Gamescom 2018

24. August 2018 09:11; Akt: 24.08.2018 09:11 Print

Starke Schweizer an der grössten Gamesause

von Jan Graber - Mit 23 Games ist die Schweizer Delegation an die Gamescom gereist – mit dem besten Line-up je. Und es kam hoher Besuch.

Die Schweizer sind an der diesjährigen Gamescom mit dem besten Line-up je vertreten. (Video: Jan Graber)
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Der Schweizer Stand an der Gamescom ist kaum zu übersehen. Rot leuchtend lockt er die Fachbesucher der Gamescom an, um ihnen das Schaffen der Schweizer Gamedesigner zu zeigen. Mit 23 Games sind sie angereist, zur gesamten Delegation zählen aber mindestens 50 Leute. 100'000 Franken lässt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia dafür springen. Das Ziel: Kontakte knüpfen, Start-up-Investoren finden und vor allem auf die Werke aufmerksam machen, die die Schweizer dieses Jahr mitgebracht haben.

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Was halten Sie vom diesjährigen Gamescom-Auftritt der Schweizer Gamedesigner?

Sie haben einiges zu bieten. Unter den herausragenden Werken befinden sich zwei Spiele, die schon erfolgreich auf dem Markt sind: «Airheart: Tales of Broken Wings» von Blindflug und das mehrfach ausgezeichnete Adventure «FAR: Lone Sails» von Okomotive. Mit «Deru» wird im Oktober ein Game erscheinen, das schon mehrmals an der Gamescom zu sehen war und Preise eingeheimst hat.

Nicht nur am eigenen Stand

In Zukunft vermehrt für Aufmerksamkeit sorgen dürfte, dank einem ungewöhnlichen Ansatz, das Puzzle-Adventure «Letters» von 5am Games. Das am diesjährigen Ludicious Gamefestival Zürich ausgezeichnete «Colorful Darkness» der Westschweizer Piñata Punch gehört ebenfalls zu den eindrücklicheren Arbeiten. Optisch zu brillieren vermögen dazu «Anshar Online», «Inviziballs» und «Nimbatus» und mit «Airships: Conquer the Skies» ist ein weiteres, kürzlich veröffentlichtes Bijou aus Retrografik und eigensinnigem Gamedesign zu sehen.

An der diesjährigen Show werden hingegen auffallend wenige Virtual-Reality-Spiele gezeigt. Einzig «Hana Hana» von Melodie Musset entführt mit ihrem sinnlichen Kunstgame ins Reich der dritten Dimension. Die Schweizer sind zudem mit sechs Spielen in der Indie-Booth-Arena vertreten, darunter das herausstechende Geschicklichkeitsspiel «Modsork» sowie das durchgeknallte «Retimed».

Feuerwerk der Spiele

Wichtiger Besuch aus der Schweiz

Im Gegensatz zu einigen anderen länderspezifischen Ständen im Businessbereich, an denen die Vertreter betreten herumstehen und auf Kundschaft hoffen, herrscht bei den Schweizern ein ständiges Kommen und Gehen. Kaum je eine Spielstation, an der nicht gerade das Game getestet und mit den Entwicklern geplaudert wird.

Als Premiere wagte sich mit Philippe Bischof erstmals ein Pro-Helvetia-Direktor ins Getümmel der Gamescom, um sich mit den Schweizer Gamedesignern zu unterhalten und sich ihre Arbeiten erklären zu lassen. Er zeigte sich angenehm überrascht. «Im Vergleich mit anderen Kulturmessen herrscht an der Gamescom eine entspannte Atmosphäre, in der sich Business und Kreation spielerisch begegnen», sagte er. Er sei hier, um die Funktionsmechanismen der Gamebranche kennen zu lernen. Und: «Für mich ist es wichtig, das Zwischenmenschliche und die Akteure zu erleben.» Ein vertiefter Einblick helfe, die Förderidee noch besser zu verstehen und weiterhin erfolgreich umzusetzen – für ihn stehe es ausser Frage, die Gameförderung zu etablieren und sie ständig weiterzuentwickeln. Das mittelfristige Ziel: noch mehr Mittel für die Gameförderung zu gewinnen.

Rundum überzeugend

Fazit: Die Schweizer Gamedesigner legen den bisher stärksten Auftritt an einer Gamescom hin. Die Spiele überzeugen fast rundum, das Niveau ist so hoch wie kaum je und die Qualität lässt wenig Wünsche offen. Und dies, ohne dass die innovativen Elemente, die die Schweizer Games speziell machen, auf dem Opferstock der Wirtschaftlichkeit enden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asuano am 24.08.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ls 19?

    Der landwirtschaft simulator von giant games ist wohl der erfolgreichste export was die Schweiz in Sachen games zu bieten hat und wurde hier nichtmal erwähnt

    einklappen einklappen
  • Tacheles am 24.08.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    "Hoher Besuch"

    Wer kam denn? Gronkh? :D

  • thezorro am 24.08.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr offen, aber keine klare Ansprechperson

    Ich war selber am Stand und kann den Eindruck eigentlich bestätigen, vor allem ist der Stand sehr offen und allen Business Besuchern zugänglich. Gleichzeitig fehlte, wenn man z.B. den Vergleich mit jenem von UK heranzieht, eine klare Ansprechperson bzw. -station, die einem generelle Fragen beantwortet, einen weiter leitet oder Termine fixiert. Das macht alles etwas zu "zufällig"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Duck Norris am 27.08.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Deutschland?

    Wieso findet solche Anlässe in DE statt, anstelle in CH oder Österreich. Ich hoffe mal das ändert sich.

  • f w am 27.08.2018 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    leider nicht besuchbar

    Halle 4.1, welche lediglich für fachbesucher zugänglich war. leider wurde dieser stand von privatbesucher überhaupt nicht gesehen. Giants sowie die entwickler von lone sails waren vertreten.

  • n.b. am 25.08.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade nur im fachbereich

    ich finde, man sollte nicht solche loblieder auf die schweizer gamedesigner singen. wenn man von erfolg an der gamescom sprechen will, dann reicht es meiner meinung nach nicht, dass man sich im fachbesucherbereich verschanzt.

    • GameDesignerin am 31.08.2018 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Keineswegs

      Da die ganze Aktion von Pro Helvetia (und somit vom Steuerzahler) finanziert wird, ist es absolut notwendig, die Schweizer Game Designer im Businessbereich gross aufzuziehen. So können sie Kontakte zu Investoren, Publisher und anderen Fachleuten knüpfen und dadurch ihre wirtschaftliche und kreative Position in der Branche stärken. Das nennt man Kulturförderung. Ein Stand im öffentlichen Bereich der Gamescom wäre für Indie-Designer nicht bezahlbar. Deshalb zeigen sie ihre Games an zahlreichen kleineren, günstigeren (Indie)-Gamemessen. Mit grossem Erfolg.

    einklappen einklappen
  • patrick h. am 25.08.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kein AdBlocker

    Und der dritte Artikel zum Gleichen Thema mit dem Gleichen Inhalt (23 Schweizer games die alle super sind, IGN 11/10). Das einzig neue hier ist der hohe Besuch, der in seinen zwei Sätzen eindrücklich schildert, dass er keine Ahnung hat warum er überhaupt hier ist und um was es geht.

  • Illi am 25.08.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Games

    Fördern den Relitätsverlust und die menschliche Verblödung.

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