Danke, Tim

22. September 2018 19:26; Akt: 22.09.2018 19:26 Print

Dieser Mann steckt hinter dem Erfolg von «Fortnite»

Nach 16'000 Stunden Arbeit sah er erstmals Geld. Nun scheffelt er Millionen. Tim Sweeney ist Gründer von Epic Games und stiller Held hinter «Fortnite».

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Bunt, schrill, unterhaltsam: «Fortnite» ist das Spiel der Stunde und ein goldener Esel für Entwickler Epic Games. Die Firmengeschichte ist filmreif: Gründer Tim Sweeney startete im Elternhaus und machte aus seiner Firma in wenigen Jahren einen Milliardenkonzern. Tim Sweeney interessierte sich schon früh für Computer. Als 11-Jähriger besuchte er das Start-up seines Bruders und lernte dort auf einem IBM-PC die Programmiersprache Basic – innerhalb von drei Wochen. Sein Interesse fürs Coden führte er später auf dem Apple II seiner Eltern weiter. Gemäss eigener Aussage hatte er als 15-Jähriger schon 10'000 Stunden ins Programmieren gesteckt. Tim Sweeney besuchte die University of Maryland wo er Maschinenbau studierte. In seinem Studium programmierte er weiter auf einem IBM PC/AT, den er von seinem Vater geschenkt bekommen hatte. An Abenden und an Wochenende begann er Videospiele zu entwickeln. Feedback auf die ersten Games erhielt er von Nachbarn und Kommilitonen. . Cleverer Schachzug: Den Namen «ZZT» wählte Tim Sweeney bewusst, da es so jeweils in Katalogen und Anschlagbrettern ganz am Ende stand. Das Action-Adventure-Puzzle «ZZT» lief auf MS-DOS. «Während der Anfangszeit war die Firma eigentlich fast mehr ein Publisher», erklärt der heutige Technical Director von Epic Games, Mike Fricker in einer Doku aus dem Jahr 2015. Viele Coder hätten ihre Demos eingereicht, die Tim Sweeney dann über seine Kanäle veröffentlichte. Die Studios Apogee Software und id Software dominierten damals den Markt. Sweeney taufte darum seine Firma um. Aus Potomac Computer Systems wurde Epic MegaGames. Er wollte mit dem Namen suggerieren, dass es eine grosse Firma war. In Wirklichkeit war er zu dieser Zeit alleine. Fand aber später mit Mark Rein einen Unternehmenspartner. Die Firma wuchs. Mit «Jill of the Jungle» brachte Epic MegaGames sein erstes Jump'n'Run-Game heraus. Es stand in direkter Konkurrenz zu Titeln wie «Duke Nukem». Im Gegensatz zu dem Titel von Apogee Software, das nur 16 Farben darstellte, bot «Jill of the Jungle» 256 Farben. Epic MegaGames hatte zu dieser Zeit rund 20 Mitarbeiter. Darunter waren Entwickler, Künstler, Designer und Komponisten. Mit dabei war auch der damals 17-jährige Cliff Bleszinski, der eingestellt wurde, nachdem er Sweeney sein Spiel «Dare to Dream» zeigte. Im Spiel verirrt sich die Hauptfigur in seine eigene Traumwelt. Mit dem Titel «Doom» lancierte Konkurrent Id Software das 3-D-Shooter-Genre. Das spornte Epic Games an. «Wenn 3-D die Zukunft von Videospielen war, wollten sie die besten 3-D-Entwickler überhaupt sein. Um das zu tun, mussten sie Id Software schlagen», schrieb die Game-Plattform Polygon.com im Jahr 2012. Vorerst blieb es aber noch bei 2-D-Games. Cliff Bleszinski war einer der Chefentwickler von «Jazz Jackrabbit». Im Spiel schlüpfte man in die Rolle eines Hasen namens Jazz, der eine Prinzessin von einer bösen Schildkröte retten musste. Das Spiel erschien auch als Shareware, wo ein Teil des Games kostenlos gespielt werden konnte. hatte die Firma bereits 50 Mitarbeiter. Innerhalb von sieben Jahren bewegte sich die Firma stärker zum Einzelhandel, anstatt den direkten Vertrieb zu Kunden anzustreben. «Ja, das ist ein echter Screenshot eines PC-Spiels», titelte «Next Generation» in der Februarausgabe 1997. Das Game-Magazin zeigte damals erste Screenshots von «Unreal». Heute sorgt das Bild wohl nicht mal mehr für ein müdes Lächeln, doch damals war die Grafik top. Am 22. Mai erschein «Unreal». Es war eine Zangengeburt, schrieb Polygom.com. Denn das Geld für die Entwicklung ging langsam aus, das Team hatte kein