Schweiz

28. Oktober 2009 10:05; Akt: 29.10.2009 10:32 Print

Red Bulls Handy-Abo enttäuscht

Getränkehersteller Red Bull mischt ab dem 11. November neu auch im Schweizer Mobilfunkabo-Markt mit. Der Wettbewerb wird dadurch allerdings nicht beflügelt.

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Red Bull bringt gemeinsam mit Sunrise zwei Handy-Abos auf den Markt.

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Mit grossem Brimborium hatte die Firma Red Bull gestern in der Alten Börse in Zürich ihr neustes Produkt lanciert, ein Handy-Abo für die Schweiz. Die Erwartungen der geladenen Gäste wurde mit hämmernden Basstönen und eingespielten Videos von Trendsport-Events geschürt. Für die Präsentation wurden extra Stars wie Windsurfprofi Bjørn Dunkerbeck und Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard eingeflogen. Sie verliehen dem Anlass zwar den nötigen Glanz, das Produkt vermochten sie mit ihrer Anwesenheit dennoch nicht zu verbessern.

Die Ernüchterung folgte spätestens bei der Durchsicht der Pressemappe. Red Bull Mobile, das gemeinsam mit Sunrise lanciert wurde, ist eine Enttäuschung. Für 33 Franken im Monat (simplyAll) sind lediglich 33 Gesprächsminuten und 33 SMS (beides jeweils in alle Schweizer Netze) sowie 33 MB Datentransfer fürs Surfen und E-Mail-Lesen inbegriffen. Beim Angebot «Simply All+» sind bei einer Monatsgebühr von 66 Franken 166 Gesprächsminuten, 33 SMS-Nachrichten sowie 166 MB Datentransfer enthalten. Bei beiden Angeboten wird für eine Nutzung, die die im Abo enthaltene Leistung überschreitet, ein Minutentarif von 33 Rappen beziehungsweise ein SMS-Tarif von 13 Rappen verrechnet.

In Österreich viel billiger

Im Vergleich zum bestehenden Angebot in Österreich, wo Red Bull Mobile ebenfalls erhältlich ist, werden Schweizer Kunden deutlich unattraktivere Konditionen geboten. So erhält der Österreicher mit dem simplyAll-Abo für läppische 19 Euro ganze 1000 Minuten Telefonie, 1000 SMS und 100 MB Download inklusive. Dass man in Österreich auch mit anderen Abos bis zu siebenmal günstiger als hierzulande telefoniert, zeigte eine von 20 Minuten Online in Auftrag gegebene Studie im vergangenen April.

Abowechsel ist unattraktiv

Der Umstieg auf Red Bull Mobile macht wenig Sinn. Zu diesem Schluss kommt auch der Internetvergleichsdienst Comparis. Für «Wenig- und Gelegenheitsnutzer» sei das neue Red-Bull-Angebot gar teurer als das günstigste Angebot von Sunrise. Red Bull Mobile wird ab dem 11. November über Schweizer Postfilialen vertrieben.

(mbu/sda)