The Royal Society

16. Februar 2019 19:54; Akt: 16.02.2019 19:54 Print

Studie zeigt, dass Gamen nicht zu mehr Gewalt führt

In einer britische Studie wurde der Zusammenhang zwischen Gamen und Gewalt untersucht. Das Resultat: Es gibt keinen.

Stehen im Verdacht, aggressives Verhalten zu fördern: Games mit hohem Gewaltanteil wie «Call of Duty: Black Ops 4». (Quelle: Activision Blizzard)
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Die Diskussion ist so alt wie die Gamegeschichte: Gamen führe zu einem erhöhten Gewaltpotenzial, lautete lange die landläufige Meinung – obwohl diverse Studien bewiesen, dass dem nicht so ist. In guter Erinnerung bleibt zum Beispiel die «Killerspiel»-Debatte vor rund zehn Jahren, in der ein direkter Zusammenhang zwischen realistischen Shooter-Games und erhöhter Gewalt vermutet wurde – und die Forderung nach einem Verbot dieser Games laut wurde.

Wissenschaftler der britischen Universität Oxford haben in einer grossangelegten Studie nun bewiesen, dass kein Zusammenhang zwischen hohem Konsum von Gewaltgames und erhöhter Aggressivität besteht. Befragt wurden rund tausend Jugendliche im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, je zur Hälfte männlich und weiblich, sowie die gleiche Anzahl Eltern oder Betreuende. In einer Onlinebefragung gaben die Jugendlichen Auskunft zu ihrem Spielverhalten, parallel schätzten die Betreuenden das aggressive Verhalten der Jugendlichen in den vergangenen Monaten ein. Als Basis des Gewaltanteils in einem Game dienten die PEGI- und ESRB-Ratings, anhand von denen die Altersfreigabe von Games bestimmt wird.

Kein Zusammenhang

Die Studie wurde unter der Annahme durchgeführt, dass ein Zusammenhang zwischen Gamen und erhöhter Gewaltbereitschaft bestehe. In der Folge kamen die Forscher aber zum gegenteiligen Resultat: «Es gibt keine statistisch relevanten Zusammenhänge zwischen dem Spielen gewalttätiger Games und dem aggressiven Verhalten von Jugendlichen.» Die Studie kritisiert gleichzeitig eine Reihe anderer Studien zum gleichen Thema, die auf irreführenden oder unvollständigen Methoden beruhten und Resultate aus dem Zusammenhang rissen. Diese hätten bisweilen zu einer «moralischen Panik» geführt.

Die Studie auf der Website der Royal Society Open Science.

(jag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • IAbbey am 16.02.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja ausser...

    ...bei der Regenbogenbahn in Mario Kart.

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  • Gamer am 16.02.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Keine überraschung

    Das überrascht mich gar nicht. Sonst müsste ich ja schon Dutzende Amokläufe begangen haben.

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  • Super Mario am 16.02.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    85er

    Wow, hätte nicht gedacht, dass ich auch mal von einer glaubhaften studie lese. Vielen Dank für den Bericht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Renato am 17.02.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr witzig

    Na ja, dann erklär mir mal einer, warum "Drohnenspieler" so leicht abdrücken. Ist ja völlig gewaltfrei. Die sind sicher alle jungfräulich an die Drohnen gesetzt worden. Ich behaupte, Gewaltspiele sind eine Einstiegsdorge.

  • Rolf Meier am 17.02.2019 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Evi, oh Evi...

    Das war vor 10 Jahren schon bekannt. Die einzige Änderung ist, dass die damaligen Gamer nun älter sind und zusammen mit den Jungen einen so grossen Anteil an der Gesamtbevölkerung haben, dass sich ein politisch motivierter Angriff nicht mehr lohnt. Gäll Evi Allemann, mer suecht sich hütt lieber andri Themene...

  • Herr Max Bünzli Live am 17.02.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    Studien zeigen auch, dass die Tagesschau nicht zu mehr Gewalt führt

  • Leser am 17.02.2019 04:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Harte Schale weicher Kern

    Das selbe Verhalten wie bei der Mehrheit der Gamer erlebe ich seit über 40 Jahren bei Heavy Metal. Die vermeintlich agressive Musik hilft vielen Menschen die Aggressionen abzubauen und friedlicher zu sein. Ich erlebe bei Leuten die immer übertrieben freundlich auftreten sich sogar als Softies sehen, bei näherem Kennenlernen oft die hässigeren Menschen. cmmvv

  • Andy Crypt am 17.02.2019 03:39 Report Diesen Beitrag melden

    Logische Schlussfolgerung

    Würde das sehen von Handlungen, egal aus welcher Perspektive, direkte Nachahmung verursachen, hätte die Welt wesentlich mehr Probleme, ein Kleinkind macht dies eine gewisse Zeit. Wilden Tieren zuschauen, Gamen, Horrorfilme, Pornos aller Art, alle sahen schon fast alles, ist ein reflektiver Verstand vorhanden kann all das höchstens Quell der Inspiration sein. Die Menschheit hat sich das Leben auf Erden nicht mit Kuscheln untertan gemacht, egal an welche Theorie geglaubt wird, von irgendwo wurde alles kopiert.

    • Pesche Klett am 17.02.2019 04:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Crypt

      Na dann wollen wir doch zu Demonstrationszwecken die erste Folge von "The Lone Gunmen" zu rate ziehen.

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