Japanisches Rollenspiel

28. August 2011 13:21; Akt: 31.08.2011 15:36 Print

Das 100-Stunden-Game

von Jan Graber - Das Rollenspiel «Xenoblade Chronicles» schafft den Spagat zwischen Spieltiefe, gemächlichem Tempo und unterhaltsamer Action. Wer wenig Freizeit hat, sollte sich den Kauf aber zweimal überlegen.

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Rollenspiele können eine öde Angelegenheit sein: Unendlich streift der Spieler durch Landschaften, sammelt Pflanzen und Gegenstände, braut Tränke, bastelt Werkzeuge und hört sich Figuren an, die tränenreich die Übergriffe böser Feinde beklagen. Schritt für Schritt wird die eigene Figur aufgebaut, bis sie das finale Übermonster bekämpft. Wer hierzu die Geduld nicht aufbringt, stirbt vor Langeweile.

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Zwar gehört auch das japanische Rollenspiel «Xenoblade Chronicles» in die Kategorie gemächlicher Spiele, in denen endlos viele Gegenstände, Rüstungen und Erfahrungspunkte gesammelt werden. Langeweile kommt hier aber keine Sekunde auf.

Auf Rollenspiel-Liebhaber wartet ein Leckerbissen. Bis alle Nebenaufgaben gelöst sind, können gut und gerne 100 Stunden verstreichen.

Packende Kämpfe

Drei Merkmale zeichnen «Xenoblade Chronicles» aus: das Kampfsystem, die soziale Interaktion sowie der Spielrhythmus. Da die Kämpfe halbautomatisch ablaufen und sich Spielheld Shulk und seine Freunde selbstständig auf die Gegner werfen, kann sich der Spieler vollkommen auf die Angriffstaktik und Gruppendynamik konzentrieren. Man bringt Shulk in eine vorteilhafte Position hinter oder seitlich des Feindes, um diesen mit einem sogenannten Technik-Angriff empfindlich zu treffen. Oder man hilft umgeworfenen Freunden auf die Füsse, muntert sie auf und steigert so die Gruppenharmonie.

Ist diese vollkommen hergestellt, machen gemeinsam durchgeführte Angriffsketten dem Gegner den Garaus. Das Gefühl von Gruppendynamik intensiviert die Kämpfe, das gemeinsame Vorgehen macht sie taktisch spannend.

Beziehungen aufbauen

Mittels sozialer Interaktion gehen die Figuren in «Xenoblade Chronicles» persönliche Verbindungen zueinander ein, die den Ruf des Helden begründen und zu Vorteilen im Tauschhandel oder zu Nebenmissionen führen. Letztere benötigt der Spieler, um die Gruppe mit Erfahrungspunkten zu stärken und wertvolle Gegenstände zu ergattern, so dass schliesslich stärkeren Gegnern der Hauptmission die Stirn geboten werden kann. Spieler führen mit den Spielcharakteren auch sogenannte Harmoniegespräche, um Bindungen bis hin zur Liebe zu vertiefen. Diese Möglichkeit bringt dem Spieler die Figuren näher, sie weckt Emotionen.

Erstklassiger Spielrhythmus

Am meisten hält indessen der Spielrhythmus Gamer bei der Stange. Trotz enormer Spieltiefe wird der Spieler Schritt für Schritt in das komplexe Rollenspiel eingeführt. Er kann meistens selbst entscheiden, wann er einen Kampf beginnen oder wo er lieber ausweichen will. Trotz gemächlichem Tempo wird die Geschichte durch das drohende Unheil vorangetrieben und der Spieler möchte wissen, wie es weitergeht.

Fazit

«Xenoblade Chronicles» ist ein hervorragendes Rollenspiel für Wii-Besitzer, das sowohl durch Spieltiefe und Komplexität als auch durch ein ansprechendes Spieltempo und eine gute Spielerführung glänzt. Optisch vermag das Game zwar nicht zu brillieren, was den Blick aufs Spiel aber keineswegs trübt. Dank des Charmes und der liebevollen Gestaltung der Spielfiguren und Spielwelt vermag es auch Rollenspielmuffel ins Game zu ziehen.

