Level up

31. Januar 2019 09:15; Akt: 01.02.2019 15:12 Print

Schweizer Games haben auch wirtschaftlich Erfolg

von Jan Graber - Am fünften Ludicious Zürich Game Festival stehen unter anderem Schweizer Games im Fokus. Ein Blick auf das einheimische Schaffen.

Sie wurden ausgezeichnet, haben sich gut verkauft oder setzen Massstäbe. Zehn prägende Schweizer Games. (jag)
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Vor noch nicht allzu langer Zeit führten Schweizer Games ein Schattendasein. Die hiesigen Spielschmieden machten zwar mit feinen, aber kleinen Games auf sich aufmerksam, wirklich wahrgenommen wurden sie aber nur am Rande. Doch der Boden war fruchtbar, die Entwickler gewannen an Selbstvertrauen, brachten immer eindrücklichere Werke heraus. Heute geniessen Schweizer Games international einen hervorragenden Ruf.

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Besonders in Hollywood fanden Schweizer Studios in letzter Zeit offene Türen. Das Zürcher Studio Dreipol konnte mit dem interaktiven Film-Game «CtrlMovie» den Hollywood-Giganten Twentieth Century Fox überzeugen, Gbanga gewann einen Wettbewerb der Universal Studios. Auch die internationalen Gamepublisher und die Wirtschaft blicken gespannt auf die Schweiz. Die Bitcoin-Gametechnologie Bitcrystals des Genfer Studios EverdreamSoft wird vom Start-up-Programm Ubisoft Innovation Lab gefördert. Und mit Fabian Rastorfer vom Studio Fabraz hat es nach Philomena Schwab der zweite Schweizer Gamedesigner auf die Forbes-Liste «30 under 30» für technische Wegbereiter geschafft.

Auf eigenen Beinen

Auszeichnungen sind schön, fürs Überleben der Studios braucht es aber vor allem Geld. Auch hier schaffen es Schweizer Studios zunehmend, auf eigenen Füssen zu stehen, wie Sylvain Gardel, Leiter Schwerpunkt Kultur + Wirtschaft bei Pro Helvetia, weiss. «Spiele wie ‹Far: Lone Sails›, ‹Niche› und ‹Airships› haben nicht nur internationale Preise abgeholt, sondern auch mindestens die Produktionskosten eingespielt.» Die Ausgangslage habe sich generell verändert. Schweizer Games entstehen längst nicht mehr in Hinterzimmern von Mini-Teams, sondern sind zunehmend Produkte professionell agierender Gamestudios mit zehn bis 15 Entwicklern.

Zu den bekanntesten gehören neben den Alteingesessenen wie Gbanga und Bitforge heute Stray Fawn Studios, Blindflug, Okomotive, Sunny Side, Digital Kingdom und AirConsole. Gardel stellt generell eine Tendenz zum Wachstum fest, entsprechend fokussiere sich die Pro Helvetia auf diese. «Schöne Grafiken allein reichen nicht mehr, um international zu bestehen, die Konkurrenz hat aufgeholt. Pro Helvetia verhilft Studios deshalb, auch in internationalen Märkten erfolgreich zu sein», sagt er.

Der Markt als Chance

Der Game-Markt ist dabei ebenso eine Herausforderung, wie er Chancen bietet: Während sich das Feld bei den Blockbustern (oder AAA-Spielen) zuspitzt und immer weniger Studios dreistellige Millionenbeträge riskieren, tut sich im Mittelfeld der AA-Games Raum auf. Auf diesem Feld mitspielen können Schweizer Studios aber nur, wenn sie professionell aufgestellt sind. Gardel: «Der Wettbewerb wird härter.»

Für die Förderung ist die Pro Helvetia deshalb auch eine Partnerschaft mit dem Start-up-Förderprogramm Venturelab des Bundes eingegangen. Venturelab unterstützt beispielsweise das Studio 5am Games bei der Firmengründung; das Game «Letters» des Studios zählt zu den vielversprechendsten kommenden Schweizer Games. Aber auch die Pro Helvetia sitzt nicht still: «Wir werden die bisherige Arbeit vertiefen und haben die Absicht, Spieleförderung fest in ihre Förderaktivitäten aufzunehmen.»

Doch die Sache hat einen Haken: In der Schweiz mangelt es an Produzenten, also an Profis, die die Produktion mehrere Games inklusive Finanzierung, Einhalten von Terminen, Marketing und mehr begleiten. Diese sind unabdingbar, um das nächsthöhere Level auf dem Spielfeld der Gameentwicklung erreichen zu können.

Das war das Ludicious 2018

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gamer am 31.01.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Primär Mobile Games und Indie Schrott

    Gibt es leider wie Sand am Meer. Wer es nicht glaubt kann sich gern wochenlang durch Steam wühlen und vergleichen. Die Schweiz hat einen einzigen sehr beliebten Simulator am Start und noch 2-3 gut verkaufter Eintagsfliegen pro Jahr. Von Erfolg und Fortschritt würde ich da nicht sprechen.

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  • patrick h. am 31.01.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    AA Games aus der Schweiz? Dazu sage ich nur: hAhA. Ausser dem LWS gehört kein einziges CH Game in diese Kategorie. Die meisten Beispiele gehören nicht mal in eine A Kategorie weil es sind mobile games.

  • Gamedev am 31.01.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    CH Game Entwickler

    Solange der Fokus auf Mobilgames ist, wird sich auch nichts grosses ergeben. Der Mobilmarkt ist übersättigt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, und Studios die nicht bekannt sind, die an PC und Konsolen Games werkeln, oder für Auftraggeber im Ausland arbeiten, so wie ich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • NoMoreMobileGames am 31.01.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jodeln

    Ich finde, Stray Fawn sollte ein Spiel mit Jodel-Funktion machen. Und okomotive etwas mit der Kappelerbrücke.

  • Gamer2 am 31.01.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schweizer Werte in Spielen!

    Ich finde ja, es sollten mehr Spiele mit Schnee und mit Käse entwickelt werden in der Schweiz, weil wir Schweizer so sportlich sind.

  • Gamedev am 31.01.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    CH Game Entwickler

    Solange der Fokus auf Mobilgames ist, wird sich auch nichts grosses ergeben. Der Mobilmarkt ist übersättigt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, und Studios die nicht bekannt sind, die an PC und Konsolen Games werkeln, oder für Auftraggeber im Ausland arbeiten, so wie ich.

  • patrick h. am 31.01.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    AA Games aus der Schweiz? Dazu sage ich nur: hAhA. Ausser dem LWS gehört kein einziges CH Game in diese Kategorie. Die meisten Beispiele gehören nicht mal in eine A Kategorie weil es sind mobile games.

  • StrayFawnFan am 31.01.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nimbatus

    Spiel bei 1:15 is Nimbatus von Stray Fawn Studio nicht Letters. Sehr empfehlenswert übrigens.

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