Ökotechnologien

19. September 2007 21:28; Akt: 19.09.2007 21:38 Print

Saubere Sachen

Der Öko-Lifestyle erreicht die Computer- und Multimedia-Welt. Nach umweltfreundlichen Autos, Verpackungen oder Kleidern liegen nun auch ökologische Elektronikgeräte im Trend.

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Mit «Grün ist geil» wird der Report zum grünen Lifestyle des deutschen Zukunftsinstituts zusammengefasst. Den Öko-Chic gibt es freilich nicht erst, seit Hollywood-Stars wie Cameron Diaz oder Leonardo DiCaprio einen Toyota Prius mit Hybrid-Antrieb fahren. Längst gehören Kleider, Lebensmittel und neuerdings auch Computer und Unterhaltungselektronik-Geräte mit dem Prädikat «umweltfreundlich» zu den begehrten Gütern. Selbst das Geld wird in Öko-Fonds angelegt, und in den Ferien achtet man auf eine angemessene Ökobilanz.

Zumindest in den Marketing-Abteilungen der Elektronikhersteller ist man sich des sexy Images der grünen Computer bewusst: An der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin betonten zahlreiche Konzerne, dass ihnen grüne Geräte am Herzen liegen. Ähnliche Aussagen hört man momentan bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main.

Neudeutsch heisst die neue Zielgruppe für diese Produkte Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability). Mit diesem Soziologenbegriff werden Menschen bezeichnet, deren Lebenshaltung auf Gesundheit und Nachhaltigkeit basiert. Was das heisst? Gemäss der Studie des Zukunftsinstituts «haben die Lohas der Verzichtsethik der Ökobewegung ebenso abgeschworen wie dem geistlosen Hedonismus der Neunzigerjahre. Sie wollen nachhaltig und lustbetont einkaufen und schätzen die Technik ebenso wie die Natur.» Oder anders ausgedrückt: Aus grünen Hippies mit Jesuslatschen sind hippe Grüne mit schicken Bio-Label-Kleidern geworden.

Die passenden IT-Produkte für diese Bevölkerungsgruppe kommen beispielsweise von Fujitsu-Siemens, die stromsparende PCs herstellen, von Asus, deren Computer und PC-Peripherie-Geräte mit dem Umwelt-Rating ausgezeichnet werden, von Sony, die «bei 90 % aller Produktekategorien den Stromverbrauch reduzieren» konnten, oder von Philips, die eigens für ihre umweltfreundlichen Produkte das Philips-Green-Logo eingeführt haben. Neben einer Energieeffizienz werden bei den grünen Philips-Produkten umweltschädliche Materialien und Stoffe weitgehend vermieden.

Ob sich das Engagement nicht nur für die Umwelt, sondern auch finanziell lohnt? Gemäss einer Umfrage der deutschen Zeitschrift «PC-Welt» sind 22 Prozent der Konsumenten bereit, für umweltgerechte Produkte mehr zu bezahlen. Doch eigentlich müssen grüne Computer und Fernseher gar nicht teurer verkauft werden als herkömmliche Geräte.

Felix Raymann