Flüchten oder töten?

29. Juni 2014 17:38; Akt: 03.07.2014 16:04 Print

Zwei Gesichter des Krieges

von S. Sigrist/Ill-FiL - Mit «Valiant Hearts» und «Sniper Elite 3» thematisieren gleich zwei neue Games die beiden Weltkriege – und könnten vom Konzept her gegensätzlicher kaum sein.

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Dieser Tage sind zwei Kriegs-Games erschienen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während «Valiant Hearts» das Grauen der Schlachten beschreibt, glorifiziert «Sniper Elite 3» das Leben eines Scharfschützen. «Valiant Hearts» spielt im Ersten Weltkrieg und setzt auf einen gelungenen Mix zwischen historischen Fakten und Fiktion. Die Protagonisten sind vier Menschen und ein Hund, die den grossen Krieg von 1914 bis 1918 überleben müssen. Obwohl die Spieler selbst nicht töten können, ist der Tod in «Valiant Hearts» omnipräsent. Einzelne Spielepisoden sind in entscheidenden Momenten des ersten grossen Krieges angesiedelt. Dazu gehören die Schlacht um Verdun und die ersten Giftgasangriffe in der belgischen Stadt Ypern. Das Ubisoft-Spiel ist aus französischer Perspektive erzählt. Laut dem Trailer wurden die Game-Entwickler von Soldaten-Briefen inspiriert. In «Valiant Hearts» werden auch die vergessenen Truppen von Indern, Marokkanern und Kanadiern gezeigt. «Sniper Elite 3» macht Gamer zu skrupellosen Präzisions-Killern. Als Scharfschütze Karl Fairburne muss hier Rommels Afrikakorps mit gezielten Angriffen aus dem Hinterhalt entscheidend geschwächt werden. Auch dieser Titel spielt an originalen Kriegsschauplätzen in Nordafrika. Und auch hier ist der Tod zwar allgegenwärtig, allerdings wird das Töten der Gegner hochstilisiert: Die schon aus den Vorgängertiteln bekannte «Kill Cam» zeigt Abschüsse aus der Verfolgerperspektive. Eingekreist das Projektil kurz vor dem Einschlag. Dank Röntgenblick sieht der Spieler nicht nur Ein- und Austritt der Kugel, sondern auch, welche inneren Verletzungen sein Geschoss anrichtet. Wer gut zielt, wird mit dem in Zeitlupe wiedergegebenen Abschuss belohnt. Und ja: In «Sniper Elite 3» wird nicht nur auf den Torso des Gegners geschossen. Das nennt man dann wohl einen perfekten Abschuss. Von rechts gut erkennbar die Flugbahn des Projektils.

Zum Thema
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«Valiant Hearts» ist ein Spiel über den Ersten Weltkrieg in Comic-Grafik. In dem diese Woche veröffentlichten Game wird aber – anders, als man dies normalerweise von Kriegsspielen gewohnt ist – nicht geballert oder mit sonstigen Waffen getötet. Der Tod ist dennoch omnipräsent. Was auf den ersten Blick unmöglich scheint und Fans von Shooter-Games nicht vom Hocker reissen dürfte, stellt sich als spannendes Geschicklichkeits- und Abenteuerspiel heraus. Die Protagonisten von «Valiant Hearts» sind vier Menschen und ein Hund, die den grossen Krieg von 1914 bis 1918 überleben müssen. So gilt es beispielsweise, den Kampffliegern, Giftgasangriffen oder dem Maschinengewehrfeuer der Gegner zu entkommen. Um die eigene Haut zu retten, kann man die Feinde allerdings nicht selber attackieren, sondern muss schnell rennen und den Fallen ausweichen.

Das Ubisoft-Spiel wird aus französischer Perspektive erzählt und setzt auf einen unterhaltsamen Mix zwischen historischen Fakten und Fiktion. Laut dem Trailer wurden die Game-Entwickler von Soldaten-Briefen inspiriert. Einzelne Spielepisoden sind in entscheidenden Momenten des Ersten Weltkrieges angesiedelt. Dazu gehören die Schlacht um Verdun und die ersten Giftgasangriffe bei der belgischen Stadt Ypern. So kann der Spieler auch gleich sein Wissen über den Ersten Weltkrieg auffrischen. Auch können Fotos von den Schauplätzen angesehen, Briefe von Soldaten gelesen und Schützengraben-Kunstwerke bestaunt werden. Weiter sind Hintergrundinformationen zum Kriegsverlauf erhältlich. Zu den fiktiven Elementen zählt die Einführung neuer Maschinen, die tatsächlich im Ersten Weltkrieg nicht vorkamen, und die Ausstattung der Figuren mit Heldenkräften.

