«You Are Jeff Bezos»

10. November 2018 17:23; Akt: 10.11.2018 17:23 Print

So hart ist es, der reichste Mann der Welt zu sein

Ein Gratis-Game will zeigen, wie schwierig es ist, grenzenlos Geld auszugeben. «You Are Jeff Bezos» hat durchaus einen ernsthaften Hintergrund.

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Wegen der jüngsten Verluste der Amazon-Aktie dürften es zurzeit etwas weniger sein. Trotzdem: Mit einem Vermögen von ungefähr 156 Milliarden Dollar ist Jeff Bezos derzeit laut Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins «Forbes» der reichste Mensch der Welt.

Bloss – was macht man mit so viel Zaster? Diese Frage hat sich die Game-Entwicklerin Kris Ligman gestellt und ein Spiel über das Geldausgeben entwickelt. In «You Are Jeff Bezos» (auf Deutsch: «Du bist Jeff Bezos») schlüpft man in die Haut des Amazon-Chefs und soll dessen gesamtes Vermögen verprassen.

Als Scherz gedacht

Das gesellschaftskritische Gratis-Game kommt als simples Textadventure daher und bietet eine Fülle an Möglichkeiten. So kann man etwa sämtliche Obdachlosen in den USA auf einen Schlag aus ihrem Elend befreien und hat dabei immer noch riesige Geldmengen übrig. Mit 156 Milliarden Dollar kann man aber auch ganz Puerto Rico aus der Schuldenfalle befreien, wobei man dann immer noch auf rund 17 Milliarden sitzen bleibt.

Das Browser-Game will spielerisch aufzeigen, welche absurden Geldmengen Bezos hauptsächlich mittels Amazon-Aktien zur Verfügung hat. So kann man das Jahresbudget der Nasa finanzieren, 1000 neue Lehrer für vier Jahre in den USA einstellen, die Wasserversorgung der USA sicherstellen, 1000 neue Indie-Games produzieren lassen oder Steuern an die EU nachzahlen. Doch selbst wenn man die ganze Welt zu einem besseren Ort gemacht hat, bleiben auf dem virtuellen Konto nach wie vor viele Milliarden übrig. So hart kann Geldausgeben sein.

Schwarzer Humor kommt jedenfalls nicht zu kurz. Ligman, die das Game ursprünglich als satirischen Scherz sah und sich erst auf Ermutigung ihres Umfelds an eine echte Entwicklung machte, lässt ihrem Sarkasmus freien Lauf und zieht anfangs sogar Parallelen zu Frank Kafkas Literaturklassiker «Die Verwandlung». Mit dem Unterschied, dass man sich nicht in ein Insekt, sondern in den reichsten Mann der Welt verwandelt.

Kritik an Bezos

Wenn jemand das Game durchspielen und dabei immer wieder herzhaft lachen müsse, habe sie ihr Ziel bereits erreicht, sagt Ligman gegenüber Motherboard.vice.com. Doch es gebe durchaus einen ernsthaften Hintergrund zu «You Are Jeff Bezos»: «Wenn man mehr Zeit mit dem Spiel verbringt, wird man hoffentlich merken, über welche Unmengen an Geld Milliardäre tatsächlich verfügen».

Das Spiel solle aufzeigen, wie einfach es für Superreiche eigentlich wäre, gewisse Probleme in der Welt zu lösen. Ein Wink mit dem Zaunpfahl an den Amazon-Boss, der für sein vergleichsweise zurückhaltendes Verhalten bei Charity-Projekten in der Vergangenheit schon kritisiert wurde.

Allerdings gibt es auch Kritik gegen das Game und dessen Entwicklerin, insbesondere weil es sich das Spiel zu leicht mache und laut einem User-Kommentar nur nach dem simplen Prinzip «Geld gleich böse» funktioniere. Ein Sequel ist trotzdem schon in Planung: «You Are Elon Musk» soll derzeit gute Chancen haben.

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yannick95 am 10.11.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Real...

    den grössten teil seines vermögens ist der wert seiner aktien.. nur ist dieses geld nicht real.. und so ist es bei fast allen milliardären...

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  • Pesche FR am 10.11.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    non -GUI

    boah, eine grafische Umsetzung wäre 1000 mal spannender gewesen. Jetzt muss ein Influener-Geek noch alles stundenlang erklären. Ich kanns nicht mehr sehen.

  • Jürg N am 10.11.2018 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Nicht Geld = böse, sondern Mensch = böse. (ja ich weiss, nicht alle 100%). Freuen wir uns auf Kommentare wie "so viel hat er gar nicht in bar" und "ohne Reiche würde nichts funktionieren" oder "ihr seid doch nur neidisch, werdet doch selbst reich".

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin S. am 04.12.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da lief wohl was schief!

    Mit 156 Milliarden Dollar soll man nur 1000 Lehrer in den USA für 4 Jahre anstellen? Das denke ich nicht! Das würde,ja bedeuten das jeder Lehrer in den USA pro Jahr mehr als 4 Milllionen Dollar an Kosten verursacht. Und da die Löhne der US-Lehrer bekanntermassen nicht sehr hoch sind, würde es mich dann schon interessieren wohin der Rest der 4 Millionen geht!

  • Max G. am 12.11.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Witziges Game

    das spiel ist aber wirklich witzig, bezos hin oder her, neid hin oder her... muss man auch mal sagen

  • D. Coin am 12.11.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen genug ist genug

    Es ist wirklich eine Ironie, bei jedem Kurssturz zucken solche Leute zusammen und das obwohl Geld beruhigen sollte.

  • TMeier am 12.11.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Neid

    Was einmal mehr vergessen geht ist die Tatsache, dass das Vermögen nicht verfügbar ist, solange er seine Anteile an der Firma behält. Aus dem gleichen Grund sind wir Schweizer im Schnitt auch nicht so reich, weil die Häuser mit Hypotheken belastet sind und die Pensionskassengelder zweckgebunden sind.

  • Mia am 12.11.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Ihm gehört eine Firma mit diesem Wert. Er hat die Milliarden nicht auf dem Konto (auch wenn dieses wohl gut gefüllt sein dürfte). Dieses Game schürt Unfrieden und Neid

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