«Chernobylite»

26. April 2019 20:08; Akt: 26.04.2019 20:08 Print

Horror in der Todeszone von Tschernobyl

1986 kam es in Tschernobyl zur grössten Reaktorkatastrophe der Geschichte. Im Game «Chernobylite» kann die gesperrte, realistisch nachgebildete Zone besucht werden.

Das Horrorgame «Chernobylite» schickt Spieler auf einen Survival-Trip durch die Sperrzone Tschernobyls. Die Zone wurde realtitätsgetreu nachgebaut. (Quelle: The Farm 51)
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Seit 1986 in Tschernobyl die grösste Atomreaktor-Katastrophe der Geschichte ihren Lauf nahm, sind Menschen von der No-go-Zone im Norden der Ukraine fasziniert. Immerhin hatte die Katastrophe Auswirkungen bis nach Europa: Wer damals auf der Welt war, erinnert sich vielleicht daran, wie hierzulande vor dem Verzehr von Pilzen gewarnt wurde – die nukleare Wolke hatte sich bis über unsere Breitengrade ausgebreitet.

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Vom Ort waren auch Gameentwickler fasziniert. Welcher Hintergrund eignet sich besser für ein dystopisches Spiel als eine reale Apokalypse, wie sie in Tschernobyl geschah? So konnten Spieler bereits 1987 im schrägen Adventure «Maniac Mansion» einen nuklearen Reaktor mit der Aufschrift «Made in Chernobyl» finden. Als Spielwiese für ein ganzes Game wurde die Sperrzone rund um den geschmolzenen Kernreaktor aber 2007 im brillanten Shooter «S.T.A.L.K.E.R.: Shadows of Chernobyl». Auch die folgenden zwei «S.T.A.L.K.E.R.»-Games spielten in der von mutierten Wesen bevölkerten Zone. Thema war Tschernobyl ebenso im 2007 veröffentlichten «Call of Duty 4: Modern Warfare».

Mehrmals pro Tag auf Strahlung messen

Keines dieser Games ging jedoch so weit wie das derzeit auf Kickstarter beworbene Survival-Horror-Game «Chernobylite» des polnischen Studios The Farm 51. Die auf 3-D-Scans spezialisierten Entwickler wollen nämlich Tschernobyl samt Umgebung akribisch genau scannen und virtuell nachbauen. Seit fünf Jahren ist das Spiel in Arbeit, begonnen hatte es als virtuelle Dokumentation über die Sperrzone. Mittels 3-D-Scans, Drohnen, Filmsequenzen und Bildvermessungen aufgrund von Fotografien haben die rund 20 Gameprofis die reale Umgebung des Reaktors nachgebaut. Schauspieler und Requisiten ergänzen das Game; als eine der Hauptfiguren stand eine hausinterne Grafikdesignerin Modell.

Damit die Entwickler überhaupt ins militärisch kontrollierte, 2500 Quadratkilometer grosse Sperrgebiet durften, mussten sie offizielle Einwilligungen einholen und mehrere Kontrollpunkte passieren. Da die Strahlenbelastung immer noch hoch ist, mussten sie sich mehrmals pro Tag auf radioaktive Strahlung testen, verraten die Macher in einem Making-of-Video.

Atomarer Start auf Kickstarter

Der regelmässige Blick auf den Geigerzähler spielt auch im Game selbst eine wichtige Rolle. «Chernobylite» startet am 26. April um 1.23 Uhr nachts. Es ist der Zeitpunkt, als die Nuklearkatastrophe ihren Lauf nahm. Ein junger Physiker muss im Spiel seine Geliebte zurücklassen und kehrt Jahre später zurück, um herauszufinden, was mit ihr geschehen ist. Er trifft auf Überlebende, Abenteuerlustige, aber auch auf übernatürliche Ereignisse. Neben der Science-Fiction-Horrorstory dürfte aber vor allem die virtuelle Nachbildung der echten Sperrzone und des Reaktors die Hauptattraktion sein.

