Mia san mia

01. Juli 2018 08:07; Akt: 01.07.2018 08:07 Print

Uli Hoeness stoppt Bayern Münchens E-Sport-Pläne

Alle wollen ein Stück vom immer lukrativeren E-Sport-Kuchen. Nur im traditionsbewussten München hat der Präsident kein Gehör für modernes Zeugs.

Ohne den FC Bayern: E-Sport-Turniere mit «Fifa 19». (EA)
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Uli Hoeness war schon immer ein Dickkopf. Der allmächtige Präsident des FC Bayern München nimmt kein Blatt vor den Mund, als Bundesliga-Polterer war er jahrelang für saftige Auseinandersetzungen mit allem und jedem bekannt. Erst seit seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ist der ehemalige Spitzenfussballer ruhiger geworden.

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Für Machtworte innerhalb des Vereins ist er jedoch immer noch gut. So hat Hoeness laut «Bild» höchstpersönlich sein Veto gegen eine geplante E-Sport-Abteilung beim FC Bayern München eingelegt. Seiner Meinung nach passt E-Sport nicht «zum Grundverständnis und zur Tradition des FC Bayern München».

Mia san mia

Typisch Bayern, typisch Hoeness, möchte man sagen. Mit seinem «Mia san mia»-Anspruch hat der Verein Sturheit quasi zum Vereinsmotto gemacht. Zumal der Vorstoss der Münchener fix geplant war: Mit 5 Millionen Euro Budget hätte man den Markt tüchtig aufmischen und erfolgreiche E-Sport-Cracks einkaufen können. Sogar Räumlichkeiten im neuen Nachwuchsleistungszentrum der Bayern sollen bereits reserviert worden sein.

Allerdings war das Ziel nicht nur «Fifa»-Turniere, wie es für einen Fussballclub auf der Hand liegen würde. Im Fokus für die bayrischen E-Sportler standen auch Turniere für Shooter-Games wie «Fortnite», «League of Legends» oder «Dota 2». Der Vorteil: das höhere Preisgeld. Beim WM-Finale von «League of Legends» etwa gab es 4,2 Millionen Euro zu gewinnen. Damit werden die Bayern vorerst nichts zu tun haben.

Andere machen vorwärts

Hoeness ist indes nicht der einzige Prominente im deutschen Fussball, der dem E-Sport kritisch gegenübersteht. Auch der oberste Fussballbeamte Deutschlands, DFB-Boss Reinhard Grindel, ist ein erklärter Gegner der Wettkampf-Zockerei. «E-Sport ist kein Sport», sagte Grindel – und er wolle keine Spiele fördern, in denen «Kinder auf andere schiessen».

Den Aufstieg der immer lukrativeren E-Sports-Turniere verhindern können sie jedoch kaum. Selbst innerhalb des Vereins konnte sich Hoeness nicht gegen die Basketballer des FC Bayern durchsetzen, sie gründeten im April ein Team für «NBA 2K»-Turniere. Ihren ersten Auftritt haben die E-Basketballer der Bayern an der Kölner Gamescom im August.

Auch BVB skeptisch

Im Fussball wird in Sachen E-Sport so oder so vorwärtsgemacht. Die Bundesligisten Schalke 04, VfL Wolfsburg, RB Leipzig, Hertha BSC Berlin, Bayer 04 Leverkusen, VfB Stuttgart und der 1. FC Nürnberg haben allesamt E-Sport-Teams gegründet. Aus der Schweiz kämpft der FC Basel bei grossen Turnieren mit.

Allerdings: Auch Borussia Dortmund macht (vorerst) nicht mit, BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht es ähnlich wie sein Kollege Uli Hoeness. Für einmal sind die beiden Liga-Alphatiere also gleicher Meinung. Doch man darf gespannt sein, wie lange sich die beiden deutschen Top-Vereine dem E-Sport-Trend noch verwehren können.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FC Online am 01.07.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufgeblasen

    Alle haben wieder mal Angst, irgenwas zu verpassen, oder besser gesagt Angst, dass ein Anderer das grosse Geld damit macht. Kommen wird E-Sports. Jedoch nicht bei den realen Clubs. E-Sport ist ja auch keine Sportart im bekannten Sinne, sondern einfach gesagt ein Computerspiel. Die Gamescene wird sich schon was einfallen lassen. Hoeness riecht den Braten und möchte dort nicht Unsummen an Geld investieren. Ist auch besser so.

