Gamescom 2018

25. August 2018 16:45; Akt: 25.08.2018 16:45 Print

Dichtestress, der Tod und keine Booth-Babes

von Jan Graber - Es ist Gamescom und die Hölle ist dagegen ein Paradies. Ein Tag im Leben der grössten Game-Messe der Welt, heuer in Köln.

Bildstrecke im Grossformat »
Eine Figur aus dem Spiel «Darksiders» steht vor dem Stand des US-amerikanischen Entwicklerstudios Vigil Games. Mehrere tausend Besucher drängen sich täglich auf engem Raum. Der eiserne Thron: Eine Besucherin fühlt sich auf dem Stand des Spiels «Game of Thrones» als Königin. Ob das eine gute Idee ist? Schlachtfeld: Spieler probieren das kommende «Battlefield V» aus. Die Cosplayerin Lumina hat sich auf der Gamescom 2018 als «Reaper Soraka» aus «League of Legends» verkleidet. Mit Lichtschwert: Eine mit Leuchtdioden verzierte Figur steht am Stand von Asus. Mit- und gegeneinander. An der Gamescom lassen sich zahllose Games ausprobieren. Warten auf das Spiel: Fans stehen für «Call of Duty» an. In voller Montur: ein Besucher der Gamescom in kriegerischer Verkleidung. Cosplayer an der Gamescom. Virtual Reality ist dieses Jahr nur am Rande ein Thema. Eine Spitfire baumelt über den Köpfen der «Battlefield V»-Fans. Kaufen ist das halbe Spiel: Eine ganze Halle widmet sich Fanartikeln. Tief Luft holen: Fanartikel in der Merchandising-Halle. Kevin Amstutz hat sich als Soldat verkleidet und trägt eine LED-Brille, die «Like?» anzeigt. Grosser Auftritt des Schweizer Studios Giants Software mit dem «Landwirtschaftssimulator 19». Bestechend: «Darksiders 3»-Cosplayerin am Stand von THQ Nordic. Der eindrückliche Zirkel: der Stand von Blizzard mit «Hearthstone», «Overwatch» und weiteren Krachern. Grösster Magnet für junge Gamer: der «Fortnite»-Stand. An der Gamescom geht es oft monstermässig zur Sache. Fingerfarben: ausgestellte Design-Controller für die Xbox. Gefährlicher Zottelbär? Drei Besucherinnen sind als Charaktere des Videospiels «Devil May Cry» verkleidet. Ein stählerner Engel am Stand des Game-PC-Herstellers Aorus. Dieser Mann hat eine Scheibe: Werbeträger für gekrümmte, ultraweite Gamemonitore. Eine Cosplayerin hat sich als Dämonenjägerin aus «World of Warcraft» verkleidet. Heimatgefühle: Die Schweizer haben im Business-Bereich einen eigenen Stand und zeigen 23 Spiele. Facebook trumpft an der diesjährigen Gamescom gross auf. Auch Amazon ist mit einem eigenen Stand vertreten. Schiff ahoi: Dieses Schlachtschiff bei «World of Warships» hat es nur zur Hälfte an die Gamescom geschafft. Ein Traumflitzer, der bei Xbox für «Forza Horizon 4» wirbt. Etwas langsamer unterwegs dürfte dieser Laubhaufen sein. Hier wirbt die Bundeswehr für neue Rekruten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

9.45 Uhr. Noch ist es ruhig im Gang zwischen Halle 10 und 11. Nur die Security wirkt nervös und verweist Leute, die rumstehen, vom Platz. Sie weiss, was kommen wird: der Ansturm auf die Gamescom 2018 hier in Köln.

Umfrage
Was halten Sie von der Gamescom?

9.55 Uhr. Schon tauchen die Ersten auf: Fans im Rollstuhl, an Krücken und sogar ein Blinder mit Begleitung. Sie werden vor allen anderen eingelassen, damit sie nicht überrannt werden.

10.00 Uhr. Die Dämme brechen. Tausende strömen herein, sie strengen sich an, nicht zu rennen. Die alten Hasen wissen, wo sie hinmüssen, die Neulinge suchen verwirrt den Weg oder folgen einfach der Masse.

