Harte Zeiten

24. November 2018 16:50; Akt: 24.11.2018 16:50 Print

Das passiert mit den Pleitespielen von Telltale

Gamestudios durchleben momentan schwierige Zeiten. Der Geschichtenerzähler Telltale ging gar in Konkurs – mit Folgen für diverse populäre Titel.

Einer der Hits des geschlossenen Studios Telltale: «Game of Thrones». (Telltale)
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Auch im Gamesektor wachsen die Bäume nicht einfach so in den Himmel. Zwar sorgte unlängst die Meldung für Schlagzeilen, dass US-Gamer allein im Oktober rekordverdächtige 1,55 Milliarden Dollar für Spiele – allen voran für «Call of Duty: Black Ops 4» – ausgegeben haben. Doch nicht überall sieht es so rosig aus.

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Gamegigant Activison etwa hat mit den Erwartungen der Investoren zu kämpfen, die nach neuen Titeln verlangen. Weil das Studio aber in der Entwicklung hinterherhinkt, versucht man derzeit vor allem, populäre Reihen wie «WoW» für den steigenden Mobilesektor fit zu bekommen. EA dagegen muss bei seinem Goldesel «Fifa» den Backlash gegen Coverstar Cristiano Ronaldo wegen der angeblichen Vergewaltigung in Las Vegas verkraften, und bei Bethesda sorgen miese Kritiken für den Blockbuster-Titel «Fallout 76» für Kopfschmerzen.

Licht aus bei Telltale

Doch das ist alles noch harmlos gegenüber der Entwicklung bei Telltale Games. Der bekannte Hersteller musste Ende September mehr oder weniger schliessen. Von den 250 Mitarbeitern werden alle entlassen bis auf jene, die letzte Verpflichtungen gegenüber den Partnern zu erfüllen haben. Telltale-CEO Pate Hawley begründet die Entscheidung damit, dass die Firma ein «unglaublich schwieriges» Jahr hinter sich habe. Zwar konnte man durchaus gute Spiele auf den Markt bringen, die Verkaufszahlen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Telltale Games ist alles andere als ein kleiner Fisch. Das kalifornische Entwicklerstudio wurde 2004 von ehemaligen LucasArts-Mitarbeitern gegründet. Das Studio war vor allem für seine interaktiven Storyspiele bekannt geworden – darunter etwa die erfolgreiche «Batman»-Serie. Zum Portfolio gehören auch «The Walking Dead», «The Wolf Among Us», «Game of Thrones» oder der Story-Mode von «Minecraft». Bereits 2017 wurden im Zuge einer Restrukturierung fast hundert Mitarbeiter entlassen. Die neuen Titel von Telltale Games wurden für ihr Storytelling gelobt, jedoch gab es zunehmend Kritik an der veralteten Engine.

Die Toten laufen weiter

Was aber passiert nun mit den Spielen, nachdem das Studio seine Tore geschlossen hat? Fest steht, dass die Pläne für einen zweiten Teil von «The Wolf Among Us» vom Tisch sind. Die finale Staffel von «The Walking Dead» soll jedoch veröffentlicht werden. Und für den Streaminganbieter Netflix soll nach wie vor die filmische Umsetzung von «Minecraft Story Mode» realisiert werden.

Die Spiele aus den Online-Stores jedoch verschwinden nach und nach. Auf Steam etwa können «The Walking Dead» und «Back to the Future» bereits nicht mehr gekauft werden. Bei «Batman», «The Wolf Among Us» und «Game of Thrones» indes ist das noch möglich. Der Grund dafür dürfte sein, dass die Lizenzen der Games im Zuge der Liquidierung verkauft werden: Um ausstehende Rechnungen zu bezahlen, wird nun auf die Spiele des US-Studios zugegriffen. Immerhin eine gute Neuigkeit gibt es: Bei «The Walking Dead» hat sich mit Skybound Games ein Studio gefunden, das das Spiel weiterführen wird.

(srt)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Falingdragon am 24.11.2018 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Die Probleme der Gameindustrie sind die steigende Geldgier der Investoren, Spieleentwicklungen sollten am besten nichts kosten aber dafür Milliarden einspielen. Das andere sind die Spieler die am liebsten alle 2 Wochen neuen Content haben und das am besten kostenlos. Viele Spiele sind dank dieser Kombination nicht das geworden was man aus ihnen hätte machen können.