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  • Sulejka am 01.07.2018 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    er weiss was er will

    Hoeness weiss schon was er macht da müssen wir ihm nicht drein reden.

  • UeliNice am 01.07.2018 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Definitiv Sport

    Ich mache selber kein e-Sport mehr, und zwar weil ich zu alt bin. Und mann kann das sehr wohl als Sport bezeichnen.. Zumal auch Schach als Sport zählt. Da es meistens Competition ist, wüsste ich nicht wiese es kein Sport sein sollte. Es braucht die Feinmechanik, im Kopf musst du fit sein und im Alter merkst du, dass du gegen 90% der Jungen einfach nichts mehr auszurichten hast. Alles Merkmale vom heutigen Sport. Wenn die Bayern diesen Zug verpassen, keine Problem..Sind die wenigstens im E-Sport nicht die Platzhirsche.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sportler am 31.07.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    gamen ist kein sport

    Wieso gamen ein Sport sein soll, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Sport hat für mich etwas mit physischer Bewegung des ganzen Körpers zu tun, wo man sich selber - und keine Figuren etc. - hin- und herbewegt. Deswegen hat der Hoeness Uli vollkommen recht.

  • Herr Paternoster Live bei CoD am 16.07.2018 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Herr Uli Hoeneß hat in der E-Liga nichts verloren

  • Dada ist am 02.07.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wo gibt es denn sowas

    Dass ein verurteilter Straftäter, wieder an der Position ist wo er vorher war. Einfach sagenhaft, und hier kann man froh sein wenn man nicht 50+ ist und nach einer Entlassung kaum mehr eine Stelle bekommen kann, bloss weil man "zu alt" ist.

    • Ralf am 03.07.2018 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      Pro Hoeness

      Tja er kann auch einiges. Es braucht viel Wissen und Können um einen solchen Club zu führen. Übrigens er war nie in dieser Funktion untreu sondern mit seinem Privatvermögen...da spricht wieder der pure Neid. Ach und übrigens er hat sich alles selber erarbeitet im Leben.

    • Fredi am 10.07.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Ronald McDonald

      CR7 darf auch an der WM spielen obwohl er ein verurteiler Krimineller ist ;)

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  • FJFJ am 02.07.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    ZHSK

    Finde ich gut, dass das nicht gefördert wird. Sollen sie eigene Gamervereine gründen. Wie die Basler einst meinten "ESPORTS DR STEGGER ZIEH"

    • Lorena am 03.07.2018 14:21 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Ist ja auch bereits der Fall seit 5+ Jahren, nur riechen die geldgeilen Fussballvereine auch hier das grosse Geld und wollen darum mitmischen. Sehr scheinheilig. Nicht nur Fussballer wollen nichts mit e-Sport zu tun haben, vorallem e-Sportler wollen nichts mit Fussball zu tun haben. Es geht denen einzig und allein um Werbung und somit Geld.

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  • dr. cleo vortex am 02.07.2018 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mia san mia

    Hoeness ist super der laesst sich vin so neumodischem hype nicht verrueckt machen. mia san mia und esport ist kein sport basta!

    • DjamelKami am 08.07.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @dr. cleo vortex

      Wissen Sie dass esportler einen Herzschlag haben, der so hoch ist wie bei einem Maratonläufer? Zudem ist der Cortisolspiegel der esportler fast auf F1 Niveau. Der Esport ist motorisch sehr anstrengend da beide Hände parallel benutzt werden und viele Games sind sehr komplex. Selbst wenn Sie esport für keinen Sport halten, sollten Sie verstehen, dass der esport einen riesen Markt ist, welcher jedes Jahr steigt. Der FC Bayern hat hier also eine Riesenmöglichkeit einfach ignoriert.

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