglich. Diese Teile gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. Auch das ist wie bei Lego: Man muss sich bei uns die entsprechende Box kaufen, um ein Spiel bauen zu können. Wir haben erst eine Box, wenn man es so nennen will: «Feather Fenzy», ein Spiel aus dem «Angry Birds»-Genre, bei dem man Türme zusammenkrachen lässt. Später wird man die verschiedenen Baukästen miteinander kombinieren können.

Ihr geht mit «Struckd» jetzt an die Öffentlichkeit – warum nicht erst, wenn schon ein grösseres Angebot steht?
Wir brauchen Feedbacks, und wir brauchen Downloads. Je mehr Leute sich unsere App runterladen und ihre Kreationen präsentieren, umso besser. Erst dann kommt die richtige Dynamik ins Rollen.

Ganz neu ist die Idee nicht, was unterscheidet euch etwa von Level-Editoren?
Wir sind mehr als ein Sandbox-Game, aber weniger als eine Engine. Wir liegen irgendwo dazwischen. Das heisst, es ist wirklich kinderleicht – und vor allem völlig frei. Wir stecken zwar selber noch in den Kinderschuhen, aber wenn es uns gelingt, die Usability mit der entsprechenden Community zu kombinieren, kann ein toller kreativer Sog entstehen.

Welche Rolle spielt denn die Community?
Wenn jeder seine Idee mit den anderen teilt, entsteht ein Dialog, der alle Seiten weiterbringt. Wir werden die User, die ihre Spiele hochladen, belohnen – indem wir ihnen Sets geben oder sie bei uns auf die Frontpage schalten. Immer vorausgesetzt, dass sie etwas Spannendes gemacht haben natürlich. Ein bisschen wie bei Youtube.

Und dafür gibts Ruhm und Ehre – oder auch Geld?
Das müssen wir noch ausprobieren. Mit dem Gedanken, Geld zu zahlen, haben wir tatsächlich schon gespielt. Vor allem, wenn sich das als Hauptmotor für gute Ideen bewähren sollte. Eine andere Möglichkeit wäre, den Usern kostenpflichtige Downloads gratis abzugeben. Aber Ruhm und Ehre ist auch nicht ohne.

Die App hiess im Januar noch «X-Assets». Warum kam es zum Namenswechsel?
«X-Assets» war viel abstrakter und technischer. «Struckd» ist simpler und steht für «get strucked» (deutsch: von etwas getroffen werden) und «construct» (bauen). Bei unserer Zielgruppe – Kindern und Jugendlichen – kommt das sehr gut an.

(rtl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dev92 am 10.07.2016 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Irreführend

    Sorry aber das ist total irreführend, das hat nichts mit "eigenes Spiel entwickeln" zu tun, das ganze ist einfach eine Sandbox. Wer kennt nicht noch die Zeiten von RPGMaker und co. Tut mir leid aber ein eigenes Spiel ist etwas anderes, dazu braucht es schon ein wenig mehr Eigeninitiative, sei es aus Sicht des Artwork wie auch der Spielmechanik. Spiele die aus zusammengekleisterten bzw. gekauften Unity-Assets bestehen gibt es jetzt schon viel zu viel. Einzigartigkeit und Eigenarbeit sind gefragt. Nicht Fliessband. Das ist die hohe Kunst.

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  • Gametester am 10.07.2016 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    Gibt es schon laaaaange aber die schweizer Indie szene schmückt sich gerne mit fremden Federn.

  • Tizian Giger am 10.07.2016 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :(

    Aber nicht für Android erhältlich...war ja mal wieder klar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Advocatus Diaboli am 11.07.2016 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht gleich Unity?

    Wer ein Spiel entwickeln will soll sich doch lieber an Unity 3D wagen, die Engine ist für persönliche Nutzung komplett kostenlos und die Funktionsweisen sind bestens Dokumentiert. Klar muss mah dafür ein wenig Programmieren lernen, aber immerhin hat man am Ende des Tages mehr davon, als mit einem glorifizierten Leveleditor zu hantieren.

  • patrick h. am 11.07.2016 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    nein danke

    Wieder was das die Welt nicht braucht. Los Millennial, träum nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum...Muss toll sein, sich mit fremden Federn zu schmücken. Kleiner Seitenhieb auf das "Angry-Birds"-Gerne...

  • rw am 11.07.2016 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein download verfügbar

    finde ich im play store nicht. (struckd)

  • Alex am 10.07.2016 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Uralte Idee

    Diese Idee ist uralt. Mit Werkzeugen wie AgentSheets und AgentCubes kann man das schon seit über 20 Jahren machen. Haben auch in der Schweiz schon zehntausende gemacht (

  • Gametester am 10.07.2016 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    Gibt es schon laaaaange aber die schweizer Indie szene schmückt sich gerne mit fremden Federn.

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