Von Handys genervt

01. Februar 2011 22:40; Akt: 01.02.2011 19:50 Print

Pendler setzen illegale Störsender ein

von Daniel Waldmeier - Einige Zugfahrer ärgern sich derart über ihre telefonierenden Mitmenschen, dass sie zu illegalen Mitteln greifen: Mit speziellen Störsendern im Sack setzen sie das Netz ausser Gefecht.

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Manche fühlen sich von telefonierenden Zugpassagieren terrorisiert – und greifen zum Phone Jammer. (Key)

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Ständiges Geklingel und Leute, die am Handy lauthals ihr halbes Leben ausbreiten: M.C.* empfand ihre morgendliche Zugfahrt nach Zürich als Tortur. Einen Ausweg fand die Dame im Internet. Sie bestellte sich in einem Online-Shop für umgerechnet rund 150 Franken einen Störsender. Der Cell Phone Jammer sendet ein starkes Signal aus – und blockiert das Handynetz im Umkreis von zehn Metern. «Es ist genial. Seit ich das Gerät in der Handtasche habe, kann ich in Ruhe mein Buch lesen», freut sich M.C. Sie ist nicht die Einzige, die Pendler mit scheinbar unerklärlichen Netzausfällen terrorisiert: Als die SBB die Ruhewagen abschafften, wurde im Internet gar zum Kauf der Handykiller aufgerufen. Diese seien immer noch billiger als ein 1.-Klasse-GA.

Beim Bundesamt für Kommunikation kennt man das Problem: «Es gibt regelmässig solche Fälle», so Sprecherin Deborah Murith. Die ursprünglich für die Spionageabwehr entwickelten Geräte sind jedoch streng verboten: «Das Mitführen der Störsender kann mit Haft und einer Busse von bis zu 100 000 Franken bestraft werden», warnt Murith. Alarmiert sind auch die SBB. Die Handygegner lassen sich aber nur schwer überführen: «Ob ein Gespräch wegen solcher Störsender oder mangels Zellkapazitäten unterbrochen wurde, lässt sich nicht eruieren», so Sprecher Reto Kormann.

*Name der Redaktion bekannt