Verspielte Schweiz

24. Juni 2015 21:22; Akt: 24.06.2015 21:22 Print

Schweizer Games – volle Pulle an die Gamescom

von Jan Graber - Klotzen statt kleckern: 15 Schweizer Spielstudios wollen die Gamescom-Besucher von ihren Games überzeugen. Pro Helvetia investiert 100'000 Franken.

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Volle Pulle an die Gamescom: Am Schweizer Stand wird das Virtual-Reality-Spiel «Anshar Wars» für die Oculus-Rift-Brille gezeigt. Das Spiel stammt vom Westschweizer Studio OZWE, ebenso ... ... wie die Fortsetzung «Anshar Wars 2», das ebenfalls an der Gamescom zu sehen sein wird. Hoch über den Wolken: Ebenfalls am Stand zu sehen ist «Cloud Chasers» von Blindflug («First Strike»). Atmosphärisch: die wunderschöne Diplomarbeit «Far» des ZHdK-Studenten Don Schmocker. Knalliges Abenteuer: Ebenfalls aus der ZHdK-Schmiede stammt das farbenprächtige «Panakeia» von Alice Ruppert und Martina Hugentobler. Schräge Story: Goran Saric ist mit «Panda Lost in Space» am Schweizer Gamescom-Stand vertreten. Vom Westschweizer Studio Apelab kommt das Virtual-Reality- und 360-Grad-Mobile-Game «Sequenced». Bereits kultig: Das exzeptionelle Puzzlegame «Drei» des Etter-Studios wurde bereits letztes Jahr im ausgezeichnet. Das Etter-Studio zeigt auch das ebenfalls ausgezeichnete Spiel «Plug & Play». Das auf Augmented Reality spezialisierte Zürcher Studio Gbanga ist mit «Advocates of Light» an der Gamescom. Das Kinderspiel «Orinigami» des Westschweizer Tourmalin-Studios vereint ein iPad-Game mit realen Spielfiguren. Die Genfer Kunstschule HEAD ist mit dem Spiel «Shady Shadows» von Bérénice Milon, Nicolas Baldran und Anaëlle Jud an der Gamescom vertreten, sowie mit ... ... dem narrativen Spiel «Stories of Djibril» von Justine Ludi, Ivan Guiliza, Flavia Viscardi. Das Spiel enthält 26 unterschiedliche Geschichten.

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Mit über 300‘000 Besuchern ist die Gamescom in Köln die bedeutendste Gamemesse, die neben Fachbesuchern auch einem öffentlichen Publikum offen steht. Während fünf Tagen im August wird hier gezeigt, was Gamerherzen begehren – von Blockbusterspielen über Indie-Games bis zu Tanz-, Party- und weiteren Casualspielen. Daneben heischen Booth Babes, Cosplayer und gepimpte PCs um Aufmerksamkeit.

Die Schweizer Gameentwickler blieben der Messe bisher aber weitgehend fern. Die Studios waren eher an Entwickler-Events wie der Game Developers Conference in San Francisco oder der Casual Connect in Amsterdam anzutreffen. Eine Ausnahme bildete die Tokyo Game Show, zu der die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im Rahmen ihrer Gameförderung Schweizer Studios eingeladen hatte.

Nur Topspiele werden wahrgenommen

Nun schaltet Pro Helvetia, respektive das Impulsprogramm «Mobile. In Touch With Digital Creation» einen Gang höher: Statt an die Tokyo Game Show lädt die Schweizer Kulturstiftung dieses Jahr 15 Schweizer Entwickler an die Gamescom ein, das einheimische Schaffen zu zeigen. Allerdings nicht im öffentlichen Raum, sondern im Businessbereich, der Fachbesuchern offen steht – rund 30'000 Gameprofis besuchen jeweils diesen Teil der Messe. Hier mietet Pro Helvetia einen Stand von 114 Quadratmetern, der unter der Regie des Zürcher Gamefestivals «Ludicious» betrieben und für den Anlass szenografisch inszeniert wird.

Neben den fünf Gewinnern des Förderprogrammes «Call for Project: Swiss Games»* werden zusätzlich je zwei Teams der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der HEAD in Genf sowie sechs professionelle Studios eingeladen. Ausgewählt wurden die Games aufgrund der Qualität und der Vision der Entwickler. «Die Schweizer Szene hat sich extrem professionell entwickelt, so dass wir das Wagnis eingehen können», sagt Sylvain Gardel, Leiter Impulsprogramme bei Pro Helvetia. Die Gefahr, in der Flut der Besucher und der anderen Aussteller unterzugehen, ist selbst im geschlossenen Businessbereich gross. Nur wer ein Topspiel zeigt, hat Chancen, wahrgenommen zu werden.

