«Rape Day»

05. März 2019 08:40; Akt: 05.03.2019 12:11 Print

Vergewaltigungs-Game sorgt für Empörungswelle

Möglichst viele Frauen vergewaltigen: Das ist das Ziel eines neuen Games, das über die Plattform Steam vertrieben werden soll. Das sorgt für Empörung.

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Seit Sommer 2018 hat die PC-Game-Plattform Steam ihre Richtlinien gelockert. Seither sind sämtliche Spielinhalte erlaubt, es sei denn, sie sind illegal oder pures Getrolle. Als Folge davon kamen User in den vergangenen Monaten bereits in den zweifelhaften Genuss von politisch umstrittenen Games wie «Bolsomito 2K18», einer PR-Prügelei für den umstrittenen damaligen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro, oder von unzensierten Erotik-Abenteuern in «Negligee: Love Stories».

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Nun jedoch werden die Grenzen dieser «Alles ist okay»-Politik einem echten Stresstest ausgesetzt. Mit «Rape Day» kündigt sich ein Spiel auf Steam an, das bereits vor seinem Release für einen Sturm der Entrüstung sorgt. Kein Wunder: Bei dem von einem gewissen Desk Plant entwickelten PC-Game soll man möglichst viele Frauen vergewaltigen und töten.

«Spiel für Soziopathen»

Der Inhalt von «Rape Day» liest sich so: «Zombies geniessen es, Fleisch von warmen Menschen zu fressen und sie zu vergewaltigen – doch du bist der gefährlichste Vergewaltiger in der Stadt.» Das Spiel ist eine sogenannte Visual Novel: Spieler sehen eine Abfolge von Bildern und müssen Entscheidungen treffen, die den Verlauf beeinflussen. Das Game soll im April erscheinen.

Ganz wohl ist es den Beteiligten dabei offenbar nicht. Immerhin nimmt der Entwickler auf Steam und einer eigens eingerichteten Website Stellung zu seinem Werk. «Rape Day» richte sich demnach an einen Nischenmarkt: «Ich wollte ein Spiel machen, das mich unterhält – und es gibt sicher auch andere Menschen, denen das Game gefällt. Vier Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen, und diese Geschichte dürfte auch anderen Leuten gefallen», schreibt Entwickler Desk Plant.

Auf seiner Website verteidigt der Entwickler das Game. Er verstehe nicht, weshalb Mord und Totschlag in Games akzeptiert, Vergewaltigung dagegen ein Tabu sei. Als Motivation nennt er den Versuch, «mein eigenes Trauma zu verarbeiten». Zudem argumentiert er, dass Spiele wie «GTA» oder Nacktheit im TV ebenfalls zuerst moralisch angeprangert wurden. Sein Spiel müsse man als «schwarze Komödie» betrachten – und als Pionierleistung: «Irgendwann werden Gamehistoriker auf ‹Rape Day› zurückblicken und es als erstes Beispiel nennen, bei dem Vergewaltigungen in Games gezeigt wurden», klopft sich Desk Plant auf die eigene Schulter.

Shitstorm im Internet

Der Shitstorm auf Social Media liess nicht lange auf sich warten. Gestartet hat ihn dieser Tweet:


Laut den Kommentaren auf Twitter wird «Rape Day» zudem bereits seit Wochen gemeldet, ohne dass Steam reagiert hätte. In den Kommentaren und auf Youtube finden sich viele Beiträge, die das Game verurteilen. Dazu macht ein Video über eine mittlerweile gelöschte Szene die Runde, in der ein Baby getötet wird.

Ob das Spiel von Steam entfernt wird, ist unklar. Der Entwickler behauptet, er sei im Gespräch mit Valve, dem Betreiber von Steam. Es gehe darum, die Seite zum Game für bestimmte Länder sperren zu lassen, in denen pornografische Inhalte verboten sind. Und: Sollte sich Steam gegen die Veröffentlichung entscheiden, will der Entwickler «Rape Day» über seine Website vertreiben.

(srt)

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