GameVote

15. Oktober 2015 12:34; Akt: 15.10.2015 12:34 Print

«Wir wollen Politiker, die sich für Games einsetzen»

von Jan Graber - Gamerights.ch listet National- und Ständeratskandidaten nach ihrer Einstellung zu Games. Es geht nicht nur um Wahlhilfe, wie Präsident Thomas Riediker erklärt.

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Einsatz für Videospiele: Gamerights.ch gibt Wahlempfehlungen für Gamer. (Bild: Keystone/Foto: Gaetan Bally/Montage: 20min.ch)

Zum Thema
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Es gibt mehrere etablierte Plattformen mit Wahlempfehlung. Wieso braucht es auch noch GameVote von Gamerights.ch?
Thomas Riediker: Wir empfehlen selbst auch Wahlhilfeplattformen wie Smartvote. Aber unter den 75 Fragen befindet sich nicht eine zum Thema Medienkultur und Games. Wir empfanden es als Defizit, weil man als Gamer nicht weiss, ob man Leute ins Parlament wählt, die sich für Games einsetzen oder darin einfach nur die Gewaltdiskussion sehen.

Umfrage
Wie wichtig ist Ihnen, dass sich Politiker mit Games und Medienkunst auseinandersetzen?
40 %
40 %
15 %
5 %
Insgesamt 1012 Teilnehmer

Wie ist Gamerights vorgegangen?
Wir erstellten eine Tabelle aller Kandidaten und gingen alle Vorstösse, Interpellationen, Postulate und Standesinitiativen durch. Wir analysierten, welche Positionen die Politiker in den letzten zehn Jahren bezogen. So können wir abschätzen, wer offen mit dem Thema Games umgeht.

Es gibt für den Nationalrat auch neue Kandidaten. Lässt sich überhaupt eine aussagekräftige Übersicht erstellen?
Es ist besser, das zusammenzufassen, was bekannt ist, statt gar nichts zu machen. In den sechs Jahren, seit es Gamerights.ch gibt, hatten wir sehr viel mit politischen Geschäften zu tun und zu zeigen, wer wo steht, ist eine nützliche Arbeit. Sie hilft nicht nur den Leuten, die jetzt wählen, sondern auch in Zukunft.

Gäbe es nicht wichtigere politische Anliegen?
Ich finde es vermessen, bei jedem Thema, das einem nicht am Herzen liegt, zu sagen, es gäbe Wichtigeres. Was wichtig ist, liegt im Auge des Betrachters. Unsere Aufgabe als Konsumentenorganisation ist es, uns stellvertretend für Gamer mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wer sich nicht für das Thema interessiert, wird es nicht in die eigene Wahl miteinbeziehen. Natürlich haben Gamer aber auch andere politische Anliegen.

Will Gamevote.ch wirklich Wahlhilfe leisten oder geht es um die grundsätzliche Message gegenüber den Politikern?
Primär handelt es sich um eine Hilfeplattform, sonst hätten wir einfach einen offenen Brief schreiben können. Es ist schwierig, den Überblick über die Ansichten aller Politiker zu haben, der Aufwand dafür ist für Einzelne zu hoch. Wenn Politiker aber merken, dass sich jemand die Mühe macht, ihre politischen Geschäfte zu analysieren und erkennt, dass das Thema den wahlberechtigten Gamern wichtig ist, hat es einen zusätzlichen Effekt.

Wird das Thema Games in diesem Zusammenhang nicht überschätzt?
Games sind zum Bleiben da und es gibt Inhalte, die für Kinder nicht geeignet sind. Die Situation hat sich den letzten fünf Jahren zwar verbessert, auch dank des Programm Jugend und Medien des Bundes. Trotzdem gibt es Eltern, Lehrer und Politiker, die sich im Thema nicht auskennen. Wenn wir es schaffen, dass sich Politiker objektiv damit auseinandersetzen, können wir sicherer in die Zukunft gehen. Dass alle Games gut finden, können wir nicht erreichen – aber sie sollen sich wenigstens objektiv damit auseinandersetzen.