10.20 Uhr. Die Hallen bersten. Aus den Boxen der Stände krachen ohrenbetäubende Musik und Spielsounds. Über riesige Bildschirme flackern Gameszenen und auf den Bühnen machen sich die Animateure bereit dazu, den Fans Goodies zu verteilen.

10.27 Uhr. Blizzard hat wieder geklotzt und nicht gekleckert: Der ringartige Bereich mit «Hearthstone», «Overwatch», «Diablo 3» und weiteren Blizzard-Krachern überwältigt. Fast lächerlich klein dagegen der Stand von Playstation. Was ist passiert mit dem Spielkonsolen-König?

Das Nadelöhr

11.03 Uhr. Keine Booth Babes! Die Zeit der leichtbekleideten Damen, welche die Fans verführen, ist vorbei. Einzig am «World of Tanks»-Stand bringen sich gertenschlanke junge Frauen in schnittigen Uniformen in Pose. Sie wirken irgendwie fehl am Platz.

11.18 Uhr. Das Nadelöhr, eine Verengung der Gänge zwischen Halle 5 und 6: die Mutprobe für Menschenscheue. Hier stauen sich die Fans, treten einander auf die Füsse und schieben sich dicht gedrängt Schrittchen um Schrittchen vorwärts. Es dauert ewig, bis man durch ist. Platzangst ist hier nicht wirklich hilfreich. Wer Bescheid weiss, nimmt den alternativen Weg über den Innenhof.

11.45 Uhr: Wasser! Die unzähligen Kilometer zehren an den Kräften. Nichts wie zum nächsten Foodstand und den Durst löschen.

12.10 Wasser. Schon wieder anstehen. Während sich Fachbesucher im Businessbereich in Restaurants bedienen lassen, bilden sich Schlangen an den Foodständen zwischen den Hallen. Es gibt alles: von Pizza und Pasta über Burger und Streetfood bis zu asiatischen und exotischen Gerichten.

Begegnung mit dem Tod

13.45 Uhr. Die schwarze Gestalt kommt direkt auf mich zu. Kein Gesicht, nur eine schwarze Kapuze und die Sichel. Der Tod! Der Atem stockt, ist es so weit? Doch er beginnt nur ein Spiel mit der Kamera. Die Gamescom ist eine feste Destination für Cosplayer. Von Fantasyfiguren über Krieger bis hin zum Schnitter gibts hier alles. Echt aussehende Waffen bleiben allerdings an der Security hängen.

14.12 Uhr. Die Spitfire, die bei Electronic Arts über den Köpfen der «Battlefield V»-Fans baumelt, wirkt schon ziemlich cool. Für Games wie diese nehmen Fans ein paar Stunden Wartezeit in Kauf. Generell ist an der Gamescom viel Kriegsgerät zu sehen. Sogar die Bundeswehr wirbt für (echte) Kriegsspiele.

15.04 Uhr. In der hinterletzten Halle, im hinterletzten Eck: «Fornite»! Das Durchschnittsalter der Fans: zirka 14 Jahre. Am Stand: keine Games, stattdessen ein Erlebnispark. Disney World? Irgendwie habe ich mir den Stand eindrücklicher vorgestellt.

15.52 Uhr. Die Füsse schmerzen, die Beine sind erschöpft. Hinsetzen, ausruhen. Ruhe? Es ist Gamescom! Also weiter.

Heisser als die Sonne

16.26 Uhr. Grosse, Kleine, Dicke, Dünne, Junge und Alte – egal: Ihnen allen leuchtet auch Stunden später noch das Staunen aus den Augen. Manche schleppen überdimensionierte Taschen voller Fanartikel mit. Viele tragen Kartonschilder oder Kartonhüte.

17.05 Uhr. Die Indie-Arena. Genauso grosser Dichtestress wie bei den grossen Playern. Erstaunlich, wie viele sich mittlerweile für Indie-Games interessieren.

