Egoshooter-Ratgeber

22. September 2011 11:31; Akt: 22.09.2011 12:55 Print

Ich schiesse, also bin ich

von Jan Graber - Durchgeladen und abgedrückt: Egoshooter sind die Darlings der Hardcore-Gamer – schnell und brutal. Wir stellen die heissesten Kracher vor.

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«Wolfenstein 3D» gilt als erster echter Egoshooter. Das Game erschien 1992. Ein Jahr später veröffentlichte dasselbe Studio - id Software - den Shooter «Doom», ebenfalls ein wegweisender Titel. Dies nicht zuletzt wegen des düsteren Ambientes. Der dritte Streich folgte zugleich: 1996 veröffentlichte id Software den Kracher «Quake». Mittlerweile hatten sich Ego-Shooter etabliert. 1997 überraschte «Golden Eye 007» auf dem Nintendo 64 mit einer für damalige Verhältnisse herausragenden Grafik und führte das Scharfschützengewehr ein. «Half Life» erschien 1998 und zeichnete sich durch eine packende Story mit Tiefgang und geskripteten Filmsequenzen aus. Aus «Half Life» entstand zwei Jahre später der Mod «Counter Strike» - ein Spiel das zukünftig wegen des Realismus für eine Menge Kontroversen sorgen sollte. Im Jahr 2000 führte «Deus Ex» Rollenspielelemente wie Upgrades ins Egoshooter-Genre ein. Zu den einflussreichsten Shootern für Konsolen zählte ab 2001 «Halo: Combat Evolved» - nicht zuletzt wegen der innovativen Multiplayer-Modi. Das Spiel erscheint im November 2011 als Remaster-Edition. «Far Cry» vom Studio Crytek war 2004 der erste deutsche Kracher der internationalen Erfolg feierte. Das paradiesische Setting und die offene Welt, in der Spieler ihren Weg selbst suchen konnten, brachte frische Impulse ins Genre. Crytek brachte darauf hin «Crysis» heraus und überraschte erneut mit brillanter Grafik. Egal ob «Battlefield» ... ... «Bioshock» ... ... «Call of Duty» ... ... oder «Resistance». Eine brillante Grafik ist das A und O guten Egoshooter-Designs.

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Zu Hunderten gehen die Feinde drauf, Köpfe explodieren, Blut färbt das Schlachtfeld rot, Gliedmassen dekorieren den Boden. Lässt es sich irgendwie besser entspannen? Für Fans schneller, actiongeladener Spiele kaum.

Deshalb führen Egoshooter, im englischen First-Person-Shooter genannt, in der Regel die Gamecharts an. Bereits 1974 mit «Maze War» erfunden, im Zocker-Bewusstsein seit 1992 mit «Wolfenstein 3D» verankert und mit «Doom», «Quake» und «Half-Life» für immer festgesetzt, stehen die aus der Ich-Perspektive gespielten Ballergames heute ganz oben auf der Wunschliste der Gamer-Gemeinde.

Doch Egoshooter ist nicht gleich Egoshooter. Je nachdem, ob ein Spieler mehr auf Taktik, Fantasy oder den reinen, abgründigen Blutrausch steht, wartet anderes Ballerfutter auf ihn. 20 Minuten Online verrät, wer mit welchem Spiel den wahren Adrenalinrausch erlebt.

Blindes Wüten

Eigentlich geht es vielen Ballermännern nur um das eine – den reinen Blutrausch. Am glücklichsten werden sie mit einem Zombie-Gemetzel wie dem kürzlich erschienenen «Dead Island». Wer ungern alleine gegen die Untoten angeht, kann sich in «Left4Dead» oder «Kiling Floor» im Team ins Getümmel stürzen und Glieder mittels Bleiladungen amputieren.

Fantasy kills

Das Adrenalin ebenfalls in Wallung bringen kann der etwas in die Jahre gekommene Kracher «Unreal Tournament 3» (2007) für PCs aus dem Hause Epic. Bezeichnend für die Unreal-Spiele ist das abgefahrene Arsenal an Waffen. Wer Spiele dieses Entwicklerstudios und damit krasses Schiessgerät mag, wird auch mit der ultrablutigen «Gears of War»-Reihe für Xbox 360 glücklich werden, dessen dritter Teil gerade veröffentlicht wurde. Mehr Monster auf einen Haufen gibt es kaum zu metzeln. Das Besondere: In «Gears of War» wird fliessend zwischen Dritt-Person- und Erst-Person-Sicht gewechselt.

Ebenfalls monstermässig zur Sache geht es in «Resistance 3» - dem neusten Shooter für die PS3. Im Spiel wurde bewusst auf die automatische Selbstheilung vieler moderner Shooter verzichtet: Spieler müssen sich jeweils ein Medizin-Kit suchen, wenn sie nicht vorzeitig ins Gras beissen wollen. Da Munition ebenfalls ein rares Gut ist, enthält «Resistance» beinahe taktische Elemente.

