China-Handys

16. März 2009 10:15; Akt: 16.03.2009 10:39 Print

Klone und Billighandys aus Fernost

von Ivan Putincanin - Die Chinesen kopieren alles. Doch sie können auch anders und fertigen tadellose Handymodelle, die viel können und fast nichts kosten.

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Wird über China-Handys diskutiert, ist schnell mal die Rede von billigen Kopien und mieser Qualität – meist zu Recht: So zum Beispiel das Nokla N95 mit einer lausigen 1,3 Megapixel-Kamera und deutlich weniger Funktionen als das Original von Nokia.

Besonders gerne wird das iPhone geklont. So tauchte etwa das P168 noch vor dem Apple-Original auf dem Markt auf. Während es vom Äusseren her stark an sein Vorbild angelehnt ist, hinkt es bezüglich der inneren Werte dem iPhone klar hinterher. Die Bedienung ist schwerfällig und die Menü-Optik von seinem Vorbild weit entfernt.

Doch die Zeiten ändern sich: Die Kopien werden nicht nur optisch exakter, sondern auch technisch raffinierter. So lässt sich das SciPhone 3G Sharp kaum noch vom Apple-Original unterscheiden. Selbst das komplette Menü und die Arbeitsweise mitsamt Animationen wurden 1:1 kopiert. Allerdings reagiert der Touchscreen, welcher über die gleiche Grösse und Auflösung wie das iPhone verfügt, deutlich weniger zuverlässig und wird lieber mit einem Stift bedient. Zudem ist es wesentlich langsamer.

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(Quelle: YouTube)

Der wohl ausgeklügeltste iPhone-Klon ist das M8 von Meizu. Der Hersteller hat das Design nur ansatzweise übernommen und sein Augenmerk darauf gelegt, dass das Menü gleich intuitiv und ebenso schnell wie beim Handy aus Cupertino zu bedienen ist. Das M8 ist den chinesischen Entwicklern besser gelungen, als einigen Grossherstellern ihre neusten Modellen, die an die Coolness des iPhone ranzukommen versuchen.

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(Quelle: YouTube)

In China werden aber nicht nur Plagiate, sondern auch eine Vielzahl an eigenen Modellen produziert. Manche davon brauchen den direkten Vergleich mit den Mobiltelefonen aus unseren Breitengraden nicht zu scheuen. Oft handelt es sich um Geräte, die mit hochauflösenden Kameras, Fernsehempfang und grossen Touchscreens ausgestattet sind. Nahezu alle Handys aus Fernost bieten die Möglichkeit, zwei SIM-Karten gleichzeitig zu benutzen. Der Grund dafür liegt darin, dass es in China keinen Netzbetreiber mit kompletter Abdeckung gibt. Daher sind viele Chinesen gezwungen, mehrere Nummern zu benutzen, um Kosten einzusparen. Das Preisniveau der China-Handys liegt im Vergleich zu Europa deutlich tiefer.

Zwar gibt es in der Schweiz keine offiziellen Niederlassungen für China-Handys, trotzdem bieten einige Importeure solche Geräte an. Beim Kauf ist jedoch zu bedenken, dass die Menüführung oft nicht in Deutsch vorhanden und der Kauf von Plagiaten per Gesetz verboten ist.