Präsenz ausbauen

Für den Auftritt an der Gamescom nimmt die Pro Helvetia rund 100'000 Franken in die Hand. Bezahlt werden neben der Standmiete und den Reisekosten auch PR-Aktivitäten. «In Deutschland waren wir bisher nicht gross präsent», sagt Gardel. Mit der Gamescom will Pro Helvetia das nun ändern. «Es geht um die internationale Wahrnehmung für die Schweizer Spiele, aber auch darum, eine gute Basis für Businesskontakte zu schaffen», verdeutlicht er. Erfahrungen früherer Messen hätten gezeigt, dass die Entwickler jeweils mit zahlreichen Kontakten nach Hause kamen, von denen sich einige als wertvoll erwiesen hätten.

Ein weiteres Ziel ist es laut Gardel, die Verkaufszahlen bestehender Spiele besser auszuschöpfen. «Bei vielen Spielen ist das Potenzial noch nicht ausgereizt», sagt er. In der Schweiz gibt es keine professionellen Publisher. Die Präsenz von Schweizer Spielen an internationalen Messen hilft. «Wenn sich die Schweizer Entwicklerszene weiterentwickeln soll, muss sie verstärkt international tätig sein», sagt Gardel und ergänzt: «Für uns ist das Engagement auch ein Test, um zu sehen, was möglich ist.»

* Die Call-for-Projects-Gewinner werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben


«Far»


«Panda Lost in Space»


«Cloud Chasers»


«Drei»


«Anshar Wars»


«Orinigami»


«Sequenced»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • klaaso am 24.06.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nehmt euch ein Vorbild

    Wiso immer diese Indie Games ? Nach denen kräht kein Hahn. Man sollte sich ein Beispiel an Polen nehmen: Die bringen aus einer kleinen Spieleschmiede ein Tripple A Spiel raus zum 3ten mal innert 10 Jahren und raus und diese Gewinnen Immer mehrere GotY Awards. Sowas könnte die Schweiz auch aber nein Indie Games werden lieber gefördert... die keiner kauft weil der Markt übersättigt ist.

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  • CD Projekt am 24.06.2015 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry: Keine Chance für obige Games

    Tut mir leid, aber kein einziges der oben aufgeführten Games hat auch nur den Hauch einer Chance kommerziell erfolgreich zu werden. Wetten, dass in einem halben Jahr niemand mehr von diesen Titeln spricht? Schade um die 100'000, leider am falschen Ort investiert.

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  • Rapahel am 24.06.2015 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird nichts

    Meine Frage an euch warum im diesem Bereich ? Somit gebt ihr den Studenten die das studieren gar nicht die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Das ist das Problem es gibt Studenten wie mich die Sich gerne mit euren Entwicklern oder Studenten austauschen würden Selber schuld Ich hätte gerne mal mit euch geredete und vielleicht Nummer ausgetauscht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fux Gerhard am 25.06.2015 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gamescom

    Mir fahlen immer wieder 2 Sachen auf in der Games Förderung Schweiz 1. Spiele programmieren können und ein Game designen sind zwei Par schuhe. Der Schweiz fehlt es eher an Game designern. Die Schweizer spiele sehen künstlerisch immer nett aus aber haben weder tiefe noch Motivation zum Spielen. 2. Nur weil man täglich 10 Minuten Candy Crush spielt ist man kein Spieler und das ist das große Problem bei den förderer der pro Helvetia und Co. Ich hab nicht das Gefühl das bei denen nur einer ist der mehr als 10 Minuten zeit mit spielen verbringt.

  • Ronny C. am 25.06.2015 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ramschware

    ahhh, ich weiss nicht, dieser Mobile-Indie-Massenramsch hat keinen Tiefgang, langweilt nach ein paar Minuten und ist austauschbar wie schwarze Socken. Als Gamer spricht mich sowas nicht an. Warum nicht mal etwas Geld in die Hand nehmen und auf einer Konsole /PC einen AAA-Titel entwerfen ? In Osteuropa geht das auch. Klar, auch mit weniger Geld kann man tolle Titel entwickeln, das neue Giana Sisters ist so ein Beispiel. Aber der Smartphone-Gamemarkt ist überflutet mit Ramsch, da haben CH-Studios keine Chance. Die Titel ersaufen in der Flut, selbst wenn sie besser sind als der Rest.