Zuerst denken, dann schiessen

Echte Strategen werden sich hingegen in einem richtigen Taktikshooter zuhause fühlen: Sie spielen meist in einer der Realität nahen Welt und erfordern ein kluges, oft langsames und überlegtes Vorgehen. Zu den bekanntesten Taktikshootern gehören die Spiele der «Rainbow Six»- sowie der «Ghost Recon»-Reihe. Zur Königsklasse gehören trotz ihrem hohen Alter indessen «Counter Strike» und «Counter Strike: Source». Die Multiplayerspiele zeichnen sich durch rundenbasierte Online-Gefechte aus, in denen zwei Viererteams gegeneinander antreten. Zu Beginn jeder Runde müssen jeweils Waffen und Munition gekauft werden.

Im Schützengraben

Ebenfalls militärisch mit Waffen zur Sache geht es in Spielen wie denjenigen der «Battlefield»-, «Medal of Honor»- und «Call of Duty»-Reihe. Besonders in «Battlefield 3» und «Call of Duty: Modern Warfare 3» werden virtuelle Soldaten diesen Herbst ihr Pixelblei verschiessen. Eher in den Bereich der unlauteren Werbung für den echten Militärdienst – vor allem in den USA - gehört «America’s Army». Bei dem Machwerk handelt es sich um eine möglichst realitätsgetreue, wenn auch arg beschönigende Simulation des gloriosen Lebens in der Armee.

Sterben in schön

Apropos «Battelfield» und «Call of Duty»: Beide Spiele bestechen durch eine berauschende Grafik. Wer es optisch brillant mag, aber der Realismus der beiden Spiele suspekt ist, könnte sein Baller-Vergnügen in «Crysis 2» finden – einem futuristischen Shooter aus dem deutschen Haus Crytek – einem der derzeit angesagtesten Entwickler.

Visuelle Brillanz kombiniert mit Rollenspielelementen bietet hingegen «Deus Ex: Human Revolution», ein Spiel das zudem mit einer erstklassigen Story mit ähnlichem Tiefgang wie der Egoshooter-Klassiker «Half Life» aufwartet.

Ein düsteres Endzeitszenario, ebenfalls blendend schön, zeichnet «Rage» von id Software. Das texanische Entwicklerstudio hatte mit «Wolfenstein», «Quake» und «Doom» den Egoshootern quasi den Weg in den allgemein akzeptierten Blutrausch geebnet. Auf «Rage» dürfen sich Ballermänner und -frauen mit Lust an abwechslungsreichen Missionen besonders freuen.

Wer Endzeit in Retrodesign und mit einem Schuss Magie mag, sollte sich hingegen die «Bioshock»-Spiele ansehen. Sie gehören zu den Shootern mit buchstäblichem Tiefgang.

Fazit: Augen auf und durch

Egoshooter sind Spiele für Zocker, die nicht lange tüfteln wollen, bis etwas passiert. Erst ballern, dann studieren, lautet meistens die Devise. Wer einmal tot ist, versucht es einfach erneut – ganz nach dem Motto «trial and error». Das Blut soll spritzen, je krasser, umso lustiger. Eine Egoshooter-Session kann bereits nach zehn Minuten befriedigen, der Suchtfaktor ist allerdings enorm.

Die statistisch besten Egoshooter

1. Metroid Prime (2002) / GameCube / 96 Prozent

2. Halo (2001) / Xbox / 96 Prozent

3. Portal 2 (2011) PC, Xbox 360, PS3 / 95 Prozent

4. GoldenEye 007 (1997) / Nintendo 64 / 95 Prozent

5. Half-Life 2 (2004) / PC / 95 Prozent

6. BioShock (2007) / PC, Xbox 360, PS3 / 95 Prozent

7. Halo 2 (2004) Xbox / 95 Prozent

8. PerfectDark (2001) Nintendo 64 / 94 Prozent

9. Half-Life (1998) PC / 94 Prozent

10. Call of Duty 4: Modern Warfare (2007) / PC, Xbox 360, PS3 / 94 Prozent

Die Bewertung als gerundete Prozentzahl ausgedrückt ergibt sich aus dem Durchschnitt der Spielbewertungen diverser Fachmagazine. Quelle: Gamerankings

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal Ratgeb am 22.09.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Actionspiele inhaltlich differenzierbar

    Ein lustiger Beitrag in der Welt der Actionspiele. Allerdings sollte insoweit differenziert werden, dass es auch in der Welt der Ego- resp. Third-Person-Shooter Subgenres gibt. So garantiert z.B. bei Serien wie Serious Sam oder Painkiller der unkomplizierte Metzelfaktor tatsächlich für den Gamerspass. Allerdings wird z.B. Bei Deus EX: HR der Spieler dazu motiviert, möglichst keine Gegner umzunieten und sich vorbeizuschleichen, indem der Spieler dafür mit den meisten Erfahrungspunkten belohnt wird. Nicht immer steht fazitär der Blutrausch der Spieler im Vordergrund. ;)

  • Dani Müller am 21.10.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Vergessen

    Max Paine mit der Erfindung der Zeitlupe... immer noch Hammer

  • Walter S. am 22.09.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wie ich das sehe...

