GoButler

12. Mai 2015 07:46; Akt: 12.05.2015 10:22 Print

«Bei uns bekommt man alles – ausser Drogen»

von Philipp Stirnemann - Der neue Concierge-Dienst GoButler hat schon 10'000 Nutzer in der Schweiz. Der Service liefert alles, solange es nicht illegal ist.

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Seit seiner Lancierung hat vor etwas mehr als acht Wochen hat GoButler hohe Wellen geschlagen. Das Prinzip hinter dem neuen Dienst ist schnell erklärt: «Die Nutzer schreiben uns einfach eine SMS mit dem, was sie möchten, und wir erledigen den Rest», so GoButler-CEO Navid Hadzaad. Zusammen mit den ehemaligen Rocket-Internet-Mitarbeitern Jens Urbaniak und Maximilian Deilmann hat er den Service ins Leben gerufen, der seinen Kunden alle möglichen Wünsche erfüllt und seien sie noch so ausgefallen. Der Plan scheint aufzugehen: Die Konkurrenz, zumindest in Deutschland, wurde fast komplett verdrängt, berichtet Gruenderszene.de.

GoButler wurde in Deutschland, den USA und in der Schweiz lanciert. Wer den Service nutzen und seine Wünsche in Erfüllung gehen lassen möchte, muss sich auf der offiziellen Website des Concierge-Dienstes registrieren. Anschliessend erhält man per Mail einen Freischalt-Code, den man per SMS an die angegebene Telefonnummer schickt. Der Dienst an sich ist kostenlos, allerdings werden für SMS die dem Handy-Abo entsprechenden Gebühren verrechnet.

Keine illegalen Geschäfte

Die Idee hinter dem Service sei, den Nutzern das Leben zu erleichtern und ihnen Zeit zu ersparen, erklärt Navid Hadzaad. So können mit einer SMS zum Beispiel nervende Alltagspflichten an GoButler abgegeben werden. «Ob es sich um den Lebensmitteleinkauf, die Vereinbarung eines Arzttermins oder eine Geschenkbesorgung handelt, bei uns bekommt man alles.»

Eine Einschränkung gibt es allerdings: GoButler lässt sich nicht auf illegale Geschäfte ein. Wer also beispielsweise Drogen kaufen möchte, wird im Concierge-Dienst keinen willigen Kurier finden. Ansonsten seien GoButler keine Grenzen gesetzt, so Hadzaad: «So lange es irgendwie möglich ist, werden wir es möglich machen.»

Die durch den Service entstehenden Fremdkosten (beispielsweise für Transport oder die Bezahlung von bestellten Artikeln) werden ohne Aufpreis verrechnet. Ordert der Kunde über GoButler eine Pizza, kostet sie gleich viel, wie wenn er sie selber beim Kurier bestellt hätte. Der Concierge-Dienst finanziert sich über Provisionen, die er von Vertragspartnern erhält. Der Kunde zahlt per Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal.

Rund um die Uhr auf Abruf

Der GoButler-Geschäftsführer sieht seinen Service als persönlichen Assistenten des Kunden, der rund um die Uhr, auch an Feiertagen wie dem 24. Dezember, verfügbar ist. Das Unternehmen aus Berlin beschäftigt derzeit 75 Mitarbeiter, wobei sich acht davon exklusiv um die Schweizer Nutzer kümmern. «Wir bekommen von unseren gut 10'000 bisherigen Schweizer Kunden ungefähr 1000 Anfragen pro Tag», sagt Navid Hadzaad.

Von den bisher über 250'000 Anfragen insgesamt waren rund 50 Prozent Essensbestellungen oder Tischreservationen. 30 Prozent betrafen Themen aus dem Bereich Reisen (Flüge, Hotels, Züge, Taxi). Zehn Prozent der Aufträge betrafen den Bereich E-Commerce, und weitere zehn Prozent verlangten nach Dienstleistungen wie Putzfrauenvermittlung, Wetteranfragen oder Ähnlichem.

Mit TV-Promi zum Erfolg

Einen wesentlichen Anteil am Senkrechtstart von GoButler und der entsprechenden Aufmerksamkeit seitens der Medien dürfte auch das Engagement von TV-Moderator Joko Winterscheidt («Circus HalliGalli») haben. Der Fernsehmann lässt sich für seine Dienste aber nicht einfach von GoButler bezahlen. Vielmehr ist er einer der Mitgründer und Investor der Firma und schreckt auch nicht davor zurück, selbst Nutzer-Wünsche zu bearbeiten. «Wenn Joko bei uns im Büro ist und eine freie Minute hat, beantwortet er tatsächlich selbst mal Anfragen mit», verrät CEO Navid Hadzaad.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mätti am 12.05.2015 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    wirklich

    tolle idee! zwar werde ich den butler nicht brauchen um mit der freundin schluss zu machen, aber sonst - TOP!

  • Paul am 12.05.2015 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    mal schauen wie der Erfolg in der CH ist

    bezahle den gleichen Preis wie wenn ich direkt bestelle? denke sie verdienen wohl dadurch, dass sie möglichst viel über Ihren Vertragspartnern abwickeln. Da werde ich wohl nicht immer die besten Preise in der Region haben... Aber wer genügend Geld hat und einen Butler braucht, kümmert sich wohl wenig darum :P

  • Dodo Pepe am 12.05.2015 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbe-SMS

    Gemäss mehrerer Nutzer ist der Nachteil, dass man nach einer Zeit oder nach der Abmeldung Werbe-SMS bekommt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nobody am 13.05.2015 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boring

    Keine Drogen ok also Escort mit Pizza und Ferrari durch Stadt während 2 Tussis am Blasen sind...wow Auf diese Idee kamen schon Jungs in Belgrad vor 20 Jahren...

  • Hansi am 13.05.2015 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Provision

    Das mit den gleich bleibenden Preisen stimmt im Allgemeinen nicht. Haben sie gerade keinen Deal, wird 10% drauf geschlagen. (Was ich auch in Ordnung finde, muss aber schon erwähnt werden)

  • Marian Richter am 12.05.2015 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur gefaked?

    Auf Gründerszene stand gestern, dass man ca. 350 Aufgaben pro Tag bekommt....

  • Fritz am 12.05.2015 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Rocket Internet

    Das Unternehmen scheint mir die typische "Rocket Internet"-Strategie zu fahren. Von Firmen die beziehungen zu Rocket Internet oder den Samwer Brüdern unterhalten sollte man lieber die Finger lassen. Einfach mal die ZDF-Doku "Die Grosse Samwer-Show" suchen.

  • Chauvi am 12.05.2015 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hab ich schon...

    Bei mir übernimmt die Butleraufgaben meine Freundin. Nur das mit dem Schlussmachen müsste ich dann tatsächlich selber machen. Das Leben ist hart :-(