  • spieler am 25.06.2015 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Tut mir Leid

    Ich freue mich wirklich, dass es auch in der CH Spieleentwickler gibt die versuchen etwas auf die Beine zustellen und das gefällt mir auch. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ihre Chancen auf dem Markt extrem klein sein werden. Von den CHF 100k werden höchstens villeicht CHF 400 wieder eingespielt. ich würde den Entwicklern Empfehlen den Fokus zuerst auf 2D spiele zu setzen, da 2D Games selbst heute immernoch ein Hit sind und sicherlich nie aussterben werden. Das gibt ihnen gute Werbung und fördert die Entwicklung.

  • Rapahel am 24.06.2015 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird nichts

    Meine Frage an euch warum im diesem Bereich ? Somit gebt ihr den Studenten die das studieren gar nicht die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Das ist das Problem es gibt Studenten wie mich die Sich gerne mit euren Entwicklern oder Studenten austauschen würden Selber schuld Ich hätte gerne mal mit euch geredete und vielleicht Nummer ausgetauscht.

  • klaaso am 24.06.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nehmt euch ein Vorbild

    Wiso immer diese Indie Games ? Nach denen kräht kein Hahn. Man sollte sich ein Beispiel an Polen nehmen: Die bringen aus einer kleinen Spieleschmiede ein Tripple A Spiel raus zum 3ten mal innert 10 Jahren und raus und diese Gewinnen Immer mehrere GotY Awards. Sowas könnte die Schweiz auch aber nein Indie Games werden lieber gefördert... die keiner kauft weil der Markt übersättigt ist.

    • IT Mann am 25.06.2015 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Programmierer

      In der Schweiz sind dafür leider die Kosten zu hoch und weil Indiegames leichter zu produzieren sind wird halt das gemacht.

    • Dam Van am 25.06.2015 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      Engines benutzen geht schneller

      Die einst teure Unreal Engine, seit paar Monaten kostenlos man zahlt nur bei erfolg 5% an epic games. Erfolgreiche games wie das neue Batman Arkham wurden sogar mit der älterer version gemacht.Das einzige was noch gut wäre ein schweizer Motion-Capturing-Studio, sonst kann man ja für paar aufnahmen nach Deutschland fahren.

    • patrick h. am 25.06.2015 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      Unity

      Auch mit Unity lassen sich sehr viele geile Dinge machen. Aber nein, man muss immer eigene Engines machen.

    • Thomas am 25.06.2015 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Kunst als Game

      Kann mich da nur anschliessen. Indie Games waren 2013 DIE Alternative zu den ewigen Sequels von AAA Title der grossen Studios. Leider ist der Hype genau so schnell abgeflaut wie er entstanden ist. Ist zwar schön, dass es gute Entwickler in der Schweiz hat, aber ohne Millionenbudget wird die CH Game Industrie mehr Kunst als Kommerz bleiben.

    • Ja.K. am 25.06.2015 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      als Schweizer mit polnischen Wurzeln

      muss ich die Schweiz ein Bisschen in Schutz nehmen. Polen ist 7 Mal so gross und Witcher 3 natürlich ein Prachtwerk. Ich bin lvl 22 - und das Spiel ist einfach einmalig gut = AAA. Das Spiel «Drei» der Schweizer Entwickler Etter hat grosses Potenzial, die Idee und Umsetzung ist Klasse.

    • Rittersporn am 25.06.2015 18:11 Report Diesen Beitrag melden

      Witcher 3 ist DER Supertitel 2015

      Angeblich haben 230 Leute am Dritten Teil ("Wild Hunt") mitentwickelt. Das Werbebeduget beträgt 35 Millionen US-Dollar und die Produktionskosten nochmal soviel. Herausgekommen ist ein Game, an dem sich alle anderen messen lassen müssen (habe schon weiter über 100 Stunden gespielt und bin ebenfalls Lvl 22, zur Zeit mit Yennefer in Skellige). Wen man nur schon diese Zahlen nimmt, könnten es Schweizer höchstens mit einer gigantischen neuen Bombenidee schaffen. Solange aber immer der Hauch von Kunst und Hochschule drankleben muss, glaube ich nicht, dass das klappt. Nicht mal mit Bundessubventionen

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