Es geht also vor allem darum, Politiker zu wählen, die sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen?
Um eine fundierte Meinung zu haben, braucht es die Auseinandersetzung. Games nicht als wertvoll zu empfinden, gehört zur Freiheit einer Demokratie. Aber natürlich möchten wir lieber Menschen im Parlament sehen, die Games gegenüber positiv gesinnt sind.

Wie sieht es für zukünftige Wahlen aus?
Der wichtigste Aufwand auf nationaler Ebene ist gemacht. Wir schauen nun, ob wir in Zukunft die Daten für regionale oder kantonale Wahlen nachtragen können. Vielleicht schaffen wir es aber auch, dass die eine oder andere Frage Eingang in die etablierten Wahlhilfeplattformen findet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 15.10.2015 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superrrrr

    Super Mario auf der Liste 1. Ist mein favorit kandidat. Ab in den Bundesrat.

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  • Bergtroll am 15.10.2015 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Wahlempfehlung

    Wählt Politiker die "Eile mit Weile" spielen können ohne auszurasten!

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  • A-non am 15.10.2015 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wofür?

    Ich als Gamer sehe darin keinen Sinn. Wäre höchstens mal cool, wenn man ein stadion für Game Turniere hätte. Aber das wird in der Schweiz nie passieren. Natürlich soll das dann kein Schweizer Turnier sein, sondern Spieler auf der gauen Welt einladen. Würde gut Geld in die Kassen spülen und der Schweiz ein positiveres Bild bei Gamer geben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P. P. am 16.10.2015 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Dann müsst Ihr wählen gehen

    Bis Sonntag-Mittag haben die Wahllokale noch offen.

  • Master Chief am 16.10.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kunst

    Wird mal Zeit, dass Games als Kunst anerkannt werden.

  • jay jay am 16.10.2015 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    ich möchte...

    publisher die sich für games einsetzen. und nicht halbfertigen mist rausbringen der dann mit 19chf dlc patches gefixed wird.

    • r.f. am 16.10.2015 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      liegt an dir

      wenn dus nicht kaufen würdest dann würde sich vielleicht mal was ändern.

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  • Marco Scherer am 16.10.2015 04:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Idee

    Nach derzeitigen Weiterbildubg, werde ich mein Projekt verwirklichen. In Zusammenarbeit mit Firmen wie Asus oder Logitech, ein Schweizer E-Sport Event aufbauen. Lieber sowas am Rande machen anstatt einem Politiker die Stimme über Games zu geben, die keine Ahnung haben und es am Schluss verbieten.

    • Hanspeter am 16.10.2015 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      Frust

      Verstehst Du nicht, dass die Politiker letztendlich immer noch die Stimme über Games haben, ob Du sie wählst oder nicht? Die Personen, die in den nächsten vier Jahren ins Bundeshaus kommen, werden über wichtige Neuerungen im Gamehandel entscheiden. Das hat mit E-Sports-Events nicht die Bohne zu tun (nur insofern, dass die auch nicht mehr gehen, wenn Games verboten werden, weil all die Gamer sich nicht die Mühe machen, zu erkennen, wie wichtig es ist, die richtigen Politiker zu wählen).

    • Marco Scherer am 16.10.2015 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hanspeter

      wir haben jetzt glaub keinen einzigen Politiker der sich ansatzweise mit games auskennt also, oder sag du mir mal einen.

    • Hanspeter am 16.10.2015 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco Scherer

      Schau doch die Liste an! Meine Güte ... Ausserdem, wer sich auch nur einen Funken mit dem Thema auseinandersetzt, erkennt, dass bspw die Piratenpartei sehr wohl viele Gamer beherbergt. Andere sind wenigstens nicht Anti-Games... Die Ch Gamer habens echt nicht verdient dass sich jemand für sie einsetzt wenn ich hier lese. Diese Ignoranz.

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  • jemand am 15.10.2015 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gamingindustrie

    Hier geht es nicht alleine ums gamen. Es geht auch darum, dass die Gamingindustrie in der Schweiz anerkannt wird und auch gefördert wird.

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