Der Gametrailer:
Quelle: YouTube

«Xenoblade Chronicles» ist am 18. August für Nintendo Wii erschienen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • shulk am 01.09.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    korrektur: 200h+ und top grafik

    wenn man alle sidequests lösen will, geht die spielzeit locker auf über 200h. "optisch mag das game zwar nicht brillieren"....? ist mit unter das allerbeste was es auf der wii gibt! aber wurde wohl mit ps3 verglichen...

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  • Hans am 31.08.2011 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europa vs japan

    Europäer stehen mehr auf us und eu spiele mit realen inhalten. Dieses spiel sieht zwar schön aus aber kann (zumindest in europa) nicht mit cod und co. Mithalten.

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  • Markus am 31.08.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso keine Gelegenheitsspieler?

    Also wenn man wenig Freizeit zum gamen hat, sollte man dieses Spiel erst recht kaufen, dann hat man auch länger etwas davon oder muss man die games an einem Tag durchgespielt haben?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Inkognito am 07.09.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Spielstunden

    Ich finde es immer wieder amüsant, wenn 20-100h Spielzeit als viel angesehen werden (vielleicht liegt's daran, dass ich einfach eher längere (j)rpgs gewöhnt bin bzw. diese hier bei uns nicht so zum "mainstream" gehören, wenn man so will). Aber das ist in EU/US nun mal so und bekanntlich lässt sich über die Geschmäcker reichlich streiten... ...ist zwar ein bisschen weiter hergeholt aber wer die Monster Hunter Reihe kennt, weiss wie schnell manchmal 500h - 1000h vergehen können. :)

  • Kilu am 03.09.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Grafik vs. Gameplay?

    Im Gegensatz zu manchen PC-Rollenspiele ist die Grafik wirklich schlecht. Aber ich kann mich vorstellen, dass das Game einem packt und man kann dann nicht mehr aufhören.. Aber letzteres ist mir persönlich wichtiger als eine hammer Grafik. Lieber eine super Story.

  • Hans Nötig am 02.09.2011 01:44 Report Diesen Beitrag melden

    Warum, Nintendo?

    Mal im ernst. Ich finde das Spiel auch Super und ich freue mich über jedes neue JRPG, das den Weg nach Europa oder Amerika findet, allerdings hätte ich dieses Spiel lieber auf der PS3 gespielt. Nintendo hat es sich einfach mit den - ich rede nicht mal von Hardcore-Gamern - sondern von ganz normalen Spielern verscherzt. Dieser ganze Müll den ich sehe, wenn ich ins Wii-Regal blicke schmerzt mir in den Augen. Alles nur Casual Games und Kinderspiele. Praktisch kein richtiges Spiel ist letztens für die Wii erschienen und jetzt, zum Schluss will Nintendo wieder was gut machen? Etwas zu späht!!!

  • shulk am 01.09.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    korrektur: 200h+ und top grafik

    wenn man alle sidequests lösen will, geht die spielzeit locker auf über 200h. "optisch mag das game zwar nicht brillieren"....? ist mit unter das allerbeste was es auf der wii gibt! aber wurde wohl mit ps3 verglichen...

    • melia am 03.09.2011 01:59 Report Diesen Beitrag melden

      wahre worte

      bin ganz deiner meinung!!! echt fettes game :)

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  • Vi Domina am 31.08.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    100h? unteres Limit für ein RPG

    100h hab' ich gebraucht um herauszufinden wofür der "red rubber ball" in Wizardry 7 war. Das Internet mit seinen Walkthroughs nimmt einem leider einen grossen Teil des Spielspasses (und Verzweiflung) ab.

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