Büro und stand nur über lahme Modems in Kontakt. Doch mit dem Spiel setzte Epic MegaGames neue Massstäbe. Der 3-D-Ego-Shooter basiert auf der gleichnamigen Unreal-Engine, einer Entwicklungsumgebung, die innerhalb von drei Jahren gebaut wurde. Mit der Engine legte Epic MegaGames den Grundstein für eine grosse Erfolgsgeschichte. Die Nachfolger der Entwicklungsumgebung werden heute noch in zahlreichen Games eingesetzt. Der Download und die Nutzung ist heute kostenlos. Entwickler treten aber fünf Prozent des Umsatzes an Epic Games ab. Im Bild der Level-Editor «UnrealEd» in frühen Tagen. Im Februar gab Epic MegaGames bekannt, dass man neu auf das «Mega» im Namen verzichte. Man heisse nun Epic Games. Ebenfalls wurde aus verzettelten Mitarbeitern eine Firma mit Hauptsitz. Epic Games zog nach Cary im US-Bundesstaat North Carolina. Mit dem Titel «Unreal Tournament» brachte Epic Games den zweiten Teil der Serie auf den Markt. «Ein kolossaler Erfolg. Das Spiel übertraf ‹Quake 3› von Id Software bei den Verkäufen», schreibt Polygon.com. Epic Games startete den ersten Wettbewerb, der auf Entwickler abzielte. Sie konnten Mods für die «Unreal»-Serie einreichen. Im Gegenzug gabe es Hardware-Preise, aber auch Bargeld. Im November erschein «Gears of War», ein blutiger Third-Person-Shooter, in dem Weltraum-Marines versuchen ihren Planeten vor Monsterheuschrecken zu retten. Das Game erschien als Exklusivtitel für die Spielkonsole Xbox 360 und verkaufte sich millionenfach. Nach dem Grosserfolg veröffentlichte Epic Games mit Microsoft den zweiten Teil der Serie, wiederum mit Chefentwickler Cliff Bleszinski. Epic Games entdeckt zusammen mit Chair Entertainment eine neue Plattform. Am 9. Dezember erschien mit «Infinity Blade» das erste Game für das mobile Betriebssystem iOS auf Basis der Unreal Engine. Innerhalb von vier Tagen setzt man mit dem kostenpflichtigen Titel 1,6 Millionen US-Dollar um. Bis Ende 2011 waren es über 23 Millionen US-Dollar. 2011 und 2013 folgten die Nachfolger von «Infinity Blade». Obwohl Epic Games zu dieser Zeit mit der «Gears of War»-Serie immer noch an AAA-Titeln arbeitete, zeichnet sich hier erneut eine Verlagerung ab. Epic Games verkauft Games wieder erfolgreich direkt an die Kunden. Damals wurde «Fortnite» erstmals von Epic Games angekündigt. Die Entwickler zeigten an den Spike Video Game Awards den ersten Trailer für das Spiel. 2017 erklärte der Kreativchef, Donald Mustard, dass diese Ankündigung nur drei Wochen nach der Idee zum Spiel gemacht wurde. Ehre für den CEO: Tim Sweeney hält Einzug in die «Hall of Fame» der Academy of Interactive Arts and Sciences. Er steht dort zusammen mit anderen promienten Namen, wie dem Erfinder von Super Mario, Shigeru Miyamoto, oder «Doom»-Programmierer John Carmack. (Archivbild) Die Entwicklung des ersten «Gears of War» kostete Epic Games 12 Millionen Dollar. Mit den Verkäufen wurden 100 Millionen Dollar Umsatz generiert. Doch 2014 verkaufte man das Franchise an Microsoft. CEO Tim Sweeney begründete den Schritt damit, dass der vierte Titel der Serie zu viel Geld verschlungen hätte. Drei Jahre nach der Idee startete am 2. Dezember 2014 ein erster Online-Test von «Fortnite» mit «wenigen tausend Spielern». Epic Games hat mittlerweile Büros in den USA, Grossbritannien, Japan, Südkorea und in Polen. Für die Firma arbeiten nun über 300 Mitarbeiter. Nach dem Release Ende 2017 startete «Fortnite» durch. Am 9. August 2018 hat der CEO Tim Sweeney angekündigt, dass das Spiel nach langer Wartezeit auf Android-Handys kommt. Es ist ein Schritt zurück zu den Wurzeln von Epic Games. Der Titel wird wieder direkt an die Kunden, also die Gamer, verteilt. Google als Zwischenhändler bleibt aussen vor. Den Spielern dürfte das egal sein: Sie freuen sich einfach, dass das Spiel nun auch auf dem Android-System läuft. Für Tim Sweeney bedeutet es ein Victory Royale. Er wurde laut Bloomberg.com wegen «Fortnite» zum Milliardär.

