Wie im Film

24. September 2013 18:56; Akt: 25.09.2013 16:49 Print

Games – die Zukunft für Schauspieler

von Jan Graber - Dass berühmte Schauspieler vermehrt in TV-Serien auftreten, ist bekannt. Nun erobern sie die Games. Zum Zürich Film Festival stellen wir die Frage: Werden Filme bald überflüssig?

(Video: YouTube)
Im Film «The Congress» lässt sich die Schauspielerin Robin Wright für viel Geld einscannen, um ewig jung zu bleiben.
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Kennen Sie den Film «The Congress», der aktuell in den Kinos zu sehen ist? In dieser Zukunftsvision lässt sich die Schauspielerin Robin Wright, die sich selber spielt, für viel Geld einscannen. Die Idee ihres Agenten: Als über 40-Jährige entspricht die Darstellerin nicht mehr dem Schönheitsideal der Zuschauer. Wenn sie sich scannen lässt, wird sie ewig jung bleiben und in ihrer künstlichen Figur weiterleben. Der Film zeichnet in der Folge ein düsteres Szenario, aber kein undenkbares.

Was im Film erst angedacht ist, hat im Gameuniversum bereits Einzug gehalten: Für das Game «Beyond Two Souls» wurden die Schauspieler Ellen Page und Willem Dafoe – beide gestandene Grössen der Filmwelt – mittels Motion-Capture-Technik ebenfalls von Kopf bis Fuss eingescannt. Die Scans des Gesichts sind so genau, dass feine Gesichtsveränderungen erfasst und Gefühlsregungen ungemütlich genau wiedergegeben werden. Einziger Unterschied zu «The Congress»: Den «Beyond»-Charaktern konnten aufgrund der Scans nicht eigene Regungen einprogrammiert werden; die Schauspieler mussten die relevanten Szenen alle vor einem Greenscreen spielen.

Als Games eine Stimme bekamen

Schauspielerpräsenz in Games ist nichts Neues: Seit die Gamefiguren zu sprechen lernten, wurden Schauspieler für Stimmvertonungen angestellt – zunächst aus Budgetgründen nur die kleinen Lichter, mittlerweile sind aber auch gestandene Hollywoodstars in den Game-Credits vertreten. So verlieh Samuel L. Jackson seine Stimme an Charaktere in Games wie «Afro Samurai», «Grand Theft Auto: San Andreas» und «Iron Man 2». Gary Oldman sprach für Viktor Reznov im Egoshooter «Call of Duty: Black Ops» und der mehrfach ausgezeichnete Max von Sydow synchronisierte die Figur Esbern, ein Chronist aus «The Elder Scrolls: Skyrim». Allein für «Skyrim» waren über 70 Schauspieler im Einsatz.

Für deutsche Synchronfassungen sind mittlerweile auch deutsche Schauspieler im Einsatz. So zum Beispiel Moritz Bleibtreu, der den Helden Staff Sergeant Dunn im kommenden Egoshooter «Battlefield 4» spricht. Werden Games die Filme als Arbeitgeber für Filme bald ablösen? «Nein», sagt Bleibtreu im Interview mit 20 Minuten. Es handle sich nur um eines von vielen Betätigungsfeldern für Schauspieler. Seine Arbeit in «Battlefield 4» entspreche im grossen Ganzen einem herkömmlichen Synchronisationsjob, wenn das Vorgehen auch ein völlig anderes sei.

Komplette Verschmelzung

«Für Games zu spielen, wird sicherlich bald zum festen Bestandteil eines Schauspielers», sagt Bleibtreu, der mit Filmen wie «Lola rennt» und «World War Z» bekannt geworden ist. «Die beiden Medien werden eines Tages komplett miteinander verwoben sein», ergänzt der Schauspieler. Zunächst gelte dies allerdings nur für den Action- und Adventure-Bereich. Bei Kunstfilmen und Arthouse-Movies sieht er höhere Hürden. «Es wäre aber spannend zu sehen, wie ein solches, ich nenne es mal Arthouse-Game, aussehen würde.»

Die Vision von «The Congress» hält Bleibtreu indessen für naiv. «Was die menschliche Aura ausmacht, wirst du mit Pixel niemals einfangen können», gibt sich Bleibtreu überzeugt. Eine virtuelle Figur könne den Schauspieler wegen der Fülle der Emotionen auch in hundert Jahren nicht ablösen.

Ob diese Möglichkeit tatsächlich so weit in der Zukunft liegt, darf bezweifelt werden. Wie «Beyond Two Souls» zeigt, kommt die virtuelle Welt der künstlichen Welt von Hollywood bereits erstaunlich nah. Nicht zuletzt deswegen wurde eine 35 Minuten lange Sequenz aus «Beyond Two Souls» diesen April am Tribeca Film Festival vorgeführt – als zweites Game nach «L.A. Noire», das 2011 am Festival zu sehen war.

«Beyond Two Souls» am Tribeca Film Festival

(Video: YouTube)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 26.09.2013 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    C&C

    In Command & Conquer hat es echte Schauspieler, was ich viel besser finde

  • Willi am 26.09.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch

    Es kommt gar nicht darauf an, was ein Schauspieler für Gefühle ausdrückt, es kommt darauf an was der Zuschauer dabei empfindet. Bestes Beispiel Wall-E. Roboter ohne Ohren, Mund oder Nase, also mit sehr viel weniger Möglichkeiten der Mimik hat mehr "schauspielerisches Talent" als mancher realer Schauspieler.

  • Amy am 25.09.2013 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Games

    Games sehen heutzutage so echt aus, Ich denke Es is zwar eine behagliche idee, konfotmiert Jedoch die medien erneut in andere dimensionen die ring ach unglaublich Sind. The last of us ist so ein spile. Einfach umwerfend

Die neusten Leser-Kommentare

  • par adox am 26.09.2013 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    fast richitg

    Werden Games die Filme als Arbeitgeber für Filme bald ablösen? wohl eher für Schauspieler

  • Willi am 26.09.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch

    Es kommt gar nicht darauf an, was ein Schauspieler für Gefühle ausdrückt, es kommt darauf an was der Zuschauer dabei empfindet. Bestes Beispiel Wall-E. Roboter ohne Ohren, Mund oder Nase, also mit sehr viel weniger Möglichkeiten der Mimik hat mehr "schauspielerisches Talent" als mancher realer Schauspieler.

  • Wissenloser am 26.09.2013 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    C&C ???

    Frage: Gab es das nicht bereits in einem steinalten Command & Conquer? Vielleicht nicht GENAU das aber was ähnliches?

  • Ich am 26.09.2013 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    C&C

    In Command & Conquer hat es echte Schauspieler, was ich viel besser finde

  • g.k am 26.09.2013 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    the last of us

    ein gutes spiel das man verfilmen könnte wäre "the last of us". das spiel wurde so viel ich weiss verklagt weil eine schauspielerin der hauptperson ellie sehr ähnlich sieht. sie könnte dann theoretisch im film mitspielen ;P

    • Wissenloser am 26.09.2013 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Wäre ich auch dafür. Lieber hätte ich aber einen 2. Teil der nach Teil 1 Spielt. Mich würde interessieren wie Ellie auf Joel reagiert wenn sie die gesamte Wahrheit erfährt (wenn sie sie erfährt)

    einklappen einklappen
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