Soldaten: Opfer und Täter

Ebenfalls einen Weltkrieg zum Thema hat das diese Woche veröffentlichte Game «Sniper Elite 3». Dabei wird jedoch ein komplett anderer Ansatz als bei «Valiant Hearts» verfolgt. Im Taktik-Shooter, der im Zweiten Weltkrieg spielt, schlüpft man nicht in die Opfer-, sondern in die Täter-Rolle. Als alliierter Scharfschütze gilt es, hinter feindlichen Linien das deutsche Afrikakorps von Wüstenfuchs Erwin Rommel aufzuhalten und mittels gezielter Angriffe aus dem Hinterhalt entscheidend zu schwächen.

Anders als «Valiant Hearts» setzt der Titel auf ein überrealistisches Gameplay, das in den sogenannten «Kill-Cam»-Sequenzen gipfelt: Hat man einen nichtsahnenden Gegner ins Fadenkreuz genommen und drückt ab, wird der tödliche Schuss anhand einer Verfolger-Kamera in Zeitlupe wiedergegeben – Röntgenblick auf die zerberstenden Innereien des Gegners inklusive (siehe Trailer).

Wird der Erste Weltkrieg in «Valiant Hearts» als grosse Katastrophe des letzten Jahrhunderts beklemmend und mit melancholischem Unterton dargestellt, glorifiziert «Sniper Elite 3» das Soldatenleben eines Scharfschützen. In Ersterem wird der Gamer zum Gehetzten, der die Grauen des Krieges hautnah miterlebt, in Letzterem zur stilisierten, gefühlskalten Killermaschine ohne Rücksicht auf Verluste.


«Valiant Hearts» (PS4, PS3, Xbox One, X360, PC): E3-Trailer. (Video: Youtube/Ubisoft)


«Sniper Elite 3» (PS4, PS3, Xbox One, X360, PC): Gameplay-Trailer. (Video: Youtube/Rebellion)

Flüchten oder töten?

Gewinnen Sie eines der beiden vorgestellten Spiele. Ob Sie allerdings zum Opfer («Valiant Hearts») oder zum Täter («Sniper Elite 3») werden, entscheidet das Schicksal respektive das Los. Einfach untenstehendes F0rmular ausfüllen und mitmachen. Die Gewinner werden direkt benachrichtigt.
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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gamer86 am 29.06.2014 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Valiant Hearts

    ..ist fantastisch...absolut mitreissen und gefühlsintensiv

    einklappen einklappen
  • Timo Schmid am 29.06.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Killerspiele

    Ich finde den hass gegen killerspiele einfach unerträglich mann kann nicht über Videospiele schreiben wie sie dem gamer das töten verherrlichen usw wenn man selber noch kein solches spiel gespielt hat. doch natürlich muss 20minuten etwas möglichst skandalös darstellen auch wenn sie davon keine Ahnung haben. allerdings bin ich überrascht, dass der Beitrag nicht das komplette Medium game beleidigt sondern sich auf ein teil beschränkt danke. es geht in den killerspielen nicht um die Freude am töten und an Gewalt sonder an der Freude an Geschicklichkeit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Timo Schmid am 29.06.2014 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Killerspiele

    Ich finde den hass gegen killerspiele einfach unerträglich mann kann nicht über Videospiele schreiben wie sie dem gamer das töten verherrlichen usw wenn man selber noch kein solches spiel gespielt hat. doch natürlich muss 20minuten etwas möglichst skandalös darstellen auch wenn sie davon keine Ahnung haben. allerdings bin ich überrascht, dass der Beitrag nicht das komplette Medium game beleidigt sondern sich auf ein teil beschränkt danke. es geht in den killerspielen nicht um die Freude am töten und an Gewalt sonder an der Freude an Geschicklichkeit.

  • Gamer86 am 29.06.2014 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Valiant Hearts

    ..ist fantastisch...absolut mitreissen und gefühlsintensiv

    • M.G. am 29.06.2014 22:48 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch!

      Wenn man in einem Spiel (Sniper Elite 3) die Aktionen der brit. Long Range Desert Group als Vorbild nimmt sollten auch die eigenen Bedrohungen mit einbezogen werden. Wenn 1942 so eine Commando-Einheit sich nicht akribisch auf ihren Einsatz vorbereitete oder nicht perfekt mit Magnet- und Sonnen-Kompass navigierte hat sie ganz schnell die Wüste umgebracht.

    • Sonja Loetscher am 30.06.2014 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Bin mit dir ....

      Absolut einer Meinung Ubisoft hat hier ein ganz grosses Werk erstellt - und die vielen Hintergrundinfos (z.B. erste 3D Brille) sind echt interessant und spannend. Abgesehen davon, dass es fantastisch ist, mitreissen umgesetzt ist ohne viel Text und man fühlt effektiv mit den Charakteren mit ...

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