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02. Februar 2011 11:54; Akt: 03.02.2011 15:43 Print

«425 Tage Arbeitszeit»

von Henning Steier - Knapp 4000 Bilder eines Zürcher Hobby-Fotografen wurden von Flickr gelöscht, weil man ihn mit einem Dieb verwechselte.

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Diese Fehlermeldung sieht man, wenn man im Web verlinkten Flickr-Bildern von Mirco Wilhelm folgt.

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Fehler gesehen?

Mirco Wilhelm wollte kürzlich eigentlich nur einen Flickr-Account melden, auf dem er gestohlene Bilder entdeckt hatte. Doch gestern erhielt der 34-jährige aus Zürich die Aufforderung, sein Passwort auf der zu Yahoo gehörenden Website einzugeben, obwohl er noch eingeloggt war. Danach wurde er gebeten, sich einen neuen Flickr-Account anzulegen. «Das fand ich komisch», erzählt er im Gespräch mit 20 Minuten Online, denn er ist bereits seit fünf Jahren in der Foto-Community vertreten - mit rund 4000 Bildern.

Dann dämmerte es ihm, dass hier ein Flick-Angestellter einen folgenschweren Fehler gemacht haben und seinen Account gelöscht haben könnte, anstatt den des Fotodiebes zu schliessen. Und seine Ahnung bestätigte sich wenig später in einer Nachricht des Support-Teams, aus der Wilhelm in seinem Blog zitiert: «Unglücklicherweise habe ich die Zugänge verwechselt und Ihren gelöscht», schrieb ein namenloser Mitarbeiter, «ich kann ihn wiederherstellen, Ihre Fotos werden aber nicht wieder hochgeladen. Als Ausgleich erhalten Sie vier Jahre kostenlos eine Premium-Mitgliedschaft.»

Gelöscht ist gelöscht

Dieses Angebot nützt Wilhelm wenig, der nach eigenen Angaben 425 Tage Arbeitszeit damit verbracht hat, Bilder zum Beispiel mit Beschreibungen zu versehen. «Warum Yahoo derartig ungeschickt vorgeht, ist mir unverständlich», sagt er, «man könnte doch einen Account erst einmal offline schalten, ehe man ihn vollständig löscht.» Er wolle als Besitzer eines kostenpflichtigen Accounts nicht mit einer lapidaren Entschuldigung abgespeist werden.

Der Informatiker hat zwar die Originalbilder noch, wird sie aber nun wohl nicht mehr hochladen. 3500 Fotos hat er für die Öffentlichkeit freigegeben. Links, die beispielsweise Blogger gesetzt haben, führen nun ins Leere. «Ich habe ganz bewusst auf Flickr gesetzt, weil man dort im Unterschied zu Googles Picasa und Facebook alle Rechte an seinen Bildern behält», erklärt Wilhelm, der mittlerweile wieder Zugriff auf seinen Account hätte. Doch Flickr-Mitarbeiter arbeiten zurzeit noch daran, wenigstens seine Kontakte wiederherzustellen.

Update 3.2.: Wie Flickr mitteilte, ist es dem Unternehmen gelungen Mirco Wilhelms Account vollständig wiederherzustellen. Man arbeitete nun an einer Lösung, mit der versehentliche entfernte Daten schneller wieder verfügbar sein sollen, hiess es.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Steiner am 02.02.2011 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler können passieren.

    Hier wurde der Fehler wenigstens eingesehen und offen kommuniziert. Auch wenn's dem Betroffenen nicht mehr hilft.

  • Pascal am 02.02.2011 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Naja Fehler passieren eben. Sind alles nur Menschen!

  • NM am 04.02.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Loakal ?

    Er hätte halt eifach alles auch lokal sichern sollen.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • NM am 04.02.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Loakal ?

    Er hätte halt eifach alles auch lokal sichern sollen.....

  • cj am 03.02.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Backup

    Da soll mir aber niemanden erzählen dass Flickr keine Backups hat! Die Können den gelöschten Account bestimmt wiederherstellen mit sämtliche Bilder welche verknüpft waren. Die haben bestimmt einen Backup Szenario aufgebaut. Oder in welchen Zeitalter leben wir heute?

  • Pascal am 02.02.2011 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Naja Fehler passieren eben. Sind alles nur Menschen!

  • Venty am 02.02.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Cloudcomputing

    Wer seine Daten der Cloud anvertraut, muss sich nicht wundern, wenn er ploetzlich im Regen steht.

  • Faizan Shaharyar am 02.02.2011 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Backups?

    Jeder seriöse Internet-Dienstleister hat Backups und es müsste ein Leichtes sein, die Datensätze aus einer älteren Kopie wiederherzustellen.