Huawei Mate X

11. März 2019 16:25; Akt: 11.03.2019 16:25 Print

«Am Falthandy verdienen wir nichts»

Walter Ji, Europa-Chef von Huawei, erzählt, wie das Mate X entstanden ist. Und warum er wohl ganz auf das Falthandy umsteigen wird.

Mate X: Das erste Falthandy von Huawei hat ein Monster-Display. (Video: SWE)
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20 Minuten hat letzte Woche das Falthandy Mate X ausprobiert. In die Schweiz gebracht hat das Gerät der Europa-Chef von Huawei, Walter Ji. Wir haben ihn mit Fragen gelöchert.

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Herr Ji, wie ist das Mate X entstanden?
Walter Ji: Smartphone-Displays werden immer grösser. Aufgrund dieses Trends wollten wir ein Falthandy auf den Markt bringen. Eine Technologie war dabei zentral: die faltbaren Bildschirme, die unzählige Male auf- und zugeklappt werden können. Zudem mussten wir sämtliche Komponenten in dem flachen Gehäuse unterbringen. Wir haben deshalb viel in die technische Seite investiert. Die Entwicklung dauerte zwei bis drei Jahre.

Wie viele Personen haben an dem Projekt gearbeitet?
Ich habe keine genaue Zahlen, aber es waren sehr viele – wohl mindestens 30'000 Personen. Der Chip für das 5G-Netzwerk und der Kirin-Prozessor wurden ebenfalls von uns entwickelt.

«Das Mate X vereint das Beste aus beiden Welten»

Was dachten Sie, als Sie das Mate X erstmals in der Hand gehalten haben?
In den ersten Minuten fühlte es sich so an, wie wenn man ein Baby halten würde. Man will kein Risiko eingehen, wenn man das Gerät faltet, denn es fühlt sich sehr empfindlich an. Nach ein paar Stunden hat man sich aber daran gewöhnt und das Erlebnis ist grossartig. Wenn man das Mate X aufklappt und Dokumente liest oder sich Videos anschaut, ist das besser als bei einem normalen Smartphone. Und es ist viel leichter als ein Tablet, es vereint quasi das Beste aus beiden Welten.

Als an der Präsentation der Preis bekannt gegeben wurde, ging ein Raunen durch den Saal.
Klar, das Handy ist mit einem Preis von 2500 Franken nicht gerade günstig. Bezieht man jedoch den ganzen Aufwand für die Entwicklung mitein, ist der Preis eigentlich zu tief. Es ist bei innovativen Produkten generell so, dass der Forschungsaufwand riesig ist und sich dies zu Beginn nicht rechnet. Am Falthandy verdienen wir nichts. In denke aber, dass die Preise für solche Handys in zwei bis drei Jahren purzeln werden.

Wie lange hält der Akku beim Mate X?
Ich nutze kein 5G und so hält der Akku den ganzen Tag. Denn 5G ist der grössere Stromfresser als der Bildschirm. Der entsprechende Chip benötigt viel Strom, bis Ende des Jahres sollten wir den Stromverbrauch jedoch auf ein ähnliches Niveau runterbringen, wie es derzeit bei 4G der Fall ist. Zudem haben wir die Super-Charge-Technologie mit 55 Watt. Zum Vergleich: Das normale Netzteil beim iPhone hat 5 Watt, wir sind also etwa zehnmal so schnell. Wenn man unser Handy ein paar Minuten auflädt, sollte es also wieder für eine Stunde oder so ausreichen. Und in einer halben Stunde kann das Mate X auf bis zu 85% geladen werden. Die Akkulaufzeit ist bei uns also weniger ein Problem.

«Der Preis von 2500 Franken ist eigentlich zu tief»

Wie viele Mate X möchten Sie verkaufen?
Derzeit gibt es mehrere Hundert Geräte innerhalb von Huawei. Die Stückzahlen für den Verkauf werden zu Beginn sehr limitiert sein. Wir sind dabei, die Produktion zu beschleunigen und auf 100'000 Geräte pro Monat hochzufahren. So sollten wir bis Ende des Jahres etwa eine halbe Million Falthandys herstellen können.

Welches Huawei-Handy werden Sie selbst künftig selbst verwenden?
Ich nutze das Mate X bereits sehr intensiv. Nicht jeden Tag und nicht für alles, aber beispielsweise um Dokumente zu lesen, Videos zu schauen oder Fotos zu machen. Im Mai oder Juni, wenn das Handy auf den Markt kommt, werde ich wohl ganz auf das Falthandy umsteigen. Bislang habe ich nur dieses Vorabexemplar und auf dieses muss ich natürlich gut aufpassen.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani der alte am 11.03.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ehrlich

    Ich verstehe ja die Preise und die Entwicklungskosten, aber wenn ich alle 2 Jahre ein neues brauche und in diesen 2 Jahren hatt sich nicht "so Viel" geändert. müsste der Preis doch massiv fallen weil die Entwiklungskosten so gut wie wegfallen... Ach ich vermisse die zeit als ich mein abo verlänger hab und mir von 3 Gratis Handys eins aussuchen konnte...

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  • yannn.. am 11.03.2019 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bisschen zu teuer

    die Normalbürgerlichen warten 2-3 jahre bis das Handy auch für sie erschwinglich ist.

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  • Trollgeflüster am 11.03.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wertloses Interview

    Bin grosser Fan von Huawei, aber dieses Interview finde ich merkwürdig. Wiso weiss ein so hohes Tier nicht, wie lange und wie viele daran entwickelt haben? "2 oder 3 Jahre", "keine genauen Zahlen, aber so ungefähr 30'000 Leute"... Klingt für mich nucht, als hätte er überhaupt irgendeine Ahnung...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ozzly am 12.03.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher....

    Nein, natürlich nicht! Naiv anzunehmen auf der Welt drehe sich ALLES nur um's Geld....

  • Tom P. am 12.03.2019 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis relativ zu iPhones etc.

    Wenn man den Preis mit den teuren iPhones vergleicht, ist der Preis fürs MateX effektiv nicht zu hoch. Absolut gesehen sind die Preise aber einfach zu hoch geworden. Preise über 700 Franken für Handys, die im Sch itt auch noch alle 2-4 Jahre gewechselt werden, sind nicht gesund.

  • MACAN am 12.03.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    mir kommen die Tränen

    Die Entwicklung kostet immer Geld. Das Resultat ist meist Elektronikschrott der alles kann, den aber kaum jemand braucht. Es geht doch nur um das Wetteifern wer nun das tollere Handy auf den Markt bringt. 2500.- ist auf jeden Fall zu teuer, für einen Gegenstand der sich noch nicht bewährt hat. Und in drei Jahren bekommt man das Teil für 999.- Es ist immer das gleiche, und bei dem Gejammer kommen mir bald die Tränen.

  • MasterMind am 12.03.2019 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2. - 3. Generation abwarten 

    Niemals die erste Generation von solchen Geräten kaufen, das machen dann schon solche Leute, welche ab Mitternacht vor einem Laden campieren, um ja der Erste zu sein, der das erste Gerät, bei Ladenöffnung kaufen darf.

  • Mario am 12.03.2019 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kommt noch viel mehr

    2006 habe ich auf einer Displaytagung in San Francisco das erste aufrollbare OLED Display gesehen. Die Hälfte der Pixel hatten nicht funktioniert, aber das wird sicherlich der nächste Clou sein. Freue mich darauf.