Spielend, leicht abnehmen?

03. Oktober 2011 16:54; Akt: 03.10.2011 16:54 Print

Der knallharte Personal-Trainer für zu Hause

von Olivier Marti - Der Autor, selbst kampfsporterfahren, hat sich seit Monaten auf das Kampfspiel «UFC Personal Trainer» gefreut. Nicht zuletzt, um dem eigenen Hüftgold den Kampf anzusagen!

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Gleich vorneweg, ich bin ein grosser Fan der UFC, der Ultimate Fighting Championship (siehe Infobox). Hierzulande noch relativ unbekannt, und wenn dann zu unrecht als wilde Prügelei verschrien, steht der athletische Aspekt im Vordergrund; Athletik gepaart mit Taktik und möglichst perfekt ausgeführter Technik. Und ja, es gibt auch auf’s Maul.

Inspiriert durch meine Vorbilder aus dem Fernsehen gehe ich regelmässig ins Gym meines Vertrauens, um mit meinen Trainingspartnern die gesehenen Techniken einzustudieren. Mal mit mehr (der Trainingspartner hat ein blaues Auge), mal mit weniger Erfolg (ich habe ein blaues Auge).

Und nun soll es ein Spiel geben, mit dem ich unter Anleitung der Original-Trainer der UFC-Legenden die Kampftechniken erlernen kann? Und gleichzeitig ein knackiges Workout erhalte? Her damit und zwar zackig!

UFC? Um was geht’s da eigentlich?

«UFC Personal Trainer» ist ein Spiel für den Bewegungssensor Kinect der Spielkonsole Xbox 360, für die PlayStation 3 und für Nintendo Wii. Das heisst, man hampelt mehr oder minder Gelenk vor dem heimischen Fernseh-Gerät rum und versucht den Anweisungen des Trainers Folge zu leisten. Und das kann wie im Falle des «UFC Personal Trainer» mitunter ganz schön anstrengend werden, aber genau darum geht es in dem Titel auch: Ein Workout für die eigene Stube.

Einstufungstest: Die erste Ernüchterung

Einmal eingeschaltet habe ich die Wahl zwischen einer einzelnen Trainingseinheit, spezifischen Übungen oder einem kompletten Trainingsplan, der wahlweise 30 oder 60 Tage dauert. Da ich es ernst meine, entscheide ich mich für einen 30-tägigen Trainingsplan, der wahlweise auf den Schwerpunkt Ausdauer, Gewichtsabnahme oder Krafttraining ausgerichtet werden kann.

Ich entscheide mich für Gewichtsabnahme und im Anschluss gilt es einen Einstufungstest zu durchlaufen, der mir ein massgeschneidertes Workout präsentiert. Doch hier kommt schon mal die erste persönliche Ernüchterung auf.

Wenn auch in letzter Zeit nicht mehr ganz so fleissig, gehe ich doch zirka zwei bis drei Mal die Woche ins Gym, womit ich mich durchaus als einigermassen fit bezeichne. Dennoch reicht es für mich nach 15 Minuten Schweiss und Tränen nur für die Einstufung als «Anfänger». Wie mag da wohl der untrainiert, übergewichtige Vorzeige-Nerd, wie unlängst von RTL zur Schau gestellt (20 Minuten Online berichtete), abschneiden? Scheintot? Für gänzlich untrainierte Leute können die Workouts also durchaus als hart bezeichnet werden.

Tristesse im virtuellen Gym

Nach dem Einstufungstest geht es auch gleich an die erste Trainingssession. Ich führe die vom Trainer erklärten Übungen aus, während dieser mich mit markigen Sprüchen zu motivieren versucht. «Komm schon!», «Gleich hast du’s geschafft!» und dergleichen mehr. Erkannt werden meine Ausführungen vom Bewegungscontroller der Konsole, über den die Bewegungen auf das Fernseh-Gerät übertragen werden.

Trainiert wird im Spiel in einem virtuellen Gym. Hier könnte die Grafik auf höherem Niveau sein, da durchaus einiges an Tristesse verbreitet wird. Ich brauche nicht zwingend die originalen UFC-Nummer-Girls in hochaufgelöster Grafik vor mir rumtanzen sehen, wenngleich dies durchaus nett wäre, aber der karge, graue Raum verströmt den Charme eines Gefangenenlagers. Auch unterscheiden sich die drei im Spiel enthaltenen Trainer nur marginal voneinander und könnten bei einem «Look-A-Like-Contest» ganz vorne mitspielen.

Langzeitmotivation dank 70 Übungen

Nachdem die erste Trainingssession schliesslich abgeschlossen ist, tags darauf gefolgt vom einem amtlichen Muskelkater (soviel zum Thema, das ich durchaus fit sei), steht zwei Tage später die nächste Trainings-Einheit auf dem Programm. Hier ist es positiv hervorzuheben, dass einem das Spiel die zur Regeneration notwendige Zeit lässt.

Die nächsten Wochen führe ich die vorgegebenen Trainingseinheiten, welche motivierend ausfallen und mit einer Fülle von verschiedenen Übungen daherkommen, gewissenhaft aus. Gesamthaft sind über 70 verschiedene Übungen enthalten, die in Zusammenarbeit mit der National Academy of Sports Medicine (NASM) entwickelt wurden. Es dauert also ziemlich lange, bis man sämtliche Übungen durch hat und Langeweile aufkommt.