17.30 Uhr. Pressetermin bei CD Project Red: «Cyberpunk 2077». Das Spiel bläst mich weg. Eines der schärfsten Spiele, die an der diesjährigen Gamescom gezeigt werden.

19.00 Uhr. Obwohl die Hallen noch eine weitere Stunde offen hätten, ist bei mir der Ofen aus. Raus an die frische Luft – wo 30 Grad drücken. Aber so heiss wie drin an der Gamescom kann auch das schönste Wetter nicht sein.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Wunderlin am 25.08.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sache gits

    Waffen und Fratzen sind okay, aber wehe ein Frauenhintern in einem engen Outfitt wäre zu sehen. Komische Welt...

    einklappen einklappen
  • Dr seppi am 25.08.2018 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Prüde bis in den Abgrund

    Lol keine booth babes, man siehts wieder wie political correctness die vorstufe zum totalitarismus ist: null Lebensfreude und Prickeln gestattet...

    einklappen einklappen
  • Salomon am 25.08.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach

    Weshalb ist es sexistisch wenn hübsche Frauen Werbung für ein Produkt machen? Der Mann wird ja in der Werbung auch stets als dümmlich, böse und tollpatschig dargestellt, daran stört sich niemand.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philoswiss am 27.08.2018 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Gerade bei Games-Messen sind mehrheitlich Nerds zugegen (zähl mich auch dazu). Für Booth-Babes sicher eine angenehmere Erfahrung als zum Beispiel an einer Bier-Messe. Zudem geben Booth-Babes Cosplayern die Möglichkeit ihre Kostüme zu fertigen/zeigen/verkaufen/vermieten. Es können auch Booth-Boys sein von mir aus. Sicher auch beliebt bei Studenten als Ferien-Job...

  • Gamer am 27.08.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Booth Babes

    Alle die hier rummeckern von wegen prüde: Die Booth Babes sind nicht deswegen verschwunden. Aber es gibt heute genügend Leute die sich auch niveauvoll für Games interessieren. Man braucht keine Sexy Models mehr um wenigstens ein paar zahlende Besucher anzulocken. Für solche gibt es andere Establishements wo sie mehr auf ihre Kosten kommen.

    • Philoswiss am 27.08.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Gamer

      Warum sind den die Booth-Babes verschwunden? Sagen sie denen die an Automessen gehen auch sie sind niveaulos? Oder Verpackungsmessen? Oder Uhrmessen? Oder Getränkemessen? Klar sind die Babes nicht ein Muss, Spielinhalt ist wichtiger. Aber es gehört zun Marketing, attraktive Menschen als "Verkäufer" zu haben. Sie gehen ja auch nicht mit Flipflops und Trainerhose an ein Bewerbungsgespräch, oder? Und haben sie eben Booth-Babes mit Prostituierten verglichen? Da machen sie sich aber keine Freunde...

    • Gamer am 27.08.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Philoswiss

      Wer sich wirklich für die Autos oder Uhren interessiert braucht dort auch keine Booth Babes. Sie dienen halt genauso der sinnfreien aufmerksamkeitserregung wie nackte Frauen in der Werbung und dienen erwiesenermassen nur dazu das Kundenfeld um Kunden mit anderen Interessen zu erweitern. Nein ich habe sie nicht mit Prostituierten verglichen, denn es gibt auch z.B. Bars mit hübschen Servierkräften.

    einklappen einklappen
  • Theo Retisch am 27.08.2018 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg vs Spiel

    Unter den zahlreichen Besuchern der GC hat sich die Bundeswehr mit ihrem Stand und der zugehörigen "Werbung" i.Ü. mehr als unbeliebt gemacht. Der Vergleich zwischen echtem Krieg und einem Computerspiel bei dem man innert Sekunden respawned ist schon sehr geschmacklos.

  • Herr Paternoster Live bei Nintendo (tm) am 26.08.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    das Virtual Reality ist dieses Jahr nur am Rande ein Thema ist , ist aber sehr bedenklich

  • Herr Paternoster Live vo de Gamescom 18 am 26.08.2018 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Gamescom 2018 mehr Schein als Sein da

Sudoku
Kreuzwortraetsel
Bubble Shooter