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Ein stiller Denker sei er und ein «schräger Computer-Typ», der sein Vermögen in Wälder investiert. Tim Sweeney (47) ist Gründer und CEO von Epic Games, dem Entwickler von «Fortnite». Natürlich ist er als Chef nicht allein verantwortlich für den Grosserfolg. Doch ohne ihn gäbe es das Spiel wohl nicht.

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Das Programmieren hat sich der Amerikaner selber beigebracht – als Bub im Keller des Elternhauses. 1991 veröffentlichte er mit dem Action-Adventure-Puzzle «ZZT» sein erstes Game. Aus der Vision entstand 1991 die Firma Epic Mega Games. Es war ein Einzelbetrieb, auch wenn der Name etwas anderes suggerierte. Bis er erstmals Geld mit seinen Games verdiente, programmierte er 16'000 Stunden lang, wie er selbst einmal auf Twitter sagte. Es folgten weitere Mitarbeiter und zahlreiche Games.

Auf dem Boden geblieben

Mit Titeln wie «Unreal» oder «Gears of War» feierte die Firma auch schon vor «Fortnite» Erfolge. Dank dem beliebten Battle-Royale-Game gelang Sweeney aber ein ganz persönliches Victory Royale: Er wurde 2018 zum Milliardär, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg im Sommer berichtete. Tencent, der chinesische Internetgigant, freut sich mit: Der Konzern kaufte 2012 für 825 Millionen US-Dollar einen Anteil von 40 Prozent an Epic Games.

Erfolge kümmerten ihn jedoch schon in der Vergangenheit wenig. Als Tim Sweeney 2012 in die Gaming Hall of Fame aufgenommen wurde, schrieb Cliff Bleszinski, sein Freund und Chefentwickler von Epic Games: «Er ist noch der gleiche Tim, wie ich ihn auch als Teenager kannte: Er wandert gern und sammelt Steine.»

(tob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Connä am 23.09.2018 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kohle

    Wieviel zahlen die dass hier wöchentlich darüber berichtet wird?

  • Marko0912 am 22.09.2018 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja!

    ich bin schon loker 20 jahre Konsolen Spieler und habe schon viele Spiele gespielt in allen möglichen Richtungen aber, bei fortnite naja ist oky nach 3 Tagen wurde es einfach langweilig und man hat es gesehen, natürlich Geschmack Sache aber ich würde es auf einen der letzten Plätze Stellen!

    einklappen einklappen
  • Batler am 22.09.2018 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Make your dream come true

    Gute Idee noch verbessert und sehr gut publiziert. Cooles Spiel mit den Freunden zu spielen

Die neusten Leser-Kommentare

  • JR der Zweite am 20.10.2018 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mutter aller LastStandingMan/Battle

    ArmA2/3, verrückt was dieser Militärshooter alles in Bewegung gebracht hat..... Ich liebe das Original!!

  • MobaPlayer4Ever am 12.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Paragon

    Lassen wir doch ein erstklassiges MOBA für Fortnite sterben, dachten Sie sich nach 2 Jahren Beta.. Zwar Milliardär aber mit mitteln die bereits jemand vor Ihm verwendet hatte (PUBG). Schade, dass die heutige Jugend keine Ahnung von guten Spielen hat.. Paragon war einzigartig!

  • Sämi am 25.09.2018 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BR gähn

    Epic Games ist eine der besten Spieleschmieden, auch wegen der Unreal Engine. Verstehe den Battle Royal Hype aber überhaupt nicht, das Genre war schon nach Day-Z langweilig.

  • Paragonier am 25.09.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Paragon

    Da er jetzt die kohle hat, kann er ja wieder Paragon aufschalten!! Best MOBA

  • Fort knight am 24.09.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Fortnite nur mit Freunden

    Fortnite macht meiner Meinung nach nur Spass, wenn man es in einer Gruppe mit Freunden spielt. Alleine ist das Game immens langweilig. Ich habe es nach 2 Runden wieder deinstalliert, obwohl ich in einer 2. wurde.

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