Die Bilanz

Nach der ersten Ernüchterung bleibt die Erkenntnis, dass der «UFC Personal Trainer» ein durchaus ernstzunehmendes Workout für zuhause ist. Die 30/60-Tages-Programme sind motivierend und halten den Spieler durch Erfolgs-Kontrollen und Statistiken bei der Stange. Was ziemlich nervt, ist, dass zumindest auf der Xbox 360, auf der das Spiel getestet wurde, nicht immer alle Bewegungen korrekt erkannt werden. Daher kann es passieren, dass man statt der geforderten 15 Liegestütze 20 zur Absolvierung der Übung machen muss. Auch erhält der Spieler keinerlei Feedback darüber, ob die Übungen korrekt ausgeführt wurde. Zudem wiederholen sich die Sprüche der Trainer doch sehr schnell, was ebenfalls nicht unbedingt zum Spielspass beiträgt und nach kurzer Zeit ebenfalls ärgerlich ist.

Dennoch, für Leute, welche keine Zeit für ein Gym haben und am Thema interessiert sind, ist das Spiel durchaus eine Möglichkeit, um an der eigenen Fitness zu arbeiten, auch wenn der «UFC Personal Trainer» ein richtiges Krafttraining im Gym mit einer ausgewogenen Ernährung nicht ersetzen kann.
Bleibt die Frage, ob ich nun ein besserer Kämpfer wurde oder abgenommen habe? Gemessen an der Anzahl blauer Augen während der wöchentlichen Trainingssession mit den Sparringinspartner: leider nein. Aber immerhin kann ich mit ein wenig Fantasie das Sixpack unter meinem Bauch zumindest schon mal wieder erahnen.

«UFC Personal Trainer»-Trailer

Quelle: YouTube


«UFC Personal Trainer» an der E3-Gameshow

Quelle: YouTube

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Irgendwas am 06.10.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unsportlich

    Ich persönlich finde es Unsportlich (und oft auch langweilig) gegen einen gegner der am Boden ist zu kämpfen. Hat vieleicht auch was damit zu tun das auf der Strasse auf Leute die am Boden liegen eingeprügelt wird. Irgendein Idiot gibt es immer der den Ring nicht von einem harten Betonboden unterscheiden kann.

  • Robin Schnörkel am 05.10.2011 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Love it

    Trainiere selber seit 2 jahren MMA und bin ein grosser Fan. Momentan suche ich ein neues Gym wo ich MMA ausüben kann. Die Frage ist wo, ich lebe in Basel und frage mich wo ein gutes Gym wäre. Help?

  • Raffa We am 04.10.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    mieserable sportart

    ufc ist das dümmste was es momentan gibt im kampfsport... ohne jegliche regeln der ehre, wie sie bei allen anderen kampfsportarten gelten... weder beim boxen noch beim k1 noch sonst wo darf man auf gegner einschlagen und treten, wenn diese am boden liegen(ausser beim wrestling, aber das fällt meiner meinung nach sowieso weg)... beim ufc geht es um nichts anderes, den gegner zu boden bringen, sich auf ihn setzen und ihm auf den kopf eischlagen und treten... ist doch krank sowas...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Irgendwas am 06.10.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unsportlich

    Ich persönlich finde es Unsportlich (und oft auch langweilig) gegen einen gegner der am Boden ist zu kämpfen. Hat vieleicht auch was damit zu tun das auf der Strasse auf Leute die am Boden liegen eingeprügelt wird. Irgendein Idiot gibt es immer der den Ring nicht von einem harten Betonboden unterscheiden kann.

  • Ivan R. am 06.10.2011 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Fight Club

    Tönt interessant aber wenn alle aggressiv auf die Strasse gehen wird sich zeigen ob das gut ist.

    • Max L. am 23.10.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      Word

      Ja das habe ich mir auch gedacht, dass dann irgendwelche dummköpfe denken ha ich habe den "Endgegner" in UFC Personal Trainer besiegt dann wird das im Real Life auch nicht schwerer sein...

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  • The Fighter am 05.10.2011 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Habs gestern gekauft...

    Ich habe mir das Spiel gestern für die Wii gekauft und muss sagen ich finds ganz ok. Die Grafik ist zwar auch für die Wii ziemlich schlecht und die Sprachausgabe nur auf Englisch (Deutsche Untertitel vorhanden), dass sind aber bisher die einzigen Mängel die ich finden konnte. Die Menüführung und die Trainingseinheiten, also das Spiel an sich finde ich eigentlich gut und ich bin gestern, obschon ich mich doch als sportlich bezeichnen würde, ziemlich ins schwitzen gekommen! Würde das Spiel aber nur Leuten empfehlen, die ein Minimum Interesse an Kampfsport haben...

  • Robin Schnörkel am 05.10.2011 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Love it

    Trainiere selber seit 2 jahren MMA und bin ein grosser Fan. Momentan suche ich ein neues Gym wo ich MMA ausüben kann. Die Frage ist wo, ich lebe in Basel und frage mich wo ein gutes Gym wäre. Help?

  • Michi Guex am 04.10.2011 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    UFC sucks

    Die UFC hat die Sportart MMA kaputt gemacht. Pride FC war der einzig wahre "Kampfverband".

    • Jiu Jiteiro am 05.10.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Pride = Vergangenheit, UFC = Gegenwart

      Ich habe Pride geliebt, aber man muss es einfach einsehen: Pride ist tot, kommt höchstwahrscheinlich nicht mehr zurück. Wer MMA mag, muss die UFC einfach mögen, sie haben so viel für die Anerkennung von MMA (v.a. natürlich in den USA, bspw. durch TUF) gemacht. Klar ist die UFC praktisch ein Monopol (Strikeforce wird eh bald aufgelöst, Bellator u.ä. sind keine echten Konkurrenten), aber warum sollte man dagegen sein, solange sie gute, wenn nicht sogar sehr gute Kämpfe liefern? Edgar-Melendez (ist absehbar), Overeem-Lesnar, GSP-Diaz (hoffentlich doch noch), was will man mehr?

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