    Ich spiele schon länger FPS, dabei geht es mir um Teamwork, Reaktion, Genauigkeit, Punkte und Spass im MP, so wie die Story im SP. Blut ist eher ein neben Effekt, weil oft muss man sich schon wieder auf das nächste Ziel vorbereiten/konzentrieren und nimmt das gar nicht wirklich wahr. Meist gerät man in ein Duell und da heisst es du oder er, der schnellere und genauere gewinnt meist. Jemand der getroffen wurde, setzt paar Sekunden aus, um dann wieder teilzunehmen, wie beim Fangen spielen.- Ein Spiel bei dem man nur ballert, kann auf die Dauer wirklich langweilig werden, auch mit viel Blut...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani Müller am 21.10.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Vergessen

    Max Paine mit der Erfindung der Zeitlupe... immer noch Hammer

  • Leeser Bijörn am 26.09.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Umfragen 20min

    Es wäre schön einmal zu wissen wieviele da abgestimmt haben. Da ja die Ego Shooter Anhänger merkbar in der Mehrheit sind und sich gegen komische Politiker Ideen vermehrt wehren müssen.

  • Dani am 22.09.2011 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ich frage mich

    Ist nur peinlich was für Spiele hier als "beste Egoshooter" bezeichnet werden!Golden Eye guter Egoshooter?????

    • Tommy am 22.09.2011 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      Damals schon

      Für heutige Verhältnisse sicher nicht, aber für die damalige Zeit war es genial!

    • Marc am 22.09.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Noob

      Die Bewertungen sind zur jeweiligen Zeit entstanden, in der diese Games erschienen sind. Folglich ist es klar das Goldeneye hier in der Liste gehört. Wenn man nach heutigem Möglichkeiten bewerten würde, wäre dies natürlich nicht so. Da du wohl zu dieser Zeit noch nicht auf der Welt warst wie ich annehme, kannst Du gar nicht nachvollziehen, wie genial dieser Titel seinerzeit war.

    • A. Powers am 23.09.2011 14:50 Report Diesen Beitrag melden

      absolut wegweisend seiner zeit

      zu viert mit splitscreen an einer n64 - das damalige nonplusultra

    • golden Ei am 23.09.2011 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      kommt wieder

      ...und es kommt im november wieder raus. mit aufgemotzter grafik, online multiplayer etc. für xbox360 und ps3. und es ist NICHT ein port des wii remakes.

    • Super Mario am 23.09.2011 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      Jaja da wahren wir noch Jung

      da fehlt aber ein geiles Spiel bei den Nintendos nämlich das Perfekt Dark welches den Ultra chip benötigte zum Spielen...

    • James Bond am 04.10.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Spielverderber

      Man kann nicht einfach sagen, Golden Eye gehört nicht in die rangliste, denn wenn du die Hardware/Software anschaust, entdeckst du vieleicht auch einige pikante unterschiede. Ich finde es sehr witzig (z.B. bei Mario Party N64), die programmierung dahinter zu sehen... In den heuteigen Egoshootern siehst du nurnoch Blut und körperteile, aber für jemanden, der auch Softwaretechnisch interessiert ist, ist es ein vollkommenes Spielerlebnis mit der N64 ! (Zur Info an alle neuen Konsolengamer, die 64 steht nicht für das Entwicklungsjahr oder so... !)

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  • PhilD am 22.09.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    und was ist mit TF2

    Team Fortress 2 - Wo ist es? 40000 Leute online JETZT - macht jede Menge Spass, ist Free2Play und hat Hütte!

  • besorgte mutter am 22.09.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur bumm bäng bang

    Muss denn das sein dass man immer andere abknallt? ich bin ein fan von intelligenz-spiele. nicht immer nur bum bum bum!

    • Pascal Rüttimann am 26.09.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      Keine mindere Intelligenz 1

      Chapeau, eine Mutter die sich tatsächlich für den Sprössling und seine Hobbys interessiert. Nur weil man "Leute" abknallt heisst das noch nicht, dass das Spiel einen minder intelligenten Inhalt hat. FPS wie CoD werden von den Medien oft ins falsche Licht gerückt. diese Spiele werden deshalb so gut verkauft, weil sie einerseits gut für Ligen sind und auch für seltene Gamer sehr kurzweilig sind und für 30 Minütige Sessions gut sind. Das fehlt komplexeren Spielen oft, da man viel Zeit in Storys oder Spielmechanik investieren muss, damit das Spiel lang andauernden Spielspass bringt.

    • Pascal Rüttimann am 26.09.2011 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Keine mindere Intelligenz 2

      Bei Spiele mit Shooter-Elementen wie Fallout, Deus EX oder Masseffect usw. wird auch scharf geschossen jedoch verbirgt sich hinter dem Schiessen noch viel mehr als nur das Töten von Pixel-Individuen und bringen einen sehr hochstehenden Inhalt mit. Wenn ich Ihnen einen Ratschlag geben darf. Kaufen Sie Fachzeitschriften über Videospiele oder machen Sie sich auf den Entwickler-Homepages über die Spiele, die Ihre Jungmannschaft spielt schlau. Wenn Sie dies tun wird ihnen das von Ihren Kindern wie auch von anderen Gamern sehr hoch angerechnet.

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