Biometrie im Spiel

05. Juli 2014 23:54; Akt: 05.07.2014 23:54 Print

Wenn die Zombies den Puls des Gamers spüren

von Ill-FiL - Hirnstrom, Atem, Puls oder Muskelzucken: Die Videospiele der Zukunft werden die Reaktionen der Spieler messen und den Schwierigkeitsgrad entsprechend anpassen.

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Um das Spielerlebnis zu intensivieren und noch mehr Menschen in den Bann von Computer- und Videogames zu ziehen, haben Game-Entwickler damit begonnen, die Gefühlslage ihrer Kundschaft während des Spielens zu erforschen. Dies geschieht anhand biometrischer Messungen. So haben die Macher des Zombie-Shooters «Left 4 Dead 2» Probanden mit Pulsmessern ausgestattet, um Angaben über deren Gemütszustand in unterschiedlichen Spielsituationen zu erhalten. Die gewonnenen Daten sollen den Designern helfen, bei der Entwicklung neuer Spiele noch besser auf die Bedürfnisse der Gamer eingehen zu können.

Wie Gamer auf die Spiele, so könnten in Zukunft auch umgekehrt Spiele auf die Gamer reagieren. Verliert ein virtueller Scharfschütze die Nerven und erhöht sich sein Pulsschlag beim Zielen, könnte das Spiel dies künftig erkennen und das Gameplay entsprechend anpassen. Etwa, indem es das Blickfeld eingeschränkt oder die Hand am digitalen Abzug zittern lässt. Erfüllt der Gamer seine Mission hingegen mit stoischer Ruhe, wäre auch sein virtuelles Alter Ego deutlich unaufgeregter.

Aufwendige Hardware, ungenutzte Möglichkeiten

Bisher hatte Biometrie in Games einen eher schweren Stand, weil sie für den Massenmarkt noch zu unausgereift ist. Einerseits fehlen geeignete Messgeräte, andererseits dürfte kaum jemand Lust haben, mit Sensoren und Kabeln vollgepflastert zu zocken. Biometrische Controller wurden zwar schon angekündigt, ihre Entwicklung blieb aber meist schon in der Konzeptphase stecken. Andere Projekte schafften es tatsächlich auf den Markt, wie beispielsweise der «Bio Sensor» (N64) oder der «Vitality Sensor» (Wii) von Nintendo. Da sie aber selbst von der Entwicklerseite kaum Unterstützung erfuhren oder nicht richtig funktionierten, gerieten sie schnell wieder in Vergessenheit.

Theoretisch könnte die Infrarotkamera von Xbox Kinect während des Spielens biometrische Daten erfassen – die Kamera kann beispielsweise den Pulsschlag anhand von Hautverfärbungen messen. Allerdings wurden diese Optionen zumindest bislang nicht genutzt. Sony wiederum hatte bereits 2011 verschiedene Biometrie-Patente angemeldet, von denen man allerdings bis heute nichts mehr gesehen oder gehört hat.

Indie-Games und Oculus Rift als Vorreiter?

Zurzeit treiben vor allem Independent-Entwickler auf experimenteller Ebene das Thema Biometrie in Games voran. So zum Beispiel die Crooked Tree Studios, deren Spiel «Throw Trucks With Your Mind» von via Headset erfassten Hirnströmen des Spielers gesteuert werden soll. Oder Wraughk Audio Design , dessen Game «Deep Sea» den Atem des Gamers misst und das Spielerlebnis entsprechend anpasst.

Nomen est Omen: Im Indie-Game «Throw Trucks With Your Mind» wirft man Lastwagen auf Gegner. Mittels EEG-Headset werden die Hirnströme des Spielers gemessen. Je stärker der Strom, desto wuchtiger der Wurf. (Video: Youtube/Lat Ware)

Diese Projekte sind zwar nicht massentauglich, könnten den Mainstream-Produkten der Zukunft aber als Vorbilder dienen. Am meisten Potenzial um Biometrie-gesteuerten Spielen zum Durchbruch zu verhelfen, hat die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. Sollte sie bis zu ihrer offiziellen Lancierung mit biometrischen Schnittstellen ausgestattet werden, könnten individualisierte Game-Erlebnisse bald Realität werden. Auch Sony hat mit Project Morpheus eine eigene 3D-Brille vogestellt, die theoretisch mit biometrischen Features ausgestattet werden könnte.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • guybrush b. s. am 06.07.2014 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monkey Island 2

    unvergesslich der momment als wir (mein vater und ich) damals Monkey Island 2 starteten und das intro kam. kein gerät vermag diese gefühle auch nur anähernd aufzeichnen. mein erstes pc spiel - ich könte ein buch schreiben so geil war das. :D

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  • Clever-Smart am 07.07.2014 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wann wann wann?

    Wann kommt dieses Zeugs (Brille) endlich!? Seit zwei oder drei Jahren wird immer nur darüber geschrieben. Ich will in fremde Welten eintauchen und geile Games spielen ;-)

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  • Daniel S. am 06.07.2014 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute idee

    Finde ich sehr gut. Dann hat jeder seine eigene optimierte schwierigkeitsstufe und dass Spiel merkt dann wen man am liebsten den Kontrollen in den Fernseher werfen möchte und kann dan die (z.b) zombies dümmer machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Clever-Smart am 07.07.2014 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wann wann wann?

    Wann kommt dieses Zeugs (Brille) endlich!? Seit zwei oder drei Jahren wird immer nur darüber geschrieben. Ich will in fremde Welten eintauchen und geile Games spielen ;-)

    • lorf am 09.07.2014 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Schon vor längere Zeit

      Es wird breits seit einer jahr schon verkauft, auch hier in der Schweiz.

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  • Peter am 07.07.2014 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Smartwach

    Habe seit Kurzem eine Galaxy Gear II, und mein Motherboard verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle. Die Gear trag ich sowieso (und ich bin überzeugt, dass sich Smartwaches durchsetzen), Hardwaremässig wäre also die Voraussetzung schon da - ohne dass man sich Kabel ins Gesicht kleben muss :)

  • Manfred Spitzer am 07.07.2014 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Auswirkungen

    Buchempfehlung: Digitale Demenz.

  • Natascha am 07.07.2014 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sword art Online

    Schonmal jemand daran gedacht, dass so was wie im Anime SAO passieren könnte? Kurzschluss, der dan dein Hirn grillt, wenn man den helm abnimmt? Das speil erkennt wenn man stirbt und löst dan ebenfalls einen Kurzschluss aus? Witzige sache.....

  • Ueli am 06.07.2014 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verblödung der Gesellschaft

    Geht an die frische Luft zum spielen.

    • Gustav Gans am 07.07.2014 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Diese Einstellung....

      tut mir leid dass es nicht mehr das jahr 1902 ist wo man mit holzklötzchen gespielt hat. akzeptieren sie die heutige gesellschaft oder sie machen sich selbst das leben schwer.

    • Hansi am 07.07.2014 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      IQ von unter 60....

      Um dem dämlichen Rundenleder hinterher zu rennen? Nein danke, die Gespärch spar ich mir.

    • Gamer am 07.07.2014 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Frische Luft tut dir nicht gut...

      Geh mal nach Hause und zock ein bisschen.

    • Toni D. am 08.07.2014 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      Fenster auf beim Zocken

      ist es nicht beruhigend, dass die Leute Killerspiele zuhause vor dem TV spielen und nicht draussen an der frischen Luft?

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