Nicht zuletzt deshalb verläuft die Kickstarter-Kampagne für «Chernobylite» wohl so erfolgreich. Die am 11. April gestartete Kampagne hat in den ersten vier Tagen bereits über die Hälfte der rund 100'000 Franken eingespielt, die die Macher für die Fertigstellung brauchen, namentlich für die Vergrösserung des gescannten Areals. Wenig später wurde der Mindestbetrag erreicht.

Gametrailer «Chernobylite»

(jag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vladimir Kowoski am 26.04.2019 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschernobyl ist Geschichte

    Ich lebte in Tschernobyl. Also bitte hört auf mit solchen Kommentaren, ihr lebt hiet in der Schweiz und habt alles aber jammert immer wieder über alles. Ich hab mein Haus und mein Land verlassen müssen. Seit froh hier in der Schweiz habt Ihr alles. EU hat uns zerstört lasst das nicht mit euch tun liebe Kinder.

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  • R. Eisender am 26.04.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Visit Sunny Chernobyl

    Mir fehlt die Option "ich war schon da".

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  • Ruuedu am 26.04.2019 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Geografie?

    Euh, beim letzten mal hab ich die Ukraine noch in Europa gesehen... Ist die jetzt auch weg?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • p.eter am 29.04.2019 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Was für titel?

    und keiner dieser kommentare hat was mit dem spiel zu tun... toll! freu mich trotzdem aufs spiel!

  • Hugetobler am 29.04.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Huilo Kaputt

    Ukraine ist cool und hat die schönsten Frauen.

    • Tscherno Bill am 29.04.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hugetobler

      Ja. Mit 8 Brüsten.

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  • Alfred am 27.04.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    übetrieben

    Ich habe Tschernobyl selbst schon besichtigt. Die Vorstellungen, die sich viele davon machen, sind völlig übertrieben. Vom Militär ist da kaum etwas zu sehen und auf Strahlung gemessen wurde genau zwei mal. Ausserdem ist der Begriff "Todeszone" übertrieben. Immerhin leben und arbeiten dort immer noch Leute und es gibt eine Menge frei lebender Tiere (u.a. Füchse und Katzenfische).

  • Tyrannei der Kommunisten am 27.04.2019 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Chernobyl vs Three Mile Island

    In den USA ist es auch beinahe zum Supergau gekommen. Unterschied zur Sowjetunion? Man konnte das Problem abwenden. Man sprach miteinander und suchte Lösungen und kein Sowjetbonze war da, der die Menschen im Kopf durch Angst blockiert hätte. Kein US-Angestellter musste Angst haben, von einem Sowjetbonzen in ein Konzentrationslager im eisigen Norden gebracht zu werden. In Russland hat der Präsident vom Unfall durch westliche Medien erfahren. Ein Grund, weshalb der Präsident Michael Gorbatschow die Auflösung der Kommunistischen Sowjetunion vorantrieb: Glasnost und Perestroika.

  • Mensch am 27.04.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Tschernobyl

    Tschernobyl, die Krönung des Kommunismus. Sinnbild der Macht des Kommunismus. Sinnbild des Gedankenguts der Kommunisten. Gelebter Kommunismus mit Anschreien und Machtgetue das im Supergau geendet hat. Sinnbild wie man mit Gewalt alles zu erreichen versucht und doch versagt. Venezuela ist ein anderes Sinnbild. Nordkorea ein weiteres. Chinas Elite ein noch ganz anderes.

    • EMMM am 27.04.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Und doch, führen die "Demokratische" USA die meisten Kriege, und ist als Militärmacht die Nr. 1 geblieben. Die Liste der geführten Kriege ist wesentlich länger, als die Kommunisten es je Taten. Man betrachte die Statistiken, und ausserdem, wer hat die meisten Militärbasen? Stell dir vor, das US-Drohnenkrieg, sogar vom Deutschen Boden in Rammstein aus, geführt wird. Letztendlich, gibt es nicht die Guten und die Bösen, so etwas gibt es nur im Märchen, sondern welchen Interessen die Regierungen Verfolgt.

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