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  • Es War Einmal.. am 24.11.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor langer zeit

    Es geht nur noch ums geld der investoren. Vivendi voran! Alles aufkaufen und ja halbjährlich die spieler um ihr geld bringen die doof genug sind alles zu kaufen. Vermisse die zeiten des call of duty 1

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  • Flachländer am 24.11.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ingame Stories zu lasch...

    Nachdem ich mir etwa vier Games gekauft hatte welche ingame Stories / Kampagnen hatten die nicht mal richtig mit Tetris auf dem Gameboy mithalten konnte, habe ich meine Konsole verjubelt. Ich kann mit dem Onlinezocken nichts anfangen, zumindest icht bei Egoshootern. Und wenn 80% in Onlinegaming investiert wird und dann noch ein Guetnachtgschichtli hineingepfuscht wird, dann edieu...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Trollgeflüster am 04.12.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte um Ruhe und Geduld

    Bethesda hat sich dem Druck der Community gebeugt, ein Online-Open World-Fallout zu bringen und damit ihre Maxime in den Sand gesetzt... Das Ergebnis ist Fallout 76... Ich hoffe und bete, dass Bethesda die Elder Scrolls - Reihe in aller Ruhe wie geplant durchentwickelt und das Game frühestens 2024 rauskommt. Ohne Onlinemodus... Genauso wie sie es mit Skyrim gemacht haben... Der Erfolg dieses Meisterstücks sollte ihnen die Richtung weisen und weder die Investoren, noch die Kids, die einfach doof rumballern wollen!

  • Gamer4Life am 28.11.2018 02:07 Report Diesen Beitrag melden

    Total überbewertet

    Es gibt leider viele solche Firmen, aus Marketing- und Imagegründen immer schön einen auf geeky und indie machen und sich hintenrum bei den Investoren anbiedern. Sieht man schon bei den ganz kleinen, auch in der Schweiz. Es wird auch gern ein medialer Personenkult betrieben, einzelne Leute werden als Genies hingestellt, obwohl sie im Grunde nichts selber machen. Das war auch beim einen Boss von Telltale so, der sich wie ein Gott gefühlt hat, die Mitarbeiter ausbeutete und das ganze Lob allein einheimsen wollte.

  • Player1 am 27.11.2018 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht neues

    Activision und EA habens vorgemacht. Je mehr die Investoren bevorzugt werden und je weniger diese Publisher auf das Feedback der Fans hören, umso höher werden die sich selber schaden. Die Aktien sind um über 40% eingebrochen, und das ist nicht mehr zu entschuldigen.

  • Robert145 am 26.11.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, aber war abzusehen...

    Die Hauptursachen für Telltale Untergang waren abzusehen. Sie hatten keine eigene Frachise und mussten für jedem Game teure Lizenzgebühr bezahlen (Batman, GoT, WD usw.) Und wenn ein Spiel hauptsächlich von der Story lebt, ist es selten von Vorteil wenn man diese nur in Bruchstücke verkauft. Und meist bot Telltale die erste Folge einer Staffel gratis an, was dazu führte (zumindest bei der PS4) wenn man dieses Angebot nutzte, hatte man keine Chance mehr anschliessend den Staffelpass zu kaufen (weil immer die Meldung kam, das man bereits eine Folge besitzt und dies nun nicht mehr möglich ist).

    • Robert145 am 26.11.2018 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      Ist so...

      Am Anfang bräuchte Telltale Geld um weitere Spiele zu entwickeln und da war es nicht anders möglich als Walking Deat in einzelne Folgen anzubieten... Und teure Lizenzen (was die Fabrikation-Kosten schnell auf 50 Prozent erhöhen können) kann sich (bei einem Misserfolg) vielleicht EA leisten, nicht aber ein kleines Studio... was dazu kam, war die Einsicht der Spieler, ganz gleich wie man sich entschied, es hatte keinen Einfluss auf das Spiel gesehen... was erheblich den Spielspass nahm.

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  • Alice Dee am 26.11.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Mobile Games

    Activision hat Diablo als Mobile Game angekündigt, nicht WoW. Und die haben sich damit zurecht die Wut vieler Gamer zugezogen... Den Mobile Rotz braucht echt keiner.

    • David Stoop am 26.11.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Alice Dee

      Da sind Sie im Rückstand. Diablo Immortal ist schon old news. Die neueste Nachricht ist, dass ein WOW-Mobile-Game im Stile von Pokemon Go